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Bundeswehr weist Vorwurf des Verstosses gegen UN Kinderrechtskonvention durch Werbekooperation mit Bravo zurück - Werbung ab 14

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Fregattenkapitän Karsch, Leiter der Nachwuchsgewinnung, hat im Interview mit Radio Dreyeckland den Vorwurf eines Verstosses gegen die UN Kinderrechtskonvention zurückgewiesen. Die Menschenrechtsorganisation terre de hommes wirft dies aktuell der Bundeswehr vor und kritisiert, dass diese durch Werbung in der Jugendzeitschrift Bravo und die gemeinsame Ausrichtung von Sommer-Action-Camps Minderjährige für den Militärdienst anwerbe. Karsch betont im Interview, dass die Bundeswehr aus personalwerblicher Sicht bereits seit 2004 mit der Bravo kooperiere. In der aktuellen Kampagne sollen Jugendliche von 16 bis 19 Jahren angesprochen werden. Die zielgerichtete Ausrichtung auf diese Altersgruppe sei auch in der Bravo, die sich auch an jüngere LeserInnen wendet, möglich. Abgesehen davon sei die personalwerbliche Kommunikation der Bundeswehr aber generell auch auf Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr ausgerichtet [auf telefonische Nachfrage korrigiert Karsch diese Aussage, unter Verweis auf eine ministerielle Vorlage, auf den 14. Geburtstag]. Den Vorwurf, die Camps würden mit der Ausrichtung auf ’Coole Beach-Partys, crazy Strandspiele und jede Menge Fun’ [Youtube-Video] den Alltag der Bundeswehr, bspw. auch bei Auslandseinsätzen verzerren, weist Karsch zurück. In den Camps würden die Jugendliche in Gesprächen mit SoldatInnen umfangreich über den Alltag in der Bundeswehr informiert. Die Kosten der zwei Sommer-Camps 2012 belaufen sich laut den Angaben aus dem Verteidigungsministerium auf 40.000€, während die Kooperation mit der Bravo 2012 die Bundeswehr insgesamt 200.000€ kostet.

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Autor: Philipp Eckstein


Radio: RDL
Datum: 18.09.2012

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