So wird von den herrschenden Machern des politischen Systems das lang bekannte strukturelle Problem der modernen Industriegesellschaft, nämlich, dass die auf Broterwerb angewiesenen Menschen „keine Arbeit finden“, auf individuelles Versagen abgeschoben. Komplett ignoriert oder völlig ausgeblendet wird die Tatsache: Arbeitsroboter mit dem vielfachen Leisungsniveau eines Menschen bestimmen die Produktionsrealität im 21. Jahrhundert!
Grundsätzlich ist die Entlastung des Menschen durch die 'Automatisierung der Produktion' eigentlich positiv zu betrachten, da diese einerseits zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und andererseits generell zur Steigerung der menschlichen Lebensqualität führt, durch eine kontinuierliche, ganzjährig mögliche, ausreichende Produktversorgung. Welcher Mensch würde sich logischerweise gegen die hier angeführten Ziele der Automatisierung aussprechen, die für den Arbeitgeber, die Arbeitnehmer, den Konsumenten und für die Umwelt Vorteile bieten: Für das Produkt:
- Steigerung der Qualität
- Verringerung der Fertigungszeit
- Erhöhung der Stückzahlherstellung
- Senkung der Produktionskosten
- Optimierung des Preises am Markt
- Erleichterung der menschlichen Arbeit
- Flexibilisierung des Arbeitsprozesses bei der Produktfertigung
- Anhebung der Entlohnung der Arbeitnehmer
- Gewinnsteigerung für den Produzenten
- Verringerung des Ressourcenverbrauches und des sogenannten 'Abfalles'
- Umweltschutz und Renaturierung
- Herstellung wie globaler Vertrieb des Produktes zu einem kostengünstigeren Preis
- Steigerung der Lebensqualität aller Menschen [2]
Über die festzustellende Ausbeutung des Menschen durch fortschreitende Technisierung verfasste der berühmte deutsche Schriftsteller Gerhard Hauptmann schon 1892 sein soziales Drama 'Die Weber'[4], wobei der deutsche Autor so auch in die Geschichte zurückblickend 'den Aufstand' von 1844 aufarbeitete [5] und die sozialen Unruhen von 1848 thematisierte. Während in jener Zeit die 'Zensur' solche 'Querdenker' belangte und der drohende Tod ihre offene Kritik unterdrückte, schaffen das heute die Mainstreammedien mit offener Meinungsmanipulaton und TV-Angstkampagnen.
Hierbei spielen die systemkonformen alle Probleme wegdiskutierenden 'Influenzer' eine bedeutende Rolle, wobei die 2020 durchlebte „schreckliche Coronapandemie“ die mediale Volksverdummung mehr als nur belegt [6]. Die Fernsehkritik an der 'Macht um acht' war und ist nicht mehr zu überhören [7]!
Warum aber über die strukturelle Veränderung der industriellen Produktionsweisen nachdenken, die gerade mit der 'Künstlichen Intelligenz' einen neuen Innovationsschub erfahren hat? Leben wir Menschen doch alle bekanntermassen mit der jeweils aktuellen Gegenwart in „der besten aller Welten“[8]. So lautet nämlich etwa seit 1710 mit dem deutschen Philosophen Gottfried Wilhem Leibniz die dreiste Problemverdrängungslüge der Herrschenden, die sogar den französischen Systemkritiker und Philosophen Voltaire auf den Plan rief und 1759 zu seinem Bestseller inspirierte: „Candide oder der Optimismus“ [9]
Andere heutige sogenannte 'linke' Denker fokussieren sich bei ihren Wirtschaftsanalysen auf die schändliche Politik des sogenannten 'Neoliberalismus' ohne dabei über die fortschreitende Robotisierung der notwendigen Primär-, Sekundär- und Tertiärproduktion mit ihren zwangsläufigen Konsequenzen für jeden einzelnen Menschen nachzudenken. Während der grüne Joschka Fischer für seine Partei DIE GRÜNEN einen ökologischen 'Umbau der Industriegesellschaft' vorwegdachte [10], hat die sogenannte politische 'Linke' bisher kein Konzept für einen Strukturaufbau einer zukünftigen für den Menschen'arbeitsfreien' Konsumgesellschaft entwickelt. Wo also bleibt das angedachte „Schlaraffenland für ALLE“?
Schon lange ist die Diskussion um das 'Bedingungslose Grundeinkommen' für alle Menschen aus dem öffentlichen Diskus verschwunden und deren Befürworter einer besseren „postindustriellen Zukunft“ sind vergessen [11]. Eher jammervoll sind auch die Erklärungen von Linken, wenn es um die Einordnung des 'Bedingslosen Einkommens' zur Philosophie einer 'sozialistischen' oder 'kommunistischen' Gesellschaft' geht. So fällt auch den staatstragenden Medien und ihren vielredenden 'Nachdenkern' nichts ein, ausser ihrem TV-Publikum beispielsweise einen 'Krimi' zu präsentieren, in dem die veralterten menschlichen Sexarbeiterinnen durch neue Sexroboterinnen aus China ersetzt sind. Welch ein bewundernswerter Fortschritt für die Menschheit!
Doch 'Hollywood' zeichnet die inzwischen technisch mögliche Produktionswelt von Morgen im Science fiction Film 'I Robot' viel realistischer auf [12]. Auch im Film 'Elysium' [13] sind die Roboter allgegenwärtig, doch hollywoodtypisch: ein 'auserwählter Messias/Krieger' überwindet halt alle Probleme. Bedingt durch die vordergründige'action' der jeweiligen Filmhandlung wird die eigentlich zu stellende Frage marginalisert oder kompett verdrängt: „Wann hat der nicht arbeitende Mensch das Recht auf Zugriff auf die durch Roboter erstellte Produktion erlangt?“ Diese noch bevorstehende 'Revolution' in der Menschheitsgeschichte wird im Film wie in der gegenwärtigen politischen Realität ausgeblendet.
Heute konzentriert sich der 'unpolitische' Dialog gewisser total konservativer Herrschaftseliten viel lieber ablenkend auf die Zeitfrage: „Wann geht der Mensch in Rente?“ Eine weitere beliebte Frage dieser Studienanfänger der Betriebswirtschaft in Amt und Würde, die der Glaubensrichtung einer 'Schwarzen Null' im Etat des Staates folgen, lautet: „Wer soll das alles bezahlen?“ Und die Kombination der beiden Fragen bringt logischerweise die phantasielose simple Lösung: Alle Menschen müssen weiter, länger arbeiten… „…bis dass der Tod uns scheidet“. Und die Führer der Nationen investieren die Arbeitskraft ihrer Völker wie im Altertum, wie beim Adolf, wie auch heute erneut in die Rüstungspoduktion! Seit Jahrhunderten eben 'nix Neues' in den Köpfen wie in den Parteiprogrammen für die Welt der Arbeit!
Derweil übernehmen alsbald die Roboter dank ihrer KI die Produktionsherrschaft auf der Erde. Endlich wird von resoucenverschleissender unnützer Kriegsproduktion auf rein zivile Warenproduktion umgestellt und bei Bestellung nach 'Bedarf' sofort geliefert. Während bei dem Philosophen Voltaire der Mensch im 18. Jahrhundert zumindest noch „...seinen Garten bestellen“ musste, um sich ernähren zu können, schliesst sich nun der Reflexionskreis um die 'Verrentung der Roboter' in der Utopie, der vielleicht finalen 'schönen neuen Welt' eines Aldous Huxley „im Jahr der Beständigkeit,… 632 n(ach) F(ord)“ [14].



