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Einhaltung der Menschenrechte in der Unterhaltungsindustrie The Walt Disney Company

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Schwere Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in Zulieferbetrieben von Walt Disney trüben das unbeschwerte Bild, das uns der Unterhaltungsriese mit seinen Filmen und Figuren normalerweise zu vermitteln versucht.

Einfahrt ins Walt Disney World Resort in Orlando, Florida.
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Bild: Einfahrt ins Walt Disney World Resort in Orlando, Florida. / Jrobertiko (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

14. Februar 2006

14. 02. 2006

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Der Konzern gibt die Namen seiner Zulieferer in China nicht öffentlich bekannt und verhindert damit Kontrollen der Arbeitsbedingungen durch unabhängige Inspekteure. SACOM fordert von Walt Disney, die Namen der Zulieferer bekannt zu geben und die Betriebe durch unabhängige NGOs regelmässig inspizieren zu lassen.

Informationen zum Fall und Merkmale unverantwortlichen Konzernverhaltens

Über 80 Jahre nach seiner Gründung (1923) ist der amerikanische Walt Disney Konzern aus der Unterhaltungsmedienindustrie nicht mehr wegzudenken. Walt Disney betreibt heute nebst seinen Filmstudios auch Freizeitparks und Ressorts, sowie zahlreiche Fernseh- und Radioprogramme. Mit einer breiten Produktpalette vermarktet der Konzern seine Figuren rund um die Welt. Seit kurzem haben die Fans von Mickey & Co auch in China ihren Freizeitpark. Hong Kong Disneyland wurde im September 2005 als weltweit fünfter Disney Freizeitpark eröffnet. Doch nicht erst seit dieser Eröffnung besteht eine enge Verbindung zwischen China und dem Walt Disney Konzern.

Walt Disney lässt einen Grossteil seiner Spielwaren durch ausgegliederte Zulieferfirmen in China herstellen. Dass dabei in manchen dieser Betriebe fundamentale Arbeits- und Menschenrechte verletzt werden, scheint Walt Disney nicht zu kümmern. Die chinesische NGO Students and Scholars Against Corporate Misbehaviour (SACOM) hat bei einer Untersuchung (Mai bis August 2005) schwere Missstände in mehreren Zulieferbetrieben von Walt Disney aufgedeckt.

Arbeitstage von bis zu 15 Stunden, Nichteinhaltung von Mindestlöhnen und Verweigerung von Mutterschaftsurlaub gehören in Betrieben, die für Walt Disney produzieren, zum Alltag. Die langen Arbeitszeiten und Sicherheitsmängel führten laut SACOM immer wieder zu Arbeitsunfällen.

Ausserdem ist es in vielen Fabriken im Sommer so stickig, dass Arbeiter ohnmächtig zusammenbrechen. Um die Angestellten trotz schlechten Arbeitsbedingungen an den Betrieb zu binden, verlangen deren Arbeitgeber hohe Abgangsentschädigungen von Mitarbeitern, die ihre Stelle aufgeben wollen.Disney gibt vor, seine Zulieferer regelmässig auf Einhaltung des "Verhaltenskodex für Hersteller" - der auf Walt Disneys Webseite auf mehr als 50 Sprachen abrufbar ist - zu überprüfen.

Dabei lassen sich die Inspekteure vom Firmenkader der Zulieferer mit gefälschten Lohn- und Arbeitszeitpapieren zufrieden stellen. Die Recherchen von SACOM haben gezeigt, dass es mit Fabrikbesuchen möglich ist, weit verbreitete Missstände relativ einfach aufzudecken. Walt Disney ist daran aber offensichtlich nicht interessiert.

Im Gegensatz zu anderen Konzernen (z.B. Nike) hat Walt Disney bis heute die Namen und Standorte seiner Zulieferfirmen nicht öffentlich bekannt gegeben.

Das Unternehmen scheint sich der prekären Arbeitsbedingungen vor Ort bewusst zu sein und stellt sich deshalb gegen eine Überprüfungen der Produktionsstätten durch unabhängige NGOs.

Einhaltung der Menschenrechte

Da Walt Disney seine Verantwortung für die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte in seinen Zulieferbetrieben nicht wahr nimmt, leiden Arbeiter vielerorts unter ausgesprochen schlechten Arbeitsbedingungen. Arbeitsunfälle, häufig hervorgerufen durch Sicherheitsmängel und Übermüdung, fordern immer wieder Verletzte und nicht selten auch Tote.

Druck auf Zulieferer erhöhen

Den "Verhaltenskodex für Hersteller" auf verschiedenste Sprachen zu übersetzen, garantiert noch lange nicht, dass dieser in Walt Disneys Zulieferbetrieben auch zur Anwendung kommt. Walt Disney muss mehr Druck auf seine Zulieferer ausüben, damit diese den Kodex einhalten. SACOM fordert von Walt Disney die Namen und Standorte aller seiner Lieferanten bekannt zu geben; den Hersteller auf seinen Produkten ersichtlich zu machen; eine Lieferanten zu verpflichten, einer öffentlich anerkannten NGO die Inspektion der Fabriken zu gestatten; die Förderung von Arbeiter-Komitees zur Einhaltung der Arbeitsrechte und des Verhaltenskodex von Walt Disney.

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