Radio Dreyeckland sprach mit der Schriftstellerin Ronya Orthmann und fragte sie zuerst über ihre Eindrücke aus Idlib, wo al-Schar’a (damals noch unter seinem Kampfnamen al-Jolani) noch vor dem Fall des Diktators al-Asad einem islamistischen Kleinstaat vorstand. Außerdem berichtet sie von einem völlig zerstörten Land und Druck auf die Minderheiten, die unter den neuen Herrschern bereits mehrfach Massakern mit mehr als tausend Toten ausgesetzt waren. Außerdem werden am hellichten Tage immer wieder Frauen der alewitischen Minderheit entführt und vergewaltigt. Das alles spielt unter den neuen Machthabern in Syrien keine Rolle und es spielt auch in Deutschland keine Rolle. Dort setzt man auf sogenannte Stabilität und die Abschiebestatistik. Die Minderheiten sollten sich mal nicht so haben, erfuhr Ronya Orthmann in verschiedenen Gesprächen.
Ronya Orthmann wurde 1993 in München geboren. Ihr Vater ist ein jesidischer Kurde. In dem Roman Die Sommer (München, 2019) setzt sich Ronya mit dem syrischen Bürgerkrieg und dem Genocid an den Jesid*innen auseinander. Sie hat auch zahlreiche Gedicht, sowie Essays und journalistische Texte veröffentlicht.
Sollen sich die Minderheiten in Syrien doch mal nicht so haben - Hauptsache man kann abschieben
Letzte Woche war der selbsternannte Präsident Syriens, Ahmed al-Schar’a zu Besuch bei Bundeskanzler Friedrich Merz, dem offensichtlich sehr daran gelegen war, dass möglichst viele Syrer*innen nun wo der Bürgerkrieg zu Ende ist aus Deutschland zurückkehren.
Autor: Jan Keetman
Radio: RDL Datum: 10.04.2026
Länge: 13:30 min. Bitrate: 320 kbit/s
Auflösung: Stereo (44100 kHz)



Diesen Artikel...