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Lyrik

Bertolt Brecht hatte RechtWas ist der Mensch?

Mario Sixtus
Der Mensch ist bös, der Mensch ist schlecht, das sagte einmal Bertolt Brecht und wahrscheinlich hat er recht. Denn seht die Welt und schaut euch an, ob Atheist, ob Christ, ob Jud, ob Muselmann, ein jeder ist oft schlecht, obwohl er gut sein kann.mehr...

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Sonnenhut und GartenschereIm Märzen der Bürger

Späth Chr.
Die Garten-Guillotinen röhren wieder, auf den Terrassen wird der Grill geputzt. Der Bürger rammt die Gattin stierhaft nieder, wofür er blasse, blaue Pillen nutzt.mehr...

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Die nächste SommerzeitenrundeOstereieruhr

Mensch - wie ging das heute schnell: Um sechs ist’s hell! Um sechs ist’s hell! Heller Wahnsinn: kurze Nächte für Noctophile ganz das Schlechte! Statt stille in der Kammer liegen, wird auferstanden um zu fliegen.mehr...

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Weitab vom SchreckensortEinfach ist`s zu schweigen

Mario Sixtus
Einfach ist`s zu schweigen, nichts zu sagen, Unrecht, Terror, Hass und Krieg in dieser Welt stets hin zu nehmen anstatt anzuklagen, einfach ist`s, die Augen fest und feige zu schliessen, wenn [...]mehr...

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Aus dem Zyklus „Lieder der Trauer“Es ist vollbracht

Es steigen die Kleinen hinauf auf den Thron und es stürzen hinunter, die Grossen schon. Es weinen die Dichter um ihr letztes Wort, dann verstummen sie und schleichen sich fort.mehr...

Auf ein Wort zur Lage der deutschen Fernseh-NationAuf der Jagd nach Einschaltquoten

Erik Taanman

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Mit Sex und Crime und vielen infantilen Rate-Spielen, mit Talk-Shows ohne Witz und ohne Geist, ohne Biss und ohne Pepp, also mit reinstem Medien-Nepp und immer billigeren Zoten buhlen alle deutschen Sender dreist Tag und Nacht um höhere Einschalt-Quoten.mehr...

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Die SiegesgöttinNike

Die Siegesgöttin Nike vor der Hechelmannausstellung.
Sie ist gelandet; gleich hebt sie wieder ab. Sie bleibt nie lange dort, wo sie den Ort mit ihrem blossen Dasein adelt. Und erhellt. Denn das ist, was sie bringt: ein bisschen Licht, ins [...]mehr...

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ApokalypseAn mein Kind

Krzysztof Sitkowski
Schlag am Morgen ich die Zeitung auf, stockt der Atem mir, mein Blut gerinnt, zu grausig spiegelt sich der Weltenlauf in jeder Zeile wider, mein armes, armes Kind. Wie soll ich Dir denn [...]mehr...

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Lug und TrugDas Lied vom Lumpenpack

O, höret zu Ihr lieben Leute, lasst`s deutlich Euch noch einmal sagen: Bereits seit vielen Jahr und Tagen wird unsere schöne Welt und besonders heute, ganz ungeniert, von Lumpenpack regiert.mehr...

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Der kleine DummbatzAtlas

Den habt ihr nicht gekannt, wir haben ihn Kleiner Dummbatz genannt. Er sprang nicht, er lief nicht, er fiel als Knabe immer auf die Nase. Sein Gesicht sah aus wie ein Teller aus zerbeultem Kupfer.mehr...

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Fern aller VernunftEin Treppenwitz der Geschichte oder doch nur ein böser Traum?

Donald Trump mit dem polnischen Präsident Andrzej Duda in Warschau, Juli 2017.
Da erschien wie ein glitzernder Sputnik aus dem dunklen Nichts, auf dem Podium der grossen Politik, ein millionenschwerer Hasardeur und eroberte über Nacht (auch wenns uns nicht gefällt) das [...]mehr...

Ernüchtert nach dem FestNOVEMBER(W)ENDE

DDR NeonKonsum Schuh Haus, Magdeburg.

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Wenn Sonn’ und Mond auf gleicher Höh’ am Nachmittag ich stehen seh, der Himmel blau, die Bäume kahl, der See umstanden wie ein Saal, wenn sich im Wasser kräuselnd spiegeln Sonnenstrahl und Mondes Siegel, so ist das Jahr im Sand verlaufen.mehr...

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Zwei Cappuccino, drei oder vier BierWunschlos glücklich

Ich hätte gern weniger Strassenverkehr, wär gern einmal über dem Nebelmeer, nicht an Kassen anstehen in Schlangen, die Chance noch mal neu anzufangen bräuchte ich, eine Gelegenheit, ein Land so frei, so warm, so weit wo es nicht reinregnet, es mich nicht einschneit.mehr...

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FragmentDie Verschwörung

„Ins Hirn jeschissen!“ – wer wem? Was mir oder dir? der unmaskierte, protestmasturbierende Pöbel mit seinen Metaphern, breien & breitbeinig, dass es flutscht aus Maul & Anus? Das Metapherngestöber: vernebelt, verlottert, disrutiv.mehr...

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Der deutsche Einheitsbrei2. Oktober. Lied für Kinder

Morgen wird gefeiert. Und ich bin dabei. „Was wird denn gefeiert?“ „Das deutsche Einerlei.“ Morgen wird gegessen. Und ich bin dabei. „Was wird denn gegessen?“ „Der deutsche Einheitsbrei.“mehr...

Mit der Schaufel in die KohleBeobachtung der Wespen beim Mahl

Wespen Arbeiterin auf Tisch am Cola trinken.

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Erst fallen sie über den Rest-Rand einer Scheibe Mettwurst her. Eine von ihnen hängt überm Bröckchen wie ein Porno-Berserker überm Hintern der Frau. Eine andere knickt ihren Leib, im Winkel 180 Grad. Das nenne ich eine Wespentaille!mehr...

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Zwei SchachspielerIn Niederwalluf am Rhein

Niederwalluf, Rheingau: Wegkreuz an der Schönen Aussicht Ecke Hohlweg von 1762.
An jenem Sonntag in Niederwalluf sah ich zwei junge Männer, sie spielten Schach. Sie sassen auf einer Terrasse, vielleicht drei Meter über dem Strassenpflaster; und um sie zu sehen, schaute [...]mehr...

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Ohne Gebühr in die BibliothekDer Rentner Kafka singt

Ich sachmaso: Wohnte ich für Nasse, zöge mich die Steuer nich ab, die Krankenkasse blanko - mir würde die Rente reichen. Bier is billig.mehr...

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Ich und meine DepressionCorona-Sonett. III

Massnahme gegen die COVID19 Pandemiegesperrter Spielplatz.
Allein zu Haus? Das könnt ihr voll vergessen! Ich habe mich und meine Depression. Zu zweit zu sein und ohne Religion, das schmeckt mir wie ein delikates Essen.mehr...

Falscher HaseOstertoaster

Kreisverkehr mit Goldhase.

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Frohe Ostern! Dicke Eier! Falscher Hase - Pleitegeier. Monatsende! Blank wie’n Arsch. Ferienstimmung? Trauermarsch.mehr...

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Speiseschrank voller MarmeladeCorona-Sonett. II

Das Ende naht. Ein Virus wird uns töten. Von Anfang an, seit es uns gibt, war klar: Die Erde ist, wärn wir nicht, wunderbar. Wir schänden sie, wir treten und wir tröten, dass wir gottgleich die nützlichsten Geschöpfe, der Welt, dem Welten-Raum, gegeben sind.mehr...

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Speiseschrank voller MarmeladeCorona-Sonett. I

Dinock90
Der Opa spinnt. Die Oma ist malade. Sie freun sich trotzdem über den Besuch des Sohns. Noch nicht gewebt das Leichentuch. Der Speiseschrank steckt voller Marmelade in Gläsern neben Gläsern [...]mehr...

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Der Amazonas der UnwichtigkeitOde an die Spree

Mich zieht es gelegentlich an die Spree. Die Spree ist kein Fluss, nur ein langes Wasseraus der Lausitz nach Berlin. Was ein Fluss ist, das heisst Donau oder Rhein, auch die Moldau geht, den Nil habe ich noch nicht gesehen. Ich steh also an der Spree.mehr...

Neu aufgelegt etwa um 2000, nicht vollendet 2020Hessisches Volkslied. Entstanden etwa 1945

Wilhelm von Zuccalmaglio

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Wie, fragte sich das reine Würmchen, entkomme ich dem Matsch und Mist, von denen du umgeben bist -, und draussen wartet noch ein Stürmchen!mehr...

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So RattenDie Begegnung. Marbachweg/Ecke Eschersheimer

Vor den Reifen des Autos, das vor der Ampel wartete, lief eine Ratte gemächlich über die Strasse. Kannte sie keine Furcht? Wusste sie, dass sie sicher war, weil ein städtischer Mensch vor unverhohlener Natur zurückschreckt?mehr...

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Der VergleichLang, länger, am längsten

Zwei Hasen, die sich gegenüber sassen, starrten sich lange an. Bis der eine sagte: „Du hast aber lange Ohren!“ Der andere legte den Kopf schief, er dachte lange nach, bis er sagte: „Ich glaube, deine Ohren sind länger.“mehr...

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Lied vom RollstuhlNach Weihnachten

Gelbe Fahne, Rollstuhl für den Strand.
Grad beim Aufräumen fand ich die Gebrauchsanweisung für den Rollstuhl Standard „TMB“ und Leichtgewicht „TML“. Wir hatten ihn bestellt für den Vater zu Weihnachten; Nicht als [...]mehr...

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„Kein Schnee, zu warm, Nebelsuppe“Drei Notizen zum Jahresende

Sie rief, beiläufig aus der Tiefe der Wohnung: „Ich geh mal in den Keller!“ Er schreckte hoch im Lesen der untauglichsten Literatur. Grad eben was und murmelte: „Komm wieder.“mehr...

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Wolf im RotpelzDer Weihnachtswolf

Weihnachtsmann im Leopard 2.
Ach wie weihnachtet’s so sehr, es kommt der Wolf im Rotpelz her, knurrt so gemütlich wie er kann: „Ich bin der liebe Weihnachtsmann. Vom Himmel hoch, da komm ich her und schenke euch ein [...]mehr...

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Station HauptfriedhofSon Traum mal eben

„Mal ne Frage“, träumte ich, letzte Nacht, ich stand in einer Bahn-Haltestelle und sah auf drei prächtige Burschen, die sassen die drei Sitzplätze besetzend, herab: „Hättet ihr ein Problem, stünde einer von euch auf für die alte Dame da!“ Die stand, übern Rollator gebeugt, ihre Beine zitterten trotz aller Unterstützung des Staates.mehr...

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Nach dem UntergangKnappe Nachricht von den Deutschen

Was haben die Deutschen erfunden? Das Auto und die Kriege, die nach dem Untergang als Weltkriege in den Büchern der Überlebenden und sonstigen Aliens Eingetragen sind.mehr...

Politiker lügen nichtKlarstellung

Gated Community.

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Politiker lügen nicht. Manager verdienen nicht zu viel Geld. Arbeiter gibt es nicht, weil die Klassen lose sind. Der Mörder ist immer der Emigrant, weil er früher schon Gärtner war n der Wüste.mehr...

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Perlenmeer im HerbstDen Piraten zuliebe

Perlen gestohlen, Piraten tanzen an Bord, trotz Möwenärgers, Loris und Perlen, schöner Schatz der Piraten vom Holden träumend. Lori und Perllein, beide verkauft an Fergen im alten Hafen.mehr...

Die Unendlichkeit des AllsAls Kind weinte ich

Catatine

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Als Kind weinte ich, wenn ich mir den Tod oder die Unendlichkeit des Alls vorstellte. Das eine war das andere, ungefähr, niemand erklärte mir den Unterschied zwischen Sekunde und tausenden Kilometern weit weg; niemand auf dieser unerklärlichen Welt konnte mir erklären, dass ich am Leben war: zu dem einzigen Zweck, gegebenenfalls zu sterben.mehr...

Lyrik

Fern der GrenzeUnerwünschte Menschen

Unerwünschte Menschen, aus unerwünschten Ländern, mit unerwünschten Sitten und unerwünschtem Glauben. Haben unerwünschte Augen, haben unerwünschte Ohren, haben unerwünschte Zungen, haben unerwünschte Angst.mehr...

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Kaputte KlängeAufgeplustert

Steffen 962 (CC0  )
Schon unheimlich, direkt gespenstig, im allgemeinen bin ich nicht ängstlich, aber der Nebel und die schwarzen Kutten, die Masken und die kaputten Klänge von seltsamen Instrumenten, der [...]mehr...

Bestandsaufnahme des GartenvereinsOde an einen Apfelbaum

Alter Apfelbaum.

Lyrik

Ich wage nicht, Hand zu legen, und Säge an den alten Apfelbaum, in meinem Garten. Krumm überschaut er Gelände und Jahre. Ein stummer Wächter, ein weiser Dummer; ein Alterchen eben, wer weiss, was in ihm vorgeht, während er steht und steht und steht.mehr...

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