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Wu Ming nach rassistischem Anschlag in Italien: Früher kämpften afrikanische Partisan*innen in Macerata | Untergrund-Blättle

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Wu Ming nach rassistischem Anschlag in Italien: Früher kämpften afrikanische Partisan*innen in Macerata

Am 3. Februar schoss ein italienischer Faschist und erfolgloser Lega-Nord-Kandidat in der Stadt Macerata wahllos aus dem Auto und verletzte sechs Afrikaner*innen. Unmittelbarer Anlass für die Tat war wohl die Diskussion um den Tod einer jungen Italienerin. Es ist noch unklar, ob sie an einer Überdosis Heroin starb oder ermordet wurde, Hauptverdächtiger ist ein junger Nigierianer. Kurz nach dem Anschlag wurde der Schütze festgenommen, als er in eine italienische Flagge gehüllt vor einem Gefallenendenkmal stand und den römischen Gruss zeigte. Er gestand die Schüsse. Statt sich zu distanzieren, schwimmen die rechten Parteien im Wahlkampf auf der Welle dieser gewalttätigen Stimmung mit. Antifaschist*innen versuchen konstant, mit grossen Demonstrationen in Macerata und anderen Städten Widerstand zu leisten, werden jedoch auch von der Polizei massiv angegriffen, wie zuletzt z.B. am 16. Februar in Bologna bei der Demonstration gegen den Auftritt des Forza-Nuova-Politikers und mutmasslichen Terroristen und Mitverantwortlichen für den Bombenanschlag auf den Bahnhof 1980, Roberto Fiore. Er hatte sich ausdrücklich an die Seite des Attentäters gestellt. Das Schriftstellerkollektiv Wu Ming macht aus diesem Anlass auf die Recherchen von Matteo Petracci aufmerksam, wonach ausgerechnet die Gegend um Macerata 1943-44 von einer aussergewöhnlichen Partisaneneinheit vom Faschismus befreit worden war: Im ’Bataillon Mario’ kämpften Partisan*innen aus den italienischen Kolonien Somalia, Eritrea und Äthiopien mit... Johanna hat mit Wu Ming 2 darüber gesprochen.

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Autor: Johanna


Radio: RDL
Datum: 18.02.2018

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