UB-LogoOnline MagazinUntergrund-Blättle

BAYER kauft moralische Mitschuld | Untergrund-Blättle

3588

wirtschaft

ub_article

Wirtschaft

Über die Monokulturen mit Monsanto-Agrochemie BAYER kauft moralische Mitschuld

Wirtschaft

Der deutsche Chemie-Gigant BAYER in Leverkusen kauft für 66 Milliarden Dollar den US-Agro-Giganten Monsanto.

BayerWerbung auf dem DOBHochhaus.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Bild: Bayer-Werbung auf dem DOB-Hochhaus. / Sebastian Rittau (PD)

21. September 2016

21. 09. 2016

0
0
3 min.
Korrektur
Drucken
Im Zweiten Weltkrieg produzierte die Chemiefabrik BAYER in Leverkusen Zyklon B, das Giftgas, mit dem in Auschwitz die Juden umgebracht wurden. Jetzt übernimmt BAYER für 66 Milliarden Dollar und damit zum höchsten je von einer deutschen Firma für eine Firmenübernahme bezahlten Preis den US-Agro-Giganten Monsanto. Monsanto verdient sein Geld mit genmanipuliertem und patentiertem Saatgut, mit Breitband-Herbiziden und anderen agrochemischen Produkten.

Und Monsanto gehört zu den Agro-Giganten, die sich auf dem Weg über Kauf, sogenannte Partnerschaften und/oder Firmenbeteiligungen Tausende von Hektaren Land in Lateinamerika, in Afrika, aber zum Beispiel auch in der Ukraine unter den Nagel reissen, um die einheimische Landwirtschaft zu zerstören und durch Monokulturen zu ersetzen, die beim Saatgut, beim Dünger und bei den Herbiziden wiederum von ihnen, also zum Beispiel von Monsanto, abhängig sind.

BAYER kauft sich nicht nur Business, sondern auch moralische Schuld

Am 20. März 2003 starteten die USA ihren sogenannten Präventivschlag gegen den Irak mit massiven Bombardierungen Bagdads – mit, wie man weiss, erlogener Begründung. Bereits Anfang Mai lag der Irak total darnieder und die US-Regierung unter Präsident George W. Bush schickte den «Berater» Paul Bremer als «Gouverneur» in den Irak, um dort Ordnung zu machen. Dieser erlies schon wenige Monate später hundert «Verordnungen», mit denen staatliche Betriebe privatisiert (und zu Schleuderpreisen in US-amerikanische Hände übergeben), die Banken unter ausländische Kontrolle gebracht und, zum Beispiel, Gewerkschaften und Streiks gleich verboten wurden.

Mit der Verordnung Nr. 81 verbot Bremer die «Wiederverwendung von geschütztem Saatgut», verteilte Tausende von Tonnen Saatgut der US-amerikanischen Agrochemie-Industrie – darunter an erster Stelle von Monsanto – und ruinierte damit die vorher blühende irakische Landwirtschaft total. Nachzulesen im Detail im höchst informativen Buch der Berkeley-Politologie-Professorin Wendy Brown «Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört.» Berlin 2016.

Monsanto ist mitschuldig an viel Armut und Elend in mehreren Kontinenten. Aber der deutsche Chemie-Konzern zahlt für diesen Global Player 66 Milliarden Dollar, denn diese Art von Business, wenn man nur ans Geld denkt, funktioniert natürlich hervorragend. Nirgends ausserhalb der Finanzwirtschaft funktioniert das Geld-Machen besser als dort, wo man es bei jemandem holen kann. Und wo holt man es? In Form von fruchtbarem Boden und Saatgut-Abhängigkeit bei jenen, die sich nicht wehren können. Zum Beispiel mit der Vertreibung von Kleinbauern und der Einführung von Monokulturen mit Monsanto-Agrochemie und genmanipuliertem Monsanto-Saatgut. Zum Beispiel mit Soja: mit Soja zur Erzeugung von Treibstoff – Hunger auf dieser Welt hin oder her.

Deutsche Firmen machen sich mitschuldig

Deutschland hat den Ruf, seine eigene – düstere – Geschichte ehrlicher aufgearbeitet zu haben als alle anderen europäischen Länder. Seine Grosskonzerne allerdings kümmert das alles wenig. Wo Geld zu machen ist, mit welchen Methoden auch immer, sind sie dabei. Millionen-Betrug bei Siemens, Abgas-Mess-Betrug bei VW und Bosch, jetzt Land Grabbing bei BAYER.

Nicht ganz zufällig gibt es eine Nicht-Regierungs-Organisation, die Mitte Oktober, also in wenigen Wochen, in Den Haag in Holland ein Monsanto Tribunal durchführt. Noch kann man sich dafür anmelden...

Christian Müller / Infosperber

Mehr zum Thema...
Demonstration gegen Bayer und Syngenta in Basel, Mai 2019.
Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft ist drängender denn je!March against Bayer & Syngenta

20.05.2019

- Bereits zum fünften Jahr in Folge wurde am March against Bayer & Syngenta am 18. Mai 2019 in Basel für einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft demonstriert.

mehr...
Protestaktion gegen Monsanto in Malvinas, Argentinien.
Bio-Saatgut: Der Kampf gegen die Agrarindustrie«Der Kontakt zur Natur ist verloren gegangen»

21.09.2015

- Agrarchemikalien, die in Kriegen eingesetzt werden und gentechnisch verändertes Saatgut: Argentinien ist seit Jahren Versuchslabor der Agrarindustrie.

mehr...
ProduktPräsentation des SyngentaKonzerns.
Das Schwarzbuch zu SyngentaSyngentas Machenschaften auf der Anklagebank

25.04.2016

- Unbeabsichtigt aktuell: Ausgerechnet jetzt, wo der chinesische Chemie-Gigant ChemChina daran ist, den Basler Agrochemie-Multi Syngenta für über 40 Milliarden Schweizer Franken zu übernehmen, erscheint eine Publikation, die Syngenta nicht aus der Sicht der Börse und der Finanzhaie beleuchtet, sondern aus der Sicht der Menschlichkeit und der Menschen.

mehr...
Monsanto-Tribunal in Den Haag - Erwartungen

11.10.2016 - Monokulturen, soweit das Auge reicht. Herbizide, soviel die Pflanzen ertragen, und Patente, so oft die Länder erlauben. Der Saatgutkonzern Monsanto gilt ...

March against Monsanto & Syngenta, Samstag 21.Mai in Basel

24.05.2016 - Da sich in Basel der Hauptsitz von Syngenta befindet, wurde zu dem Protesttag nach Basel aufgerufen. Um die 1500 bis 2000 Leute waren diesen Samstag in ...

Dossier: Drohnen
Propaganda
A clean house is a sign of wasted time

Aktueller Termin in Essen Germany

Burn Slaughterhouses Not Coal!

Mittwoch, 25. November 2020 - 08:00

Amtsgericht Essen, Zweigertstraße 52, 45130 Essen Germany

Event in Wien

Charles Hayward

Mittwoch, 25. November 2020
- 19:00 -

Replugged

Lerchenfelder Str. 23

1070 Wien

Mehr auf UB online...

Trap
Untergrund-Blättle