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Treffen internationaler Aktivist*innen zum Stopp von Atomtransporten | Untergrund-Blättle

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Treffen internationaler Aktivist*innen zum Stopp von Atomtransporten

KIEL/OSTSEE - Vom 9. bis 16. August werden betroffene Bürger*innen, Aktivist*innen und Familien aus dem Ostseeraum und anderen Regionen internationale Atomtransporte auf dem Nord-Ostsee-Kanal in den Fokus zu rücken. Sie werden in Altenholz, etwa fünf Kilometer entfernt von Kiel, zusammenkommen. Neben Aktionstagen am 10. und 14. August wird es auch Workshops, Vorträge und Aktionen geben, Kampagnen sollen vorbereitet werden sowie Zeit zur Vernetzung bestehen. Das Anti-Atom-Sommercamp wird die grösste regionale Anti-Atom-Veranstaltung des Jahres im Einzugsbereich der Ostsee. Mit mehr als 33.000 Schiffen pro Jahr ist der Nord-Ostsee-Kanal die meistbefahrene künstliche Wasserstrasse der Welt. Sie hat für die globale Atomindustrie grosse Bedeutung bei der Versorgung von Atomanlagen quer durch Europa. In der BRD starten oder enden viele der Transporte in der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau oder in der Brennelementefabrik in Lingen. Andere Transportziele umfassen beispielsweise Russland, Schweden, Frankreich, Schweiz und Niederlande. Reguläre Containerschiffe transportieren radioaktive Materialien wie Uranoxidkonzentrat (’Yellow Cake’), Uranhexafluorid, Uranoxid-Tabletten und Brennstäbe. Die Transporte unterliegen aufgrund der hohen Frequenz von Schiffsbewegungen im Nord-Ostsee-Kanal und wegen der gleichzeitigen Beförderung unterschiedlicher Arten von Gefahrgut grossen Risiken. Unfälle stellen keine Ausnahme dar: Im Mai 2013 brannte zum Beispiel das Containerschiff ’Atlantic Cartier’ im Hamburger Hafen, das Explosivstoffe, Ethanol, Uranhexafluorid und Brennstäbe geladen hatte. Im Herbst 2013 kollidierte das russische Containerschiff ’Mikhail Lomonosov’ nahe Rügen mit einer Segeljacht. Anti-Atom-Aktivist*innen rund um die Ostsee werden sich gegenseitig Fähigkeiten und Wissen vermitteln, Erfahrungen austauschen, Projekte und Kampagnen planen sowie an Aktionen gegen Atomtransporte teilnehmen. Ein weiteres Anliegen des internationalen Camps ist die Vernetzung von Aktivist*innen und Organisator*innen aus verschiedenen Regionen und Themenfeldern. ’Wir wollen die Atomindustrie herausfordern, die fortgesetzt ihre gefährlichen Projekte vorantreibt und die Desaster von Tschernobyl und Fukushima einfach ignoriert’, sagt Aktivistin Hanna Poddig. ’Indem wir Aktivist*innen aus vielen Ländern zusammen bringen, wollen wir die Anti-Atom-Bewegungen rund um die Ostsee stärken und uns gegenseitig handlungsfähiger machen. Wir werden Kampagnenarbeit gegen Atomtransporte, Uranabbau und Atommüll leisten. Trotz öffentlichen Debatten zum Atomausstieg macht die Industrie weiter wie gehabt. Umfangreiche Aktionen und gemeinsame Kampagnen können sie stoppen.’ Das Camp wird von verschiedenen Gruppen und Aktivist*innen aus der BRD organisiert. Eine davon ist ’ATOMIC BALTIC’, ein Netzwerk/projekt von Anti-Atom-Gruppen und Aktivist*innen aus dem Einzugsbereich der Ostsee. Sein wichtigstes Ziel ist die Stärkung lokaler Anti-Atom-Kämpfe rund um die Ostsee durch das Zusammenbringen von Aktivist*innen, Starten neuer Initiativen und Unterstützen von Kampagnen gegen die Atomwirtschaft. Das ATOMIC BALTIC Netzwerk/projekt stellt eine Plattform für den Austausch untereinander bereit, einschliesslich Internettools und Treffen. Aktivist*innen, Gruppen und alle interessierten Menschen rund um die Ostsee sind eingeladen an diesem internationalen Camp teilzunehmen. Das Wasser verbindet die Gesellschaften im Wassereinzugsgebiet der Ostsee und macht sie zu engen Nachbarn - selbst wenn einige von ihnen mehr als Tausend Kilometer voneinander entfernt liegen. Es umfasst die Hauptflächen von sieben Ländern: Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Russland, BRD und Belarus stellen weitere Gebiete des Wassereinzugsgebiets dieses Meeres. Die Ostsee ist nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für Millionen Menschen, sondern auch ein bedeutendes Erholungsgebiet für viele weitere - und sie ist das Transportmittel für giftige Immissionen aus mehr als 60 Atomanlagen, die Schadstoffe an Luft und Wasser abgeben. Somit verbindet die Ostsee Bedürfnisse und Interessen von menschlichen Zivilisationen aus einem grossen Gebiet und formt damit eine einmalige Gemeinschaft. Detaillierte Informationen zu ATOMIC BALTIC und zum internationalen Sommercamp sowie Updates gibt es online: http://AtomicBaltic.nuclear-heritage.net Tim Thaler sprach mit Kai weitere Infos unter:www.antiatomcamp.niergenswo.info

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Autor: Tim Thaler


Radio: coloradio
Datum: 07.08.2014

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