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Tarifergebnis im öffentlichen Dienst: Ein Mickerlohn plus 6,4% geteilt durch 2

Die kürzlich zu Ende gegangene Tarifrunde im öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi mit der Parole: „Wir sind es wert“ bestritten.

Und, wie rechnet man den Gebrauchswert einer Tätigkeit, die hohe Wertschätzung des Nutzens, in ein Entgelt um? Erst zu sagen: „Wir sind es wert“ und selbstbewusst aufzutreten mit der Geste: “Wir sind unbezahlbar“ und dann soviel wie bisher plus 6,5% zu fordern, das ist schon ein gewisses Eingeständnis, dass sich aus der Wertschätzung gar nichts ableitet. Offenbar glaubt Verdi also selbst nicht, dass die Wertschätzung durch die Bevölkerung eine durchschlagende Wirkung besitzt, die sich bei all den nützlichen Dienstleistern in einer auskömmlichen Lohnhöhe niederschlagen würde. Für Wertschätzung gibt es gar nichts. Höheren Lohn gibt es nur, wenn Druck gemacht wrid. Denn der Lohn, auch in einem noch so wertvollen öffentlichen Dienst, enthält einen Interessengegensatz. Die Arbeitgeberseite stellt das knallhart klar. Sie hält es nicht einmal für nötig, das Argument der Wertschätzung zurückweisen zu müssen. Die Arbeitgeber klopfen ihren Angestellten durchaus auf die Schultern und anerkennen sie als „sehr wertvoll“. Aber im nächsten Augenblick verweisen sie schlicht auf ihre Haushaltslage: „Unsere Kassen sind leer.“ – Ende der Durchsage. Das Ergebnis sieht entsprechend aus: die Forderung von 6,5 % wird halbiert (aufs Jahr gerechnet), die soziale Komponente gleich ganz gestrichen.

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Autor: GegenStandpunkt

Radio: frs Datum: 15.05.2012

Länge: 06:08 min. Bitrate: 128 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)

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