Mitschnitt des Vortrags vom 14.07.2026 in der Meuterei in Leipzig.
Ökonomische Polykrisen erschüttern in immer kürzeren Abständen die globale Ökonomie. Der Zusammenbruch von Ökosystemen und die Klimakrise werden inzwischen nahezu als unvermeidbare Konstante akzeptiert und fungieren als Grundrauschen dieser Polykrise. Dieses Grundrauschen wird durch geopolitische Konflikte, Kriege, Protektionismus und Unsicherheiten bei globalen Lieferketten ergänzt und hat erhebliche Auswirkungen auf ökonomische Entwicklungen und Akteur*innen. Die Kosten für die Bereitstellung von Produkten steigen, während die Nachfrage teilweise sinkt. Diese Entwicklung trifft bisher vor allem klassische Industriebetriebe, werden von dort aber wie Schockwellen weitergegeben.
Diese Entwicklungen bleiben auch für politische Systeme in Europa nicht folgenlos. Spätestens seit der Covid-Pandemie sind die politischen Funktionseliten dazu übergegangen Krisen dauerhaft zu verwalten anstatt gesellschaftliche Transformation zu gestalten. Dabei werden drei Mantras beschworen: Bürokratieabbau, Innovationsfähigkeit und Technologieoffenheit.
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (kurz: AI/KI) gilt als Heilsbringer. Dabei wird der Begriff zusehends zu einer Projektionsfläche. Riesige Erwartungen und mindestens genauso viel Geld werden in die Bereitstellung von neuen Modellen und die dafür notwendigen Ressourcen gesteckt. Dass der Einsatz von KI gesellschaftliche Strukturen maßgeblich verändern wird, scheint unbestritten. Darüber scheinen sich die Mächte des alten Europas, der Papst, vermutlich einige französische Radikale und sicherlich deutsche Polizist*innen einig zu sein.
Der Vortrag führt zunächst zentrale Grundbegriffe aus den Bereichen Datenwertschöpfung, Analytics und KI ein und vermittelt ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise und Anwendungsfelder von KI-Systemen. Anschließend sollen anhand einiger Fallbeispiele die Kapitalströme rund um KI-Unternehmen und die zugrundeliegenden Erwartungen analysiert werden, um die Frage zu klären, welcher ökonomische Mehrwert durch KI-Technologien erreicht werden soll. Abschließend soll diskutiert werden, welche gesellschaftlichen Verwerfungen sich rund um das Themenfeld KI auftun und welche Kämpfe es zu führen gilt.
Zum Referenten: Manuel hat Volkswirtschaftslehre, Informatik und Sozialwissenschaften studiert und lebt in Nürnberg. Er arbeitet als Softwarearchitekt und Projektleiter bei einer IT-Beratung und entwickelt dort Dateninfrastrukturen und -plattformen. Er beschäftigt sich mit der Frage, welche Ansätze und Technologien aus der Informatik für sozial-ökologische Transformation und postkapitalistisches Wirtschaften geeignet sind.
Der Vortrag fand statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Künstliche Intelligenz", ausgerichtet von der Leipziger Gruppe alea. Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe:
https://www.alea-le.org/uncategorized/veranstaltungsreihe-kunstliche-intelligenz/
#alea - Surplus ex machina. KI und die Krise des Akkumulationsregimes
Mitschnitt des Vortrags vom 14.07.2026 in der Meuterei in Leipzig. Ökonomische Polykrisen erschüttern in immer kürzeren Abständen die globale Ökonomie.
Autor: Lukas
Radio: corax Datum: 12.08.2026
Länge: 01:08:55 min. Bitrate: 320 kbit/s
Auflösung: Stereo (44100 kHz)


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