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Untergrund-Blättle

Lyrik | Untergrund-Blättle

Aktuelle Dossiers:

Steueroasen: Das globale Schattensystem

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Gentrifizierung: Wer verdrängt wen warum?

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Mythos ’68: Die Rebellion von damals

Lyrik

Die Unendlichkeit des AllsAls Kind weinte ich

Catatine

Als Kind weinte ich, wenn ich mir den Tod oder die Unendlichkeit des Alls vorstellte. Das eine war das andere, ungefähr, niemand erklärte mir den Unterschied zwischen Sekunde und tausenden Kilometern weit weg; niemand auf dieser unerklärlichen Welt konnte mir erklären, dass ich am Leben war: zu dem einzigen Zweck, gegebenenfalls zu sterben.mehr...

Lyrik

Fern der GrenzeUnerwünschte Menschen

Das Rettungsschiff Sea Watch im Einsatz auf dem Mittelmeer, Juli 2015.

Unerwünschte Menschen, aus unerwünschten Ländern, mit unerwünschten Sitten und unerwünschtem Glauben. Haben unerwünschte Augen, haben unerwünschte Ohren, haben unerwünschte Zungen, haben [...]mehr...

Lyrik

Kaputte KlängeAufgeplustert

Schon unheimlich, direkt gespenstig, im allgemeinen bin ich nicht ängstlich, aber der Nebel und die schwarzen Kutten, die Masken und die kaputten Klänge von seltsamen Instrumenten, der zitternde Taktstock des Dirigenten, all das und das dazu zuckend tanzende Volk war beeindruckend.mehr...

Lyrik

Bestandsaufnahme des GartenvereinsOde an einen Apfelbaum

Alter Apfelbaum.

Ich wage nicht, Hand zu legen, und Säge an den alten Apfelbaum, in meinem Garten. Krumm überschaut er Gelände und Jahre. Ein stummer Wächter, ein weiser Dummer; ein Alterchen eben, wer weiss, was in [...]mehr...

Lyrik

PortugalErinnerung an eine Wanderung im März

Sagen wir jetzt mal Portugal. Sagen wir Eukalyptusbäume, geforstet auf Terrassen, Treppen in den Hängen für den Schritt von Riesen, und grad liefen wir durch einen Wald, dem die Eukalpyten (lässt sich so sagen?) aus dem Boden gerissen wurden.mehr...

Ausverkauf der goldenen HasenUnterwegs nach Ostern

Bürkliplatz in Zürich.

Lyrik

Schneewärts leuchten die Glocken den Weg, gelbe Botschaft vom kommenden Morgen, wo grad erst die Glöckchen sich über den Rauhreif erheben.mehr...

Lyrik

Verlauf einer EheMesser am Abend

Küchenmesser.

Jedes Mal, wenn ich die Schublade aufziehe, bin ich von der Menge der Messer überrascht, die sich im Verlauf unserer Ehe angesammelt haben. Nicht nur die Menge überrascht mich, mich [...]mehr...

Lyrik

Wie das Christkind 2018 nach D-Land kamWHY oh WHY ?

S’ist Weisse Whynacht und es schneit. Seid Ihr für mein’n Empfang bereit?’ Es klingelt sanft, es klingelt sturm, es friert sich ab, das arme Wurm. Da, endlich rührt sich was im Haus, es [...]mehr...

Lyrik

Von der Mieter-Partei gesungenBallade von der Hausbesichtigung

Freundlich war er, der Vermieter, jahrelang, doch jetzt zieht er andre Saiten auf: Was wir bewohnen, steht zum Kauf für drei Millionen. Also schleichen um das Haus gegelte (und vom Makler ausgewählte?) pomadige Drecksgestalten, die vor Gier kaum Börse halten.mehr...

Lyrik

Jede Burg überm Fluss ein MittelfingerSeptemberwanderung. Überm Rhein

Gelb das Gras, die Pflaumen trocknen an den Zweigen. Die Birnen, gelb und morsch im Gras. Die welken Blätter an den Ästen: Auf den Wegen überm Rhein geht der lasche Wind, um die Hochsitze der Jäger.mehr...

Lyrik

Das Blut aus dem letzten Jahrhundert106:63

Ecke Kurfürstenstrasse in Berlin.

Mich regt nichts auf. Die Schönheit nicht der Frauen, Berlin nicht, mag es schrillen, Brüllen, Vorsichhinchillen. Mein Blut, mein Herz, ein Schlagen nach innen, eine Wand, jenseits das Blut aus dem [...]mehr...

Im WarteraumBeim Gynäkologen

Horst J.

Lyrik

Eine Frau. Schwarz in schwarz, vermutlich auch die Augen schwarz. Hinter dem Schlitz im Gewand auf Augenhöhe. Die Haare schwarz, vermutlich. Oder grau. Wer weiss. Der Mann, die Augen schwarz, die Haare schwarz, schwarz seine Aufmerksamkeit und scharf. Sichtbar. Ein Mann, der wacht.mehr...

Lyrik

Salisbury, EnglandSkripals Haustiere und meine Oma

Die Medien kommen auf den Hund. Einst hiess es, es werde mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben.mehr...

Lyrik

Unendliche BaugeschichtenKindermund zur deutschen Bau- und Planungs-Kultur *

Zwei Hundert-Euro-Scheine bilden eine Brücke, durch die andere Hundert-Euro-Scheine (es können auch 500-Euro-Scheine verwendet werden) gehen.mehr...

Lyrik

13Kai Orchideeäfach!

Stadelhofer Bahnhof voräm Coop: I stoh do, sött Mischlä, ha kas dihai, wött Tschillä! Wenn d’ Bullä mi wönnd gseh i därä Not, nimm i d’ Rollträppä in Undorgrund, will diä nätti Polizai chunnt all halb Stund; abär wo Faschos dä Elmar mitärä Fläschä verschlönd, sitzäds ir Urania und hälfäd äm nöd! S’ Mischlä isch schomoll für nüt gsi. A mir laufed lutor Lüt verbi. «Tschuldigung, hettäd Sie mir eventuell öppis Münz?»mehr...

Ein Jamaika-Lied *Auf dem Balkon

Sven Mandel

Lyrik

Was sind das für Bilder? He, seht ihr das nicht?mehr...

Lyrik

Blaulicht zuckt aufVerkehrslage

Shuets Udono

Der Mann auf dem Fahrrad zetert, als er dem Mann im Auto die Vorfahrt nimmt. Knapp entkommt er. Der Mann im Auto wütet, als die Frau im weissen SUV vor ihm nicht schnell genug bei grün über [...]mehr...

Lyrik

Ein grossartiger TagÜbliche Tage im Weissen Haus

Am Morgen sagt der Boss: Es wird ein grossartiger Tag im Weissen Haus. Am Mittag sagt der Boss: Es ist ein grossartiger Tag im Weissen Haus.mehr...

Lyrik

Über der Stadt schweben die Flugzeuge einKlare Sachen

Bild:Unknown

Die Krähe hackt die Meise tot. Das Licht des Abends ist klar. Die dunklen Tannen stehen stumm, und die Pappeln wie die Damen, mit Perücken aus einem Weit nach hinten gerückten Jahrhundert. [...]mehr...

Marschmusik-TyrannenLücken auf Krücken

Arne List

Lyrik

Abgestanden in Gehirnmassen getöteter Orgasmen der Frauen aufgeblasene Schwänze ALLER Marschmusik-Tyrannen. Hysterien durchdrungen vom Gelächter brachte das Orakel erstmals jenes blaue Schweigen ins Rollen.mehr...

Lyrik

Unter dem VenushügelNichts für Weicheier

Unter dem Venushügel, jenes Genie des Geschmacks, malt Blumen aus Zuckerwatte und leckt sie obendrein ab. Ein pralles Beet aus Rosafarben und Knospen der feuchten Nacht.mehr...

Lyrik

Hinterm Vorhang der PupillenArchäologischer Eigenbefund

Politikaner

Ich habe da einen Zahn gesehn, in meinem Mund, in unterer Reihe hinten links. Der Arzt hielt mir den Spiegel vor und sprach: „Bilder erklären mehr als Wörter.“ (Besucht er gradNen [...]mehr...

Lyrik

Die Themen des TagesAus dem Versatz

Als Student, das Proseminar vom Herrn Professor, höchstdaselbst in diesem Jahr, wann kommt das wieder, so ein Gedicht vom Jägerlein das jagt, sei nichts als ein Versatz, gefragt als neu, ganz ohne Scheu, in den Blättern, als Meldungen, für die Themen des Tages.mehr...

Die Spiegelwände erbauter KartenhäuserWeckruf

Fotografie aus der Serie „Der kranke Nietzsche“ von Hans Olde.

Lyrik

Neulich jagte mir Nietzsche, Kugeln durchs Gehirn, und brach mir das Genick, denn nichts deutete mehr auf einen Traum, so sehr dürstete es mich nach dem Sinn, sogar jedes von mir gemalte Bild erwies sich als ein Hirngespinst, also sprach Nietzsche: „Gott ist tot“, und rüttelte fortwährend an allen Spiegelwänden erbauter Kartenhäuser.mehr...

Lyrik

HeeresleitungWunderzauber

Herr und Knecht, kommen gut zurecht, wo nichts zu sagen, lässt sich’s wagen, frisch und munter, ohne Zunder, wahre Wunder.mehr...

Lyrik

Oben ohne, mit der MittagsdrohnePopulist

Kickerikih, auf dem Mist, wie das so ist, als popo populist, bleibst am Ball, gehisst, auf jeden Fall, ganz oben ohne, mit der Mittagsdrohne.mehr...

Lyrik

Die Urhymne der ZivilisationKultbrei

Heino in München.

Zappe mich durch den TV-Dschungel und lande bei Heino, der mittlerweile in nem ledernen Outfit eines Rockeropas steckt und seine Augen noch immer mit einer schwarzen Sonnenbrille abdeckt. „Was sollen [...]mehr...

Lyrik

Tod im BettBumipol und sein Sohn

Starb einst der König Bumipol, in hohem Alter und geehrt. Er starb nicht in dem Swimmingpool, der ihm und seiner Frau gehört. (Wie komme ich auf Swimmingpool?mehr...

Lyrik

Wiedergeburt der TodesspiraleMAMA

Łukasz P.

In der Wiedergeburt der Todesspirale das verlorene Gesicht in aufgelöster Farbe unter einer dicken hellblauen Decke, auf der weisse kreisende Vögel abgebildet waren; kurzes braunes Haar wild [...]mehr...

Lyrik

Vakuumverpackungen im EinkaufswagenTic Tac Toe

Du knallst deine Gedanken ab und erwartest den Tod steigst ins Auto und wunderst dich, dass du dich nicht auf dem Highway befindest und durch Arizona fährst; stampfst in so nen Billigladen und schaufelst im grossen Stil Vakuumverpackungen in deinen Einkaufswagen, die hauptsächlich aus Abfällen, Konservierungsstoffen und Medikamenten bestehen.mehr...

Lyrik

IdealbildSchönheitshaiku

Im Naturlook pur, vollschambehaart, wieder inn, bei der schönheitskür.mehr...

VolksversDie Drohne

Cpl Steve Bain ABIPPMOD

Lyrik

Flieg, Drohne, flieg, der Papa ist im Krieg. Die Mutter ist im Niemandsland, und Niemandsland wird abgebrannt, flieg, Drohne, flieg.mehr...

Lyrik

Donner und BlitzAuftrieb

Hinauf zum Verschnauf, oben bleiben, mit den Wolken treiben, zwischen Donner und Blitz. Nachbarn schon da, Enkelin und Opapa, Sekt serviert, gefällt, hält, die Anderswelt.mehr...

Strassenbahnlinie 10Gegenüber

Kurt Rasmussen

Lyrik

Die langen Bänke, in der Strassenbahn, auf der rechts sitzen sie, auf der links sitzen sie, sie sitzen sich gegenüber, einer der fragtwo er aussteigen, zum umsteigen, da und dahin, gleich sagt der eine was, sagt die andere was, der wagen kommt ins schaukeln, alle sagen was.mehr...

Lyrik

Der Zauber des WeltuntergangsDotcom

Spiele Packman und muss aufpassen, nicht von den Geistern gefressen zu werden spüre wie Sonnenstrahlen dabei meine Haut erwärmen, mit angewinkelten Fingerknöcheln auf den schwarzen Pfeiltasten, während ne Ameise ungerührt über den hölzernen Couchtisch krabbelt.mehr...

Lyrik

Von Ithaka nach BerlinTroja. Nachkriegsbericht.

Odysseus sinnend, mit den Waffen Achills (Schild, Helm und Panzer).

Von Berlin nach Ithaka ist kurz der Weg. Ich liess mich fürn Appel und n Ei anheuern. Ich sah, wie Iphigenie ausfloss: Neben mir, wie mir, gefiel es nicht. Aber ich dachte: Gott, die Götter, [...]mehr...

AbfahrtHeissgebremste Mountainbikes an Pfingsten

James Combe

Lyrik

Die Naben rauchend, den Berg hinunter absteigen, nun wieder auf den Rädern, wird’s schwierig mit dem Schalten, ist nicht mehr zu halten, abspringen, keuchend, einander helfen, aus all dem Plunder, aus den Höschen, bei der frohen Kunde von den Zungendem Wunder.mehr...

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