Neun Jahre lang wurde die Tatsache von Seiten des Betreibers geleugnet. Der Zufluß hat sich auf insgesamt zwölfeinhalb Kubikmeter pro Tag ausgeweitete. Zudem stellte sich heraus, daß radioaktiver Atommüll skrupellos auch in undichten und korrodierten Fässer eingelagert wurde. Hinzu kamen flüssige Abfälle, Rückstände von Pestiziden, Tierkadaver und giftige Schwermetalle - darunter mehrere Tonnen Blei sowie hochgiftiges Quecksilber und Arsen. Auch das ultragefährliche Plutonium wurde in erheblichen Mengen in Asse II eingelagert. Im Jahr 2008 mußte der seit 2005 amtierende Atom-Minister Sigmar Gabriel eingestehen, daß Asse II die "problematischste Nuklearanlage in ganz Europa" ist. Doch erst 2010 versprach er die Bergung des Atommülls. Und zehn weitere Jahre verstrichen, bis die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am 27. März 2020 ein 146-seitiges Konzept für die Bergung vorlegte. Doch die Bergung des Atommülls wird weiterhin mutwillig verzögert. Nun gab der zuständige staatliche Betreiber BGE bekannt, daß sich "seit ein paar Monaten" der Salzwasserzufluß in Asse II verändert. Die Gefahr, daß das Atommüll-Lager absäuft, wächst.
Atommüll-Lager Asse II | Gefährliche Veränderungen
Im Jahr 1965 wurde das ehemalige Salzbergwerk Asse II als "Versuchs-Endlager" eingerichtet. 2007 wurde bekannt, daß bereits seit 1988 Wasser in die Stollen von Asse II eindringt.
Autor: Klaus Schramm
Radio: RDL Datum: 28.05.2024
Länge: 08:42 min. Bitrate: 170 kbit/s
Auflösung: Stereo (44100 kHz)


Diesen Artikel...