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Lyrik | Untergrund-Blättle

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Aktuelle Dossiers:

Coronavirus: Der Ausbruch einer Pandemie

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Psychiatrie: Hamsterrad und Medikation

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EZLN: Der zapatistische Aufstand

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Speiseschrank voller MarmeladeCorona-Sonett. II

National Institutes of Health (NIH) (PS)
Das Ende naht. Ein Virus wird uns töten. Von Anfang an, seit es uns gibt, war klar: Die Erde ist, wärn wir nicht, wunderbar. Wir schänden sie, wir treten und wir tröten, dass wir gottgleich die nützlichsten Geschöpfe, der Welt, dem Welten-Raum, gegeben sind.mehr...

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Speiseschrank voller MarmeladeCorona-Sonett. I

Dinock90
Der Opa spinnt. Die Oma ist malade. Sie freun sich trotzdem über den Besuch des Sohns. Noch nicht gewebt das Leichentuch. Der Speiseschrank steckt voller Marmelade in Gläsern neben Gläsern [...]mehr...

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Der Amazonas der UnwichtigkeitOde an die Spree

Mich zieht es gelegentlich an die Spree. Die Spree ist kein Fluss, nur ein langes Wasseraus der Lausitz nach Berlin. Was ein Fluss ist, das heisst Donau oder Rhein, auch die Moldau geht, den Nil habe ich noch nicht gesehen. Ich steh also an der Spree.mehr...

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Neu aufgelegt etwa um 2000, nicht vollendet 2020Hessisches Volkslied. Entstanden etwa 1945

Wilhelm von Zuccalmaglio
Wie, fragte sich das reine Würmchen, entkomme ich dem Matsch und Mist, von denen du umgeben bist -, und draussen wartet noch ein Stürmchen! Es duzte sich, als wär es zwei. Das eine findet [...]mehr...

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So RattenDie Begegnung. Marbachweg/Ecke Eschersheimer

Vor den Reifen des Autos, das vor der Ampel wartete, lief eine Ratte gemächlich über die Strasse. Kannte sie keine Furcht? Wusste sie, dass sie sicher war, weil ein städtischer Mensch vor unverhohlener Natur zurückschreckt?mehr...

Der VergleichLang, länger, am längsten

Stadtmuseum Simeonstift (Diskussion)

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Zwei Hasen, die sich gegenüber sassen, starrten sich lange an. Bis der eine sagte: „Du hast aber lange Ohren!“ Der andere legte den Kopf schief, er dachte lange nach, bis er sagte: „Ich glaube, deine Ohren sind länger.“mehr...

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Lied vom RollstuhlNach Weihnachten

Gelbe Fahne, Rollstuhl für den Strand.
Grad beim Aufräumen fand ich die Gebrauchsanweisung für den Rollstuhl Standard „TMB“ und Leichtgewicht „TML“. Wir hatten ihn bestellt für den Vater zu Weihnachten; Nicht als [...]mehr...

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„Kein Schnee, zu warm, Nebelsuppe“Drei Notizen zum Jahresende

FIS Ski Jumping World Cup Ladies Hinzenbach.
Sie rief, beiläufig aus der Tiefe der Wohnung: „Ich geh mal in den Keller!“ Er schreckte hoch im Lesen der untauglichsten Literatur. Grad eben was und murmelte: „Komm wieder.“mehr...

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Wolf im RotpelzDer Weihnachtswolf

Ach wie weihnachtet’s so sehr, es kommt der Wolf im Rotpelz her, knurrt so gemütlich wie er kann: „Ich bin der liebe Weihnachtsmann. Vom Himmel hoch, da komm ich her und schenke euch ein Schiessgewehr.mehr...

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Station HauptfriedhofSon Traum mal eben

„Mal ne Frage“, träumte ich, letzte Nacht, ich stand in einer Bahn-Haltestelle und sah auf drei prächtige Burschen, die sassen die drei Sitzplätze besetzend, herab: „Hättet ihr ein Problem, stünde einer von euch auf für die alte Dame da!“ Die stand, übern Rollator gebeugt, ihre Beine zitterten trotz aller Unterstützung des Staates.mehr...

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Nach dem UntergangKnappe Nachricht von den Deutschen

Die Gartenlaube.
Was haben die Deutschen erfunden? Das Auto und die Kriege, die nach dem Untergang als Weltkriege in den Büchern der Überlebenden und sonstigen Aliens Eingetragen sind.mehr...

Politiker lügen nichtKlarstellung

Gated Community.

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Politiker lügen nicht. Manager verdienen nicht zu viel Geld. Arbeiter gibt es nicht, weil die Klassen lose sind. Der Mörder ist immer der Emigrant, weil er früher schon Gärtner war n der Wüste.mehr...

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Perlenmeer im HerbstDen Piraten zuliebe

Perlen gestohlen, Piraten tanzen an Bord, trotz Möwenärgers, Loris und Perlen, schöner Schatz der Piraten vom Holden träumend. Lori und Perllein, beide verkauft an Fergen im alten Hafen.mehr...

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Die Unendlichkeit des AllsAls Kind weinte ich

Als Kind weinte ich, wenn ich mir den Tod oder die Unendlichkeit des Alls vorstellte. Das eine war das andere, ungefähr, niemand erklärte mir den Unterschied zwischen Sekunde und tausenden Kilometern weit weg; niemand auf dieser unerklärlichen Welt konnte mir erklären, dass ich am Leben war: zu dem einzigen Zweck, gegebenenfalls zu sterben.mehr...

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Fern der GrenzeUnerwünschte Menschen

Unerwünschte Menschen, aus unerwünschten Ländern, mit unerwünschten Sitten und unerwünschtem Glauben. Haben unerwünschte Augen, haben unerwünschte Ohren, haben unerwünschte Zungen, haben unerwünschte Angst.mehr...

Kaputte KlängeAufgeplustert

Steffen 962 (CC0  )

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Schon unheimlich, direkt gespenstig, im allgemeinen bin ich nicht ängstlich, aber der Nebel und die schwarzen Kutten, die Masken und die kaputten Klänge von seltsamen Instrumenten, der zitternde Taktstock des Dirigenten, all das und das dazu zuckend tanzende Volk war beeindruckend.mehr...

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Bestandsaufnahme des GartenvereinsOde an einen Apfelbaum

Alter Apfelbaum.
Ich wage nicht, Hand zu legen, und Säge an den alten Apfelbaum, in meinem Garten. Krumm überschaut er Gelände und Jahre. Ein stummer Wächter, ein weiser Dummer; ein Alterchen eben, wer [...]mehr...

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PortugalErinnerung an eine Wanderung im März

Sagen wir jetzt mal Portugal. Sagen wir Eukalyptusbäume, geforstet auf Terrassen, Treppen in den Hängen für den Schritt von Riesen, und grad liefen wir durch einen Wald, dem die Eukalpyten (lässt sich so sagen?) aus dem Boden gerissen wurden.mehr...

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Ausverkauf der goldenen HasenUnterwegs nach Ostern

Bürkliplatz in Zürich.
Schneewärts leuchten die Glocken den Weg, gelbe Botschaft vom kommenden Morgen, wo grad erst die Glöckchen sich über den Rauhreif erheben. Zaghaft noch, gebeumelt von Winden des frühen [...]mehr...

Verlauf einer EheMesser am Abend

Küchenmesser.

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Jedes Mal, wenn ich die Schublade aufziehe, bin ich von der Menge der Messer überrascht, die sich im Verlauf unserer Ehe angesammelt haben.mehr...

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Wie das Christkind 2018 nach D-Land kamWHY oh WHY ?

S’ist Weisse Whynacht und es schneit. Seid Ihr für mein’n Empfang bereit?’ Es klingelt sanft, es klingelt sturm, es friert sich ab, das arme Wurm.mehr...

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Von der Mieter-Partei gesungenBallade von der Hausbesichtigung

Amica 2467
Freundlich war er, der Vermieter, jahrelang, doch jetzt zieht er andre Saiten auf: Was wir bewohnen, steht zum Kauf für drei Millionen. Also schleichen um das Haus gegelte (und vom Makler [...]mehr...

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Jede Burg überm Fluss ein MittelfingerSeptemberwanderung. Überm Rhein

Gelb das Gras, die Pflaumen trocknen an den Zweigen. Die Birnen, gelb und morsch im Gras. Die welken Blätter an den Ästen: Auf den Wegen überm Rhein geht der lasche Wind, um die Hochsitze der Jäger.mehr...

Das Blut aus dem letzten Jahrhundert106:63

Ecke Kurfürstenstrasse in Berlin.

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Mich regt nichts auf. Die Schönheit nicht der Frauen, Berlin nicht, mag es schrillen, Brüllen, Vorsichhinchillen.mehr...

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Im WarteraumBeim Gynäkologen

Eine Frau. Schwarz in schwarz, vermutlich auch die Augen schwarz. Hinter dem Schlitz im Gewand auf Augenhöhe. Die Haare schwarz, vermutlich. Oder grau. Wer weiss. Der Mann, die Augen schwarz, die Haare schwarz, schwarz seine Aufmerksamkeit und scharf. Sichtbar. Ein Mann, der wacht.mehr...

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Salisbury, EnglandSkripals Haustiere und meine Oma

Die Medien kommen auf den Hund. Einst hiess es, es werde mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben.mehr...

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Unendliche BaugeschichtenKindermund zur deutschen Bau- und Planungs-Kultur *

Behelfsüberbau in Leipzig Ost.
Zwei Hundert-Euro-Scheine bilden eine Brücke, durch die andere Hundert-Euro-Scheine (es können auch 500-Euro-Scheine verwendet werden) gehen. Ist der tausendste Schein angekommen, wird er von [...]mehr...

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13Kai Orchideeäfach!

Stadelhofer Bahnhof voräm Coop: I stoh do, sött Mischlä, ha kas dihai, wött Tschillä! Wenn d’ Bullä mi wönnd gseh i därä Not, nimm i d’ Rollträppä in Undorgrund, will diä nätti Polizai chunnt all halb Stund; abär wo Faschos dä Elmar mitärä Fläschä verschlönd, sitzäds ir Urania und hälfäd äm nöd! S’ Mischlä isch schomoll für nüt gsi. A mir laufed lutor Lüt verbi. «Tschuldigung, hettäd Sie mir eventuell öppis Münz?»mehr...

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Ein Jamaika-Lied *Auf dem Balkon

Sven Mandel
Was sind das für Bilder? He, seht ihr das nicht? Die stehen auf dem Balkon und sie winken. He, Leute, riecht ihr nicht, wie die nach Macht und Posten stinken? Was sind das für Bilder? Ich [...]mehr...

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Blaulicht zuckt aufVerkehrslage

Der Mann auf dem Fahrrad zetert, als er dem Mann im Auto die Vorfahrt nimmt. Knapp entkommt er.mehr...

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Ein grossartiger TagÜbliche Tage im Weissen Haus

Am Morgen sagt der Boss: Es wird ein grossartiger Tag im Weissen Haus. Am Mittag sagt der Boss: Es ist ein grossartiger Tag im Weissen Haus.mehr...

Über der Stadt schweben die Flugzeuge einKlare Sachen

Bild:Unknown

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Die Krähe hackt die Meise tot. Das Licht des Abends ist klar.mehr...

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Marschmusik-TyrannenLücken auf Krücken

Abgestanden in Gehirnmassen getöteter Orgasmen der Frauen aufgeblasene Schwänze ALLER Marschmusik-Tyrannen. Hysterien durchdrungen vom Gelächter brachte das Orakel erstmals jenes blaue Schweigen ins Rollen.mehr...

Unter dem VenushügelNichts für Weicheier

Strongilocentrotus

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Unter dem Venushügel, jenes Genie des Geschmacks, malt Blumen aus Zuckerwatte und leckt sie obendrein ab. Ein pralles Beet aus Rosafarben und Knospen der feuchten Nacht.mehr...

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Hinterm Vorhang der PupillenArchäologischer Eigenbefund

Ich habe da einen Zahn gesehn, in meinem Mund, in unterer Reihe hinten links. Der Arzt hielt mir den Spiegel vor und sprach: „Bilder erklären mehr als Wörter.“ (Besucht er gradNen Abendkurs in Philo- oder Astrologie?) Orangenrehbraun (Farben gibt’s, Johann,Da wärste nicht drauf gekommen!) Er war Der ältesten einer in meinem SteinbruchKopf. Ihn anzuschauen, war nicht richtig schön.mehr...

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Die Themen des TagesAus dem Versatz

Inkscape Developers
Als Student, das Proseminar vom Herrn Professor, höchstdaselbst in diesem Jahr, wann kommt das wieder, so ein Gedicht vom Jägerlein das jagt, sei nichts als ein Versatz, gefragt als neu, ganz [...]mehr...

Die Spiegelwände erbauter KartenhäuserWeckruf

Fotografie aus der Serie „Der kranke Nietzsche“ von Hans Olde.

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Neulich jagte mir Nietzsche, Kugeln durchs Gehirn, und brach mir das Genick, denn nichts deutete mehr auf einen Traum, so sehr dürstete es mich nach dem Sinn, sogar jedes von mir gemalte Bild erwies sich als ein Hirngespinst, also sprach Nietzsche: „Gott ist tot“, und rüttelte fortwährend an allen Spiegelwänden erbauter Kartenhäuser.mehr...

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