UB-Logo Online Magazin
Untergrund-Blättle

LafargeHolcim: Zusammenarbeit mit Kriegsverbrechern | Untergrund-Blättle

4811

wirtschaft

ub_article

Wirtschaft

Das Zementwerk Dschalabija in Syrien LafargeHolcim: Zusammenarbeit mit Kriegsverbrechern

Wirtschaft

2016 wurde bekannt, dass Lafarge (kurz vor der Fusion mit Holcim zu LafargeHolcim (LH)) zwischen 2013 und 2014 mit der Terrorgruppe Daesh (IS) in Syrien kooperiert hat, damit die Produktion in der Fabrik in Syrien ungestört weiterlaufen konnte.

NAC
Mehr Artikel
Mehr Artikel

Bild: NAC (CC BY-SA 4.0 cropped)

18. Juni 2018

18. Jun. 2018

1
0

2 min.

Korrektur
Drucken
Diese Fabrik in Syrien hat Lafarge 2007 gekauft und rund 600 Millionen Euro investiert. Das ist neben den Investitionen in die Ölförderung die grösste ausländische Investition in Syrien. So haben sie für die Sicherung ihres Profit beispielsweise Schutzgeld gezahlt und tragen daher eine Mitverantwortung für die menschen- und insbesondere frauenverachtende Gräueltaten des Daesh. LH ist der weltweit grösste Zementhersteller und ein hässliches Beispiel, welches zeigt, dass die Kapitalisten für ihre Profite über Leichen gehen.

Am 4. Mai 2018 wurde deswegen in Paris ein Ex-Mitarbeiter von LH verhaftet und der „Finanzierung des Terrorismus“ angeklagt, rund sechs weitere Führungskräfte sind ebenfalls der Terrorismusfinanzierung sowie der „Gefährdung des Lebens anderer“ angeklagt. 2017 ist CEO Eric Olsen wegen der „Syrien-Affäre“ zurückgetreten; der Konzern räumt mittlerweile ein, dass er Geld an „bewaffnete Gruppen“ gezahlt habe. Gleichzeitig versucht er aber, Spuren zu verwischen: Im März 2018 klagte eine NGO gegen LH, da Dateien über die Terrorismusfinanzierung gelöscht worden seien.

Doch LH arbeitet für den Profit nicht nur mit Kriegsverbrecher zusammen, er spart auch beim Arbeitsschutz. Rund 151 ArbeiterInnen starben in den letzten zwei Jahren bei Arbeitsunfällen. Alarmiert durch diesen Missstand konnten die Gewerkschaften erreichen, dass der Konzern ein globales Rahmenabkommen zum Schutz der ArbeiterInnen ausarbeitet. Doch der neue, als gewerkschafts-feindlich bekannte Schweizer CEO Jan Jenisch verweigert seit Anfang 2018 trotz anderweitiger Versprechen die Unterschrift des Abkommens. Zynisch erklärt er, dass für den international agierenden Konzern „lokale Lösungen“ angebracht seien.

Als lokale Antwort auf die internationalen Verbrechen haben wir eine klare Antwort: Widerstand gegen die kapitalistische Profitgier, die über Leichen geht. Durch Verhaftungen oder Auswechseln der Führungsebene lässt sich das nicht stoppen. Der Kapitalismus muss als Ganzes angegriffen und überwunden werden.

Genau dies wird in Rojava durchgeführt, eine emanzipatorische Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung baut sich auf. Wir solidarisieren wir uns mit Rojava und den VerteidigerInnen dieses revolutionärer Projektes.

ft

Mehr zum Thema...

Kämpfer der kurdischen YPG in der Nähe von Rojava am 3.
Stoppt den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung in der TürkeiAutonomie für die kurdischen Gebiete in der Türkei

01.01.2016

- Die Kämpfe in Rojava für die Revolution und gegen die Unmenschlichkeit der Daesh halten immer noch an. Die Selbstverteidigungseinheiten der YPG/YPJ und die vielen Internationalist*innen konnten in den letzten Monaten zahlreiche militärische Erfolge erringen.

mehr...
Continental Schriftzug an Firmengebäude.
Die mexikanische Reifenkooperative TRADOC„Mensch, das gehört jetzt uns!“

28.06.2012

- 1998 kaufte die Continental AG aus Hannover das Reifenwerk Euzkadi in der mexikanischen Stadt El Salto in der Nähe der Metropole Guadalajara.

mehr...
H&MShop in Bukarest, Rumänien.  Ștefan Jurcă
... Hungerlöhne zahlenH&M: Existenzlöhne versprechen ...

28.09.2018

- Mit Billig-Kleidern macht der schwedische Modekonzern H&M Milliardengewinne. Unter dem Strich blieb im vergangenen Jahr ein Überschuss von rund 1,63 Milliarden Euro.

mehr...
KiK soll endlich 5,15 Millionen an die Opfer von Ali Enterprises zahlen: Zwischen Durchbruch und mangelnder [...]

14.09.2016 - Bei dem Brand der Textilfabrik von Ali Enterprises im Pakistan im Jahr 2012 waren hunderte ArbeiterInnen umgekommen oder verletzt worden. Die Fabrik ...

Das grösste Verbrechen der Marktwirtschaft - Krieg

26.01.2018 - Die türkische Militäroffensive gegen den Kanton Afrin in Rojava/Nordsyrien und was haben wir damit zu tun. Ein Kommentar.

Mehr auf UB online...

Trap
Untergrund-Blättle
Untergrund-Blättle