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150 bis 200 Tote in Cizre und Erdogans Kreuzzug gegen kurdische Rebellen ist noch lange nicht zu Ende

Während sich der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu auf dem Parkett in Brüssel als Flüchtlingsverwahrer gibt tobt im Osten seines Landes ein kleiner Bürgerkrieg mit hunderten von Toten und zehntausenden von Binnenflüchtlingen, vorsichtig geschätzt. Gestern ging nach 103 Tagen die militärische Säuberungsaktion in der Altstadt von Diyarbakir zu Ende. Ausser Diyarbakir, das zum Weltkulturerbe gehört, wurde die ebenfalls am Tigris gelegene Stadt Cizre bisher am schlimmsten beschossen. Die 130 000 Einwohern zählende Stadt kam Mitte Dezember das zweite Mal unter Beschuss. Gut zwei Monate lang herrschte eine totale Ausgangssperre und wurde die Stadt von Scharfschützen und mit Kanonen beschossen. Ziel der Militärs war es u. a. Barrikaden zu beseitigen, die die BewohnerInnen errichtet hatten. Bei den Auseinandersetzungen starben auch einige Soldaten, doch sehr viel mehr Zivilisten. Vor einigen Tagen hat sich eine Delegation der Republikanischen Volkspartei CHP die Verwüstungen in Cizre angesehen. Die CHP ist die zweitgrösste Partei der Türkei. Sie ist keine prokurdische Partei und hat in den hauptsächlich von Kurdinnen und Kurden bewohnten Gebieten relativ wenig WählerInnen. Radio Dreyeckland sprach mit dem Abgeordneten Dr. Ali Seker (scheker). Seker ist auch ein bekannter Chirurg.

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Autor: Jan Keetman

Radio: RDL Datum: 10.03.2016

Länge: 08:00 min. Bitrate: 128 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)

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