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Der Aufbau einer popularen Linke Alle Hoffnung mobilisieren

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Ja es gibt Grund genug daran zu zweifeln, dass diesmal Deutschland nicht in den Faschismus abrutscht, ja die Ideologie der Herrschenden ist stark und die Zurichtungen des Neoliberalismus haben den Menschen scheinbar den letzten Rest Vernunft, Anstand und Solidarität geraubt.

Rocío Mantis (CC0)
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27. Dezember 2019

27. 12. 2019

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Aber es ist nicht so wie es scheint, es gibt Hoffnung. Es liegt aber an uns endlich einen radikalen Wandel in unserer Art Politik zu machen und uns zu organisieren zu vollziehen, damit wir eine bessere Zukunft überhaupt wieder auch nur denkbar machen können.

Klar, leicht gesagt, schwer getan. Wenn man sich jedoch einredet, die AfD und der autoritäre Staat wären so übermächtig dann folgt man damit nur einem Schein der sich durch die Medien vermittelt in unsere Hirne frisst. Denn nur weil sie überall medial präsent sind und jeder beabsichtigte Skandal aufgeblasen wird, heisst das nicht, dass ein grosser Teil der Menschen Bock darauf hat sich in einer Gesellschaft wiederzufinden, die von den Rechten gestaltet wird. Vielmehr noch, die Menschen haben die Schnauze voll davon vereinzelt und isoliert zu sein und sich klein machen zu lassen. Sie wissen, dass sie es sind die dieses Land am laufen halten und Tag für Tag neu schaffen. Sie wissen natürlich, wer diejenigen sind, die uns das Leben zur Hölle machen.

Die Frage ist doch nur warum sie keine Hoffnung auf eine linke Zukunft haben, doch das liegt auf der Hand. Wo war den die Linke in den letzten Jahrzehnten? Wo habt ihr die soziale Frage aufgegriffen, wo den Unmut der Leute auf die Strasse mobilisiert? Richtig, nahezu nirgends. Die Leute haben keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft, ja nicht einmal eine Vorahnung davon, weil ihr sie ihnen nicht gebt.

Weil es die (radikale) Linke in den letzten Jahrzehnten dabei belassen hat den liberalen Kräften, die für das unsicheren Lebenszustände verantwortlich sind, nach dem Mund zu reden. Antifaschismus, Antirassismus, Internationalismus, Klassenkampf, Sozialismus und all unsere Inhalte wurden ordentlich entleert und die Linke in Deutschland hat dabei kräftig mitgewirkt. Zu schön ist auch das gemachte Nest im Elfenbeinturm der Szene, zu anstrengend der Kontakt zur realen Welt der Klasse, welche auch heute noch die einzige relevante Kraft ist wenn es darum geht die Gesellschaft zum Positiven hin zu verändern.

Entledigt euch des Defätismus. Es gibt Hoffnung, man muss nur bereit sein, seine eigene ideologische Verblendung im Szenezirkel loszuwerden, dann sieht man es. Die Nachrichten sind voll davon, Gilet Jaunes in Frankreich, über 30% für Labour in Britannien. Klar die sind im wesentlichen Sozialdemokraten und das Wahlspektakel ist nichts für die Zukunft, aber wenn eine Partei mit so einem radikalen Programm, dass sich zum Sozialismus bekennt und Enteignungen fordert so viele Stimmen holt, dann sollte man aufhorchen. Griechenland, Chile, Spanien, die Reihe geht ewig so weiter. Es gibt Hoffnung. Und auch, dass die SPD nur noch knapp über 10% an Stimmen holt ist kein Ausdruck eines Rechtsrucks, sonder davon, dass die Menschen die Schnauze voll davon haben, sich den lauwarmen Brei des Neoliberalismus als notwendig für den Fortschritt verkaufen zu lassen.

Oder schaut euch Fridays for Future an. Macht es euch keine Hoffnung, wenn so viele junge Menschen die Strassen erobern und die Schule schwänzen um die konsequente Umsetzung wissenschaftlicher Fakten in der Frage der Ökologie zu fordern? Natürlich, es fehlen die HauptschülerInnen und die ArbeiterInnen, also die, die am Ende wirklich etwas ausrichten können, doch die Frage der Ökologie ist nicht einfach eine Klassenfrage sondern eine Menschheitsaufgabe. Es gibt Hoffnung und zwar sehr viel. Wir müssen nur ein Gespür dafür entwickeln.

Es geht auch nicht darum zu debattieren, ob es jetzt besser ist im Betrieb, im Stadtteil oder sonst wo aktiv zu werden. Der Kapitalismus hat jeden Lebensbereich vereinnahmt und der Klassenkampf findet überall statt. Die Zukunft wird nicht die Organisierung im Betrieb oder im Stadtteil sein oder die Hoffnung auf grosse Aufstände allein, sondern die Summe all dessen, denn es gibt keine klare Trennung mehr, die es zu berücksichtigen gilt und kein spezifisches Fragment der lohnabhängigen Klasse, auf das man sich konzentrieren muss. Wir brauchen eine Idee die für alle Menschen gleichsam gültig, hoffnungsvoll und realistisch ist.

Wenn du das jetzt liest und dir denkst: wie soll ich das machen, mich ficken die Depressionen und die Zukunftsängste fesseln mich, dann sei dir bewusst, dass es allen so geht. Nur weil es Leute hinkriegen trotzdem +-40 Stunden zu arbeiten, bedeutet das gar nichts, denn die Familie muss nun mal durchgefüttert werden. Der Druck zu überleben lastet auf uns allen. Es gibt keine Ausrede mehr, nicht alle Anstrengungen und Hoffnungen zu mobilisieren, sodass alle, die wir erreichen können, mit dem was wir zu sagen haben, auch angesprochen werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz. Es ist unsere moralische, politische und historische Verantwortung endlich eine populare Linke aufzubauen. Ansonsten waren die letzten 75 Jahren in denen wir darüber gestritten haben, wie sich ein neues Auschwitz und ein neuer Faschismus verhindern lassen umsonst.

Nehmt es in die Hand und organisiert die Linke neu. Machen wir das Jahr 2020 zu unserem.

autonomie-magazin.org

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