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Flucht in den Mythos. Über den Zusammenhang von Krise und „Rechtsruck“

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Flucht in den Mythos. Über den Zusammenhang von Krise und „Rechtsruck“

Die „bürgerliche Mitte“ wie auch die Linke stehen dem anhaltenden Erstarken der populistischen und extremen Rechten ohnmächtig gegenüber.

Gerade in linken Debatten ist die Tendenz zu beobachten, den Rechtspopulismus als zwar fehlgeleiteten, aber im Grunde verständlichen Protest gegen Neoliberalismus und Postdemokratie zu verharmlosen – weshalb auch die Forderung nach einem linken Populismus als Gegenmittel immer mehr Zuspruch erfährt. Solche linken Erklärungsversuche erkennen zwar richtig, dass es einen Zusammenhang zwischen Krise und „Rechtsruck“ gibt, es fehlt allerdings an einem Verständnis für das negative Wesen der Krise und für die irrationale und destruktive Eigendynamik des bürgerlichen Krisenbewusstseins, das in den neuen rechten Mythen zum Ausdruck kommt.

Leo Röpert gibt während des Gesprächs zunächst einen Überblick über die aktuellen theoretischen Debatten um den „Rechtspopulismus“. Anschließend wird gezeigt, wie der Rassismus, die identitären Geschlechtervorstellungen und die Untergangs- und Verschwörungsmythen der populistischen und extremen Rechten eine Deutung der Krise liefern, die eine Einsicht in ihre ökonomischen Ursachen umgeht und es ermöglicht, die Identifikation mit dem Bestehenden aufrechtzuerhalten.
So erscheint die Krise als Verschwörung dunkler Mächte, als Verfall von Identität und Gemeinschaft und als Überwältigung durch Fremde. Damit ist auch eine autoritär-destruktive Handlungsoption vorgegeben: Beseitigung der Feinde, Sturz der „dekadenten“ Verhältnisse und die Wiederherstellung von „ewigen“ Werten und Ordnungsprinzipien.

Creative Commons Lizenz

Autor: cx

Radio: corax Datum: 12.05.2026

Länge: 40:10  min. Bitrate: 128 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)

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