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Rezension zum Film von Rainer Werner Fassbinder Lola

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«Lola» ist Fassbinders dritter Film der BRD-Trilogie und kommt farbenfroh, fröhlich und gut gespielt daher. Manchmal aber verliert er sich in sich selbst und vernachlässigt dadurch die Story.

Armin MüllerStahl spielt im FassbinderStreifen den anfänglich unbestechlichen Baudezernenten Herrn von Bohm.
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Bild: Armin Müller-Stahl spielt im Fassbinder-Streifen den anfänglich unbestechlichen Baudezernenten Herrn von Bohm. / Siebbi (CC BY 3.0 unported - cropped)

18. September 2017

18. Sep. 2017

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Im Jahre 1957 tritt der unbestechliche Herr von Bohm (Armin Mueller-Stahl) seine Stelle als Baudezernent im Rathaus von Coburg an, sehr zum Missfallen des Bürgermeisters (Hark Bohm) oder des Baulöwen Schuckert (Mario Adorf), die ihre Mauscheleien in Gefahr sehen. Von Bohm aber strebt vorerst eine Kooperation an, bis die unerwartete Liebe zur Prostituierten Lola (Barbara Sukowa) – persönlicher Besitz von Schuckert – ihn allerdings korrumpiert und er alles daran setzt, Schuckert blosszustellen und zu ruinieren.

Anders als in «Die Ehe der Maria Braun» setzt Rainer Werner Fassbinder in Lola auf bunte, lebendige Bilder. Von der tristen Ruinenlandschaft, die in ersterem allgegenwärtig war, gibt es in diesem Film keine Spur. Dennoch gehören beide zusammen: Nicht nur die Zeit, in der Lola angesiedelt ist, versetzt den Film in ein Universum mit «Die Ehe der Maria Braun». Auch ein Auftritt Günther Kaufmanns, der erneut einen GI mimt, festigt die Verbindung.

Frühe Enden und viel Spielfreude

Tatsächlich sind beide Filme, wie auch der 1982 erschienene «Die Sehnsucht der Veronika Voss», Teil derselben Reihe, in welcher sich Fassbinder der Nachkriegszeit im Allgemeinen und Frauenschicksalen im Besonderen widmet. Obwohl ein Jahr nach Lola erschienen, markiert «Die Sehnsucht der Veronika Voss» den zweiten Teil der Trilogie – die darüberhinaus auch nicht nur aus drei Filmen bestehen sollte, mit Fassbinders Tod 1982 allerdings ein Ende fand.

Zur Lebendigkeit von Lola tragen neben den Bildern vor allem die Schauspieler bei. Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf, Helga Feddersen, das sind alles mehr oder weniger feste Institutionen des deutschen Films. Dem gesamten Cast aber ist die Spielfreude gemein, die in jeder Szene zu spüren ist. So wirkt manche Sequenz auch eher wie das Ausspielen einer Situation um des Spielens willen, weniger als notwendiger Bestandteil des Films. Während die Geschichte an Der blaue Engel (1930) mit Emil Jannings und Marlene Dietrich erinnert, so ist in diesem Aspekt eine Reminiszenz an «Das Narrenschiff» kaum zu vermeiden.

JLM
film-rezensionen.de

Lola

Deutschland 1981 - 113 min.

Regie: Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich
Darsteller: Barbara Sukowa, Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf
Produktion: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich
Musik: Peer Raben
Kamera: Xaver Schwarzenberger
Schnitt: Juliane Lorenz

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 4.0) Lizenz.

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