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Politik

No blood for oil!

Vortrag von Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung an der Uni Tübingen am 26.10.01 im Rahmen einer Veranstaltung über die speziellen Kriegsinteressen der USA und der BRD-Regierung.


Mitschnitt, grob geschnitten, ohne Anmoderation, dafür hier einige zentrale Aussagen aus dem Vortrag:

- Die Anschläge auf das WTC und das Pentagon werden von der US-Regierung instrumentalisiert für politische Ziele, die mit diesen Anschlägen wenig zu tun haben.
- Die Definition der Terroranschläge als Kriegserklärung bewirkte, dass darauf auf mit kriegerischen Mitteln reagiert werden musste /konnte
- Konstrukt der staatlichen Unterstützung der Anschläge. Bisherige Indizien reichen für eine Anklage nicht aus
- Anschläge waren die Möglichkeit, um eine schon länger geplante militärische Intervention zum Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan in die Tat umzusetzen. Die Regierung Clinton plante schon im Jahr 1998 eine Invasion mit Boden-Truppen. Bereits im Juli 2001 wurde von einem US-Botschafter einem ehemaligen pakistanischen Aussenminister mitgeteilt, dass im Oktober Militärschläge gegen das afghanische Regime geplant seien.
- Die Kriegsziele des derzeitigen Krieges sind die Ergreifung und/oder Tötung Bin Ladens, eine bisher ungeahnte weitere Militarisierung der US-Aussenpolitik und, vor allem, die Beherrschung und Kontrolle Afghanistans zur Sicherung der Zugangs- und Transportwege zu den grössten noch unerschlossenen Ölvorkommen der Welt in Zentralasien und im Kaukasus.
- Afghanistan gilt als wertvoller Korridor für die Sicherung der Ölreserven in der zentralasiatischen Region wie als Zugang zu neuen Märkten.
- Taliban waren nicht in der Lage, die für die Ölpipelines erforderliche Stabilität zu bieten. Taliban waren hinderlich bei der Sicherung der vitalen US-Interessen. Ausserdem haben sie dem Bin-Laden-Netzwerk Unterschlupf gewährt.
- Konkurrenten im "grossen Spiel" um die weltweiten Ölressourcen in Zentralasien sind vor allem Russland und Indien.
- Ölkonzerne haben einen sehr grossen Einfluss auf die US-Regierung unter George W. Bush
- Eine Ausweitung des Krieges durch Angriffe auf den Irak, mit dem Ziel, das Saddam-Regime zu stürzen, ist offenbar beschlossene Sache
- Kompetenzerweiterung der CIA zur "Bekämpfung des Terrorismus" inklusive der Ermordung politischer Gegner der USA, steht bevor
- USA werden sich auch in der Bekämpfung der islamischen Oppositionsbewegungen in den zentralasiatischen Staaten engagieren, um dort stabile Herrschaftsverhältnisse zu sichern.


P.S.
Ein ganz normaler totalitärer Staat wie das islamistische Gottesregime in Afghanistan wird von einer "guten Idee" (US-Strategen) zum Schurkenstaat, wenn er die Spielregeln des grössten Schurkenstaats der Welt nicht mehr einhalten will. Dann wird der einstige Zauberlehrling wie vor nicht allzu langer Zeit auch Saddam Hussein zum Erzfeind, der nicht politisch, sondern militärisch bekämpft wird. An seine Stelle soll und wird aber keine Regierung treten, die demokratisch sein wird und die Rechte von Frauen und ethnischen Minderheiten respektieren wird, sondern eine Regierung, die den notwendigen Gehorsam gegenüber der Supermacht USA an den Tag legt und für stabile Verhältnisse sorgt, durch die die Vereinigten Staaten ungehindert ihre vitalen Interessen verfolgen können.
Eine intensive Betrachtung der geostrategischen Interessen der USA ist bisher in den herrschenden Medien nahezu ausgeblieben bis auf einen Beitrag in arte etwa Mitte September. Allerdings gab es am heutigen 28.10. einen guten Beitrag im ARD-Weltspiegel, der sich genau mit diesem Thema befasste und evtl. für einige Irritation sorgen könnte.

Autor: Red. Lauschangriff

Radio: WW-TÜ Datum: 28.10.2001

Länge: 22:43 min. Bitrate: 64 kbit/s

Auflösung: Mono (44100 kHz)

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