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Katastrophe von Bhopal Dow Chemical: Giftiges Erbe

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Dreissig Jahre nach der verheerenden Gasexplosion in Bhopal ignoriert Dow Chemical noch immer ihr giftiges Erbe.

Mahnende Wandmalerei in Bhopal, Indien.
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Bild: Mahnende Wandmalerei in Bhopal, Indien. / Luca Frediani uploaded by Simone.lippi (CC BY-SA 2.0 cropped)

24. November 2014

24. 11. 2014

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Das grösste Chemie-Unglück in der Geschichte der Menschheit ereignete sich 1984 im indischen Bhopal. In einer Fabrik der Union Carbide Corporation, welche 2001 von Dow Chemical übernommen wurde, kam es zu einer Gasexplosion, die zum unmittelbaren Tod von 8.000 Menschen führte. Mehr als 25 000 Menschen haben bis heute ihr Leben verloren, und über 120 000 sind chronisch krank aufgrund der jahrelangen toxischen Belastung.

Zudem wurden während der 15 Jahre, in denen Union Carbide die Fabrik betrieb, tausende Tonnen giftiger Abfall «entsorgt» und toxische Chemikalien gelangten ins Grundwasser, was zu Krebserkrankungen, Geburtsfehlern und schweren Organschäden führte. Dow Chemical wird jedoch nicht müde zu betonen, dass sie weder in Verbindung mit der Jahrhundertkatastrophe steht noch eine rechtliche Verantwortung für das tragische Ereignis trägt.

Was seither geschah

Dow Chemical beharrt bis heute auf dem Standpunkt, nicht in Verbindung mit der Bhopal-Katastrophe zu stehen, obwohl gegen die Tochterfirma Union Carbide sogar ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung läuft. Vor kurzem hat das Bezirksgericht in Bhopal Dow Chemical vorgeladen, um zu erklären, wieso Dow nicht sicherstelle, dass ihre Tochterfirma Union Carbide ihrerseits einer gerichtlichen Vorladung folge und zu den Anklagepunkten Stellung beziehe.

Dow Chemical lehnt jegliche Verantwortung für die langfristigen gesundheitlichen Schäden ab und weigert sich standhaft, die Verseuchung zu beseitigen, die sich weiterhin ausbreitet und jeden Tag neue Opfer findet. Das Unternehmen ignoriert nicht nur die verheerenden Konsequenzen des Unglücks, sondern liess Aktivistinnen und Aktivisten ausspionieren und verklagte gar einige Überlebende, welche vor Dows indischem Hauptsitz protestiert hatten.

Dow Chemical verweigert den Opfern Wiedergutmachung

Unglaublich, aber wahr: Dreissig Jahre nach der verheerenden Gasexplosion in der Union-Carbide-Fabrik in Bhopal ignoriert Dow Chemical noch immer ihr giftiges Erbe. Das Unternehmen bestreitet jegliche Verantwortung für die Taten der Tochterfirma und verweigert den Opfern Wiedergutmachung. Vor kurzem betonte Dow erneut, es sei unwahrscheinlich, dass Bhopal irgendwelche finanziellen, operativen oder rufschädigenden Auswirkungen auf die Firma haben werde. Dow werde alles tun, um jegliche Bemühungen, das Unternehmen in das Unglück zu verstricken, zu unterbinden.

Als wäre die Tragödie von Bhopal nicht genug: Eine weitere indische Tochterfirma, Dow AgroSciences, wurde von der indischen Regierung wegen Bestechung für fünf Jahre auf die schwarze Liste gesetzt. Dow Chemical hat mit der Übernahme von Union Carbide nicht nur dessen Vermögenswerte, sondern auch die Verpflichtungen geerbt. Es ist höchste Zeit, dass Dow Chemical ihre Verantwortung wahrnimmt und Wiedergutmachung leistet.

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