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Die Weichen der Grosskonzerne sind auf Reaktion eingestellt

Die Weichen der Grosskonzerne sind auf Reaktion eingestellt Leckere Beute aus aller Welt

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Wirtschaft

Schon vor ein paar Wochen war mir aufgefallen, das die neue Werbekampagne ein Design aufweist, das in einer merkwürdigen Farbwahl – subtil – ein Retro-Gefühl erzeugte. Mit einem Augenzwinkern wird mit diesem Plakat auf die politischen Verschiebungen in unserer Zeit verwiesen.

Checkpoint McDonalds in Berlin.
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Checkpoint McDonalds in Berlin. Foto: Tim Tregenza (CC BY-SA 3.0 cropped)

Datum 20. Juli 2026
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War man vorher neoliberal-global orientiert, wird die strategische Leitlinie nun auf einen neoimperialistisch-nationalen Kurs ausgerichtet. Der Slogan lautet: "Leckere Beute aus aller Welt". Wer es sich schönreden mag, meint hinter diesem Motto der Fresskampagne augenzwinkernd eine Art Weltoffenheit zu entdecken. Richtiger wäre, darin eine klare Abgrenzung in nationalstaatlich definierten Herrschaftsgebieten zu entdecken. Die Ressourcen, Waren und Konzepte aus anderen Ländern - Frankreich, Brasilien, Japan und UK werden genannt - werden angeeignet, nach Deutschland transportiert und dort konsumiert.

Hinter der Anrufung einer imperialen Position der deutschen Bürger*innen steckt ironischerweise ihre volkswirtschaftliche Degradierung: der ehemalige "Exportweltmeister" BRD, dessen Automobilindustrie nun auch von der chinesischen Konkurrenz unter- und überboten wird, soll ab jetzt mehr importieren, also mehr konsumieren, als produzieren.

Als global tätiges Unternehmen adressiert McDonalds jede national bestimmte Kundschaft auf ihre Weise. In Frankreich hängt sicherlich eine andere Werbung als hier, dort eine andere als in Brasilien, in Japan usw.
Es stimmt, dass das Grosskapital seine Profite nicht an nationalen Grenzen ausrichtet. Es stimmt aber auch, das es sich denjenigen Regierungen stärker verpflichtet zeigt, für die es Steuern zahlt, damit sie Absatzmärkte schafft und neokolonialistische Akkumulationsbedingungen herstellt. Handelsbedingungen werden dabei mit Militärgewalt in der Rückhand diktiert. Wenn es sein muss, werden dafür auch informell Gewerkschafter von mafiösen Auftragsmördern erschossen.

Der Slogan "Leckere Beute aus aller Welt" steht weiterhin für die eigene Barbarisierung, die sich wie eh und je mit dem Gewand der Zivilisiertheit verschleiert. Diese "Mission" heisst "World Menu". Die Konsument*innen sollen das Profitstreben der gigantischen Fastfoodkette damit zu ihrem eigenen Anliegen machen. Anbieter und Konsument*in machen sich darin gemein, die Erde aufzufressen - und lachen darüber. Damit rechtfertigt man neokoloniale Ausbeutung, die in ungebrochener Tradition steht.

Interessanterweise über- und unterschreitet die Kategorie "Beute" den kapitalistischen Profit. Für Letzteren muss Lohnarbeit verrichtet und produziert werden; Erstere beruht auf Sklavenarbeit und Extraktivismus. Ob es sich um einen Rückfall oder um einen Vorgriff handelt, ist eine schwierige Frage. Beide waren und sind miteinander in ökonomischer Ausbeutung und politischer Unterdrückung verschränkt.

Diese beruhen wiederum auf Naturbeherrschung. Mit dem Schlagwort "Beute" wird nicht zuletzt der Fleischkonsum wieder gefeiert. Das Veggi-Menü hat ausgedient: Back to Big Mac. Hinzu kommen – der Logik und Lieferketten nach – ebenso patriarchale Aneignung und weisse Vorherrschaft. Um dies nachzuweisen, reicht ein Blick darauf, wer die Zutaten für die Burger produziert und wer sie in den Filialen zubereitet.

"Leckere Beute aus aller Welt" – Der Werbeslogan zeigt keine Veränderung in den kapitalistischen Eigentumsverhältnissen und Produktionsweisen an. Im Gegenteil: diese werden brutal gerechtfertigt und zynisch gefeiert. Das Angebot an die Konsument*innen besteht darin, sich zu einem halbwegs günstigen Preis mitschuldig zu machen.

Der Neoliberalismus hat abgewirtschaftet und dem Neofeudalismus den Weg geebnet. Die Ware wird zur fleischigen Beute, der Kunde wird zum blossen Konsumenten und der Bürger zum Untertan, wo McWorld regiert.

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