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Kritik an Roger Federer Credit Suisse: Klimaprozess gegen den Finanzplatz

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Klimaaktivist*innen aus der ganzen Welt apellieren an Roger Federer, die Credit Suisse zum Verzicht von fossilen Brennstoffe aufzufordern.

Die Aktion von Breakfree Suisse in einer Credit SuisseFiliale im November 2018 in Genf.
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Bild: Die Aktion von Breakfree Suisse in einer Credit Suisse-Filiale im November 2018 in Genf. / pf

13. Januar 2020

13. Jan. 2020

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Auf den ersten Tweet-Sturm #RogerWakeUpNow antwortete er, er wolle "diese privilegierte Position nutzen, um mit meinen Sponsoren über diese wichtigen Themen zu sprechen". Heute fordert ihn der zweite Tweet-Sturm #RogerForClimate auf, über Absichtserklärungen hinaus zu handeln.

Die Geschichte ging um die Welt, getragen von #RogerWakeUpNow: 12 junge Leute spielten in einer Filiale der Credit Suisse in Lausanne Tennis. Zu 21.600 Schweizer Franken verurteilt, zogen sie weiter vor Gericht. 12 angesehene Zeugen wurden von den 13 Anwälten, die zu ihrer Verteidigung kamen, angefordert (https://lausanneActionClimat.ch). Die Verlesung des Urteils findet heute um 16.00 Uhr im kantonalen Gerichtssaal, Av. Longemalle 1, 1020 Renens, statt.

"Die Credit Suisse antwortet nicht auf die Briefe, die an sie geschickt werden", sagte Asti Roesle, der Kampagnenmanager von Greenpeace. Die Aktivist*innen haben sich deshalb an ihren Botschafter, Roger Federer, gewandt.

Am 8. Januar, um 10:10 Uhr morgens, fegte der erste #RogerWakeUpNow Tweet-Sturm über den Planeten. Es war den ganzen Tag über das meistdiskutierte Thema der Schweiz auf Twitter. Die erste Klimaklage gegen den Finanzplatz hat inzwischen weltweite Sichtbarkeit erlangt.

Insbesondere Carola Rackete und Greta Thunberg übermittelten den Tweet zur Lancierung der weltweiten Medienkampagne "Greta Thunberg kritisiert Roger Federer". Die New York Times, aber auch L'Equipe in Frankreich und Gente in Spanien haben die Informationen übernommen; die Ländergrenzen und journalistischen Kolumnen wurden überschritten.

Angesichts dieses Echos hörte Roger Federer den Aktivist*innen zu und antwortete am Samstag: "Ich bin mir meiner Verantwortung als Privatperson, als Athlet und als Unternehmer sehr bewusst und möchte diese privilegierte Position für den Dialog in diesen wichtigen Fragen mit meinen Sponsoren nutzen".

Und das ist Arbeit! Die Credit Suisse ist die Schweizer Bank mit der schlechtesten Anlagepolitik bei fossilen Brennstoffen. Diese Bank begleitet den Börsengang von Saudi Aramco seit Dezember 2019, der grössten jemals weltweit verzeichneten Transaktion. Die Bank finanzierte auch die Adani Corporation, die sehr aktiv im Bereich der Kohlekraftwerke ist, zwischen 2014 und 2018 mit mehr als 200 Mio. USD. Die Bank ist ein wichtiger Unterstützer der texanischen Gas-Fracturing-Industrie. Diese Vorliebe für Öl lässt sich dadurch erklären, dass ihr Hauptaktionär der Staatsfonds von Katar ist.

“Die CS muss sich auch ans Pariser Klimaabkommen halten und ihre Investitionen in absehbarer Zeit in Einklang mit dem 1.5°C-Ziel bringen. Heute steuert sie mit ihren Investitionen auf eine +3°C - 5°C Welt zu.” sagt Johanna Wierer.

In ihrer Online-Petition (mehr als 7'000 Unterschriften in zwei Tagen) fordern die Aktivist*innen Roger Federer auf:
  • sich über die Klimakrise und den Kollaps der Biodiversität zu informieren
  • die Credit Suisse so nachdrücklich wie möglich aufzufordern, sich von Gas, Kohle und Öl zu trennen, sowohl für Projekte als auch für Unternehmen
  • seine Partnerschaft mit der Credit Suisse zu beenden, falls Credit Suisse beschliesst, nicht auf ihn zu hören
Konkrete Aktionen sind besser als Aussagen, deshalb startete heute um 10:10 Uhr der zweite Tweet-Sturm: #RogerForClimate.

pm

Update: Die zwölf Aktivist*innen von Lausanne Action Climat (LAC), die in einer Credit Suisse Filiale Tennis gespielt haben, wurden in einem historischen Gerichtsurteil im Kanton Waadt am 13.1.2020 von Richter Philippe Colelough allesamt freigesprochen. Der Generalstaatsanwalt des Kanton Waadt zieht den Fall jedoch an das kantonale Berufungsgericht weiter.

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