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Rezension zum Film von Rainer Werner Fassbinder Die Ehe der Maria Braun

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«Die Ehe der Maria Braun» kommentiert weniger als dass sie die Nachkriegszeit zeigt und verarbeitet. Ein etwas sperriger, aber sinniger Auftakt zu Fassbinders BRD-Trilogie.

Die FassbinderMuse Hanna Schygulla in Venedig, 1982.
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Bild: Die Fassbinder-Muse Hanna Schygulla in Venedig, 1982. / Gorupdebesanez (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

27. September 2017

27. 09. 2017

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Als Maria (Hanna Schygulla) und Hermann Braun (Klaus Löwitsch) sich im Jahre 1943 auf dem Standesamt das Ja-Wort geben, wird selbiges Opfer eines Luftangriffs der Alliierten. Infolgedessen wird die Ehe durch die Unterschrift des Beamten in einem Trümmerhaufen als gültig anerkannt. Bereits am nächsten Tag jedoch wird Braun an die Front geschickt und überlässt die frischgebackene Gattin notgedrungen sich selbst. Als einige Zeit später Willy (Gottfried John) aus dem Krieg zurückkehrt und von Hermanns Tod berichtet, lässt Maria – mittlerweile Animierdame der GIs – sich auf eine Affäre mit dem Amerikaner Bill (George Byrd) ein.

Just als die beiden wieder einmal im Schlafzimmer zugange sind, werden sie vom überraschend heimkehrenden Hermann ertappt. Im Eifer des Gefechts erschlägt Maria Bill, dem Gefängnis entgeht sie allerdings, als Hermann die Tat vor Gericht auf sich nimmt. Nun wieder Quasi-Witwe, investiert Maria Zeit in ihren beruflichen Werdegang und steigt alsbald in der Gunst des wohlhabenden und kranken Karl Oswald (Ivan Desny) auf.

Während die zugrundeliegende Story durchaus interessant ist, wartet «Die Ehe der Maria Braun» eigentlich nur mit zwei Szenen auf, die so richtig lange im Gedächtnis bleiben werden: Zum einen die sehr pfiffige Antwort der Maria auf die Frage eines Amerikaners im Zug (Günther Kaufmann), wo sie denn so gut Englisch gelernt hätte; zum anderen die letzten zehn Minuten, insbesondere das bedeutungsschwangere Ende: Operation Weltmeisterschaft gelungen, Patientin tot. Wir sind wieder wer als Nation, während die einzelnen Existenzen gescheitert sind.

Der restliche Film hingegen zieht sich hier und da ein wenig, auch wenn das langsame Pacing sicher im Sinne des Erfinders war und nicht etwa auf Inkompetenz zurückzuführen ist. Punkten kann «Die Ehe der Maria Braun» allerdings mit dem energischen Schauspiel der Schygulla sowie den beinahe dokumentarisch angehauchten Trümmerbildern von Michael Ballhaus.

JLM
film-rezensionen.de

Die Ehe der Maria Braun

Deutschland

1979

-

115 min.



Regie: Rainer Werner Fassbinder

Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich

Darsteller: Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny

Produktion: Albatros / WDR

Musik: Peer Raben

Kamera: Michael Ballhaus

Schnitt: Rainer Werner Fassbinder (als Franz Walsch), Juliane Lorenz

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 4.0) Lizenz.

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