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Vom Beginn zum ersten Hype: „Anarchismus“ als Buch und Diskurs 1884–1894 (Ein Vortrag von Anna Regener auf der myzelium 2026)

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Vom Beginn zum ersten Hype: „Anarchismus“ als Buch und Diskurs 1884–1894 (Ein Vortrag von Anna Regener auf der myzelium 2026)

Die Fallstudie zeichnet die Frühgeschichte der Verwendung und Anwendung des Begriffs „Anarchismus“ nach.

Zwischen 1884 und 1894 lässt sich beobachten, wie der Titelbegriff „Anarchismus“ auf Büchern um die Welt geht und dabei Bedeutungen, Feindbilder und Hoffnungen vermittelt. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne entsteht ein politisch aufgeladener Buchstrom: Der Anarchismus wird zur Chiffre für Bedrohung, Revolte und die Lösung der „sozialen Frage“. Während die einen Anarchismus als Ethik der Freiheit begreifen, sehen ihre Gegner im Anarchismus Chaos,
Gottesverlust und drohenden gesellschaftlichen Zerfall, der nach der Einrichtung von Strafkolonien verlangt. Der Vortrag zeichnet diese Entwicklung nach und zeigt, wie stark das frühe Sprechen über Anarchismus von Vertreibung und Überwachung geprägt ist. Dabei werden Bücher zu einem Ort, an dem sich Kontrolle und Emanzipation gleichzeitig materialisieren. Es entsteht das Bild eines transnationalen und konflikthaften Diskurses, dessen Muster und vielfältige Positionen sich durchaus auf die heutige Zeit übertragen lassen.

Anna Regener hat in Bamberg Historische Geographie studiert und beschäftigt sich mit Erinnerungskultur, Nationenbildung und dem Heimatbegriff.

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Autor:

Radio: corax Datum: 30.04.2026

Länge: 56:04  min. Bitrate: 186 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)

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