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Gesellschaft

Interview mit Robert Andreasch zu Schnittstellen zwischen der bürgerlichen und der extremen Rechten

Dass rechts von der CDU/CSU nur noch die Wand sein soll ist offizielles Programm von diesen Parteien. Doch wie geht das mit ihrer formalen Abgrenzung von Neonazis zusammen und wie werden extrem rechte Postionen integriert? An verschiedenen Stellen kommen extreme Rechte mit der bürgerlichen Rechten zusammen und setzen sich unter Anderem solche Ziele: Die Sagbarkeit von rechten Aussagen in der Mitte der Gesellschaft ermöglichen. Den Diskurs zu Gunsten rechter Einstellungen verschieben. Das wollen zum Beispiel die neurechte Wochenzeitung Junge Freiheit und der Thinktank Studienzentrum Weikersheim. Wo sich extreme und bürgerliche Rechte treffen, wollen sie Einfluss nehmen. Sie setzen politische Themen auf die Agenda, wie zum Beispiel die sozialwissenschaftlich unhaltbare aber dennoch diskutierte sogennante Deutschenfeindlichkeit. Ein extrem rechtes Ideologiefragment, das im Familienministerium des Bundes unter der Leitung von Kristina Schröder zum politischen Mainstream geworden ist. Die beiden genannten sind aber keineswegs die einzigen solcher Schnittstellen: Burschenschaften, die von ihren Mitgliedern ´Ariernachweise´ einfordern wollen, sogenannte Lebensschützer, die Frauen vor Abtreibungskliniken belästigen und eine Familien- und Bevölkerungspolitik, die nach der Aufrechterhaltung einer ´blutsdeutschen´ Bevölkerungsmasse verlangt, Homosexuelle verteufelt und benachteiligt und neben der konservativen Kleinfamilie nichts gelten lassen will... All das sind nur einige der vielen Berührungspunkte von Nazis und rechten Bürgern. Das Interview mit dem Soziologen und Journalisten Robert Andreasch vom Münchener AIDA-Archiv, das rechte Umtriebe besonders in Süd- aber auch in Gesamtdeutschland dokumentiert, widmet sich diesen Schnittstellen und fragt in welchen Themen-/Politikfeldern die extreme Rechte mit der konservativen Rechten Anknüpfungspunkte besitzt. Dabei wird auch die Frage thematisiert inwieweit man überhaupt von einer Mitte der Gesellschaft sprechen kann, die sich von den Nazis einfach abgrenzen lässt.

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Autor: Bildungsmagazin


Radio: WW-TÜ
Datum: 06.07.2011

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