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Rundschau-Reportage aus Sambia Glencore-Xstrata als Falschspielerin blossgestellt

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Der Rohstoffkonzern macht in Afrika viele Menschen krank, verheimlicht Schadstoffe, will nicht entschädigen und antwortet nicht.

Die Mopani Mine von Glencore in Mufulira, Sambia.
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Bild: Die Mopani Mine von Glencore in Mufulira, Sambia. / photosmith2011 (CC BY-SA 2.0 cropped)

21. März 2014

21. 03. 2014

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Die Rundschau von SRF hat am Mittwoch 12. März einen erschütternden Beitrag über die vielen Opfer der Schwefeldämpfe ausgestrahlt, die eine grosse Kupfermine des in der Schweiz ansässigen Rohstoffkonzerns Glencore-Xstrata bis heute praktisch ungefiltert ausstösst. Täglich gehen laut Rundschau mehrere hundert Tonnen in die Luft. In der Nähe wohnen 130'000 Menschen.

Die Mine hatte Glencore bereits vor 14 Jahren gekauft, doch erst in den nächsten Monaten soll ein Grossteil der Abgase herausgefiltert werden.

«Täglich behandeln wir Patientinnen und Patienten, die wegen des Schwefeldioxids Asthmaanfälle erleiden oder an chronischen Lungenleiden erkrankt sind», erklärte der Chefarzt des lokalen Spitals. Viele Bewohner der Umgebung sind an Lungenkrankheiten frühzeitig gestorben.

TV zwingt Glencore, das Ausmass der Luftvergiftung zuzugeben

Schon seit Jahren und noch heute weigert sich der Rohstoffkonzern in arroganter Weise, die Resultate der Schadstoffkonzentration in der Luft zu veröffentlichen, die sie selber misst. Wie wenn es die betroffene Bevölkerung nichts angehen würde.

Jetzt hat die Rundschau im Umkreis von 500 Meter bis 5 Kilometer eigene Messungen gemacht und die Resultate von einem Schweizer Labor auswerten lassen. Im Durchschnitt von zehn Tagen waren viele Werte 25-mal höher als der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ein Spitzenwert erreichte den 39-fachen Wert.

«Diese Werte haben gesundheitliche Folgen»

Professor und Präventivmediziner Nino Künzli der Universität Basel liess in der Rundschau keinen Zweifel daran, dass eine solche Luftbelastung mit Schwefeldioxid «gesundheitliche Folgen haben muss».

Erst jetzt, als das Schweizer Fernsehen Glencore mit diesen Messresultaten konfrontierte, räumte der Konzern ein, dass diese hohen Werte denjenigen entsprechen, welche Glencore selber gemessen hat. Es sei jedoch «nicht bewiesen», dass die Abgase der Kupfermine schuld seien an den vielen Lungenkrankheiten. Der Verantwortliche von Glencores Kupferminen-Gesellschaft Mopani in Samba behauptete in einem Interview mit der Rundschau sogar, die Schwefeldämpfe würden «nur leichtes Unwohlsein» verursachen. Die Konzernzentrale in Baar ZG verbot nachträglich dem Schweizer Fernsehen, diesen Satz auszustrahlen.

Glencore ging auf Fragen der Rundschau nicht ein

Rundschau-Moderator Sandro Brotz umging dieses Verbot, indem er den Satz in der Sendung nicht ausstrahlte, aber ihn selber vorlas. Nach dem Filmbeitrag sollte Michael Fahrbach, «Leiter Nachhaltigkeit» bei Glencore, im Live-Interview Stellung nehmen. «Nachhaltig» war vor allem seine hartnäckige Weigerung, auf Fragen des Moderators einzugehen.

Fahrbach weigerte sich zu sagen, weshalb Glencore der Rundschau verbot, den erwähnen Satz auszustrahlen.

Fahrbach beantwortete die Frage nicht, weshalb Glencore ihre Messresultate der Schwefeldioxid-Konzentration nie bekannt machte.

Fahrbach beantwortete die Frage nicht, ob er seine eigenen Kinder ins Schulhaus neben der Fabrik in Sambia schicken würde.

Fahrbach wollte nicht sagen, ob Glencore Todesfälle in Kauf genommen habe.

Fahrbach wollte trotz mehrfachen Nachfragens nicht kundtun, ob der Rohstoffkonzern die von Opfern betroffenen Familien und die schwer an Asthma und andern Lungenleiden Erkrankten entschädigen werde.

Auf die letzte Frage meinte der «Leiter Nachhaltigkeit» von Glencore lediglich, die Beweislage sei «nicht klar» und müsse «sauber» geklärt werden. Glencore werde mit der Regierung in Sambia «zusammen sitzen».

Auch was die grossen Schäden in der umliegenden Landwirtschaft betrifft, wo Bauern zum Beispiel mit Erdnüssen und Kürbissen Ernteeinbussen haben, erklärte der lokale Glencore-Verantwortliche in Sambia, für Schäden ausserhalb des Fabrikgeländes sei «die Regierung zuständig». Dieser Satz wurde von der Zentrale in Baar nicht zensuriert, weil er offensichtlich auch der Philosophie von Glencore-Chef Ivan Glasenberg entspricht.

Urs P. Gasche / Infosperber

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