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Ein Beispiel für Rape Culture - Der gesellschaftliche und mediale Umgang mit der "mutmasslichen" Vergewaltigung von Gina Lisa Lohfink

Ein mitgeschnittenes Video zeigt eine Frau beim Geschlechtsverkehr mit zwei Männern. Die Frau ruft mehrfach "Nein" und "Hör auf".

Der Fall wird 2012 von der Betroffenen als Vergewaltigung angezeigt und vors Gericht gebracht, die Männer werden verurteilt - allerdings nicht wegen Vergewaltigung, sondern nur wegen der Veröffentlichung des Videos. Zusätzlich wird das Opfer nun der Falschaussage bezichtigt und steht selbst vor Gericht. Und da das allein nicht abstrus genug ist, findet der Fall in den Medien eben nicht wegen der offensichtlichen Schieflage des Sexualstrafrechtes Beachtung, sondern weil die Frau um die es geht Gina Lisa Lohfink ist, eine ehemalige Teilnehmerin von Germanys Next Topmodel. Der Berichterstattung einiger Zeitungen zufolge, reiht sich also der Prozess um dieses Sex-Video nur in eine Reihe - ich zitiere die Welt - "selbst inszenierter Skandale", also Busenblitzer, Auftritte auf Erotikmessen u.ä. ein. Der Fall von Gina Lisa Lohfink lässt aber auch Stimmen laut werden, die das Victim-Blaming so nicht hinnehmen wollen und fordern, dass Nein endlich auch Nein bedeutet. Über diesen Fall sprachen wir mit Sandra Schwark. Sie ist Sozialpsychologin an der Universität in Bielefeld.

Creative Commons Lizenz

Autor: ub

Radio: corax Datum: 14.06.2016

Länge: 05:47 min. Bitrate: 128 kbit/s

Auflösung: Stereo (44100 kHz)