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Assoziationen zu Autorität: Autorität ist immer im Prozess und nie vollends sicher

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Autorität ist immer im Prozess und nie vollends sicher Assoziationen zu Autorität

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Politik

Dieses Mindmap ist nicht spektakulär, half mir aber meine Gedanken hinsichtlich der Wortbedeutung von „Autorität“ zu sortieren. Das habe ich getan, um sie von Autoritarismus abzugrenzen.

Mindmap zu Autorität.
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Mindmap zu Autorität.

Datum 5. Januar 2026
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Durch die vielfältige Verknüpfung mit verschiedenen Verben fand ich erhellend, das Autorität stets graduell, eigentlich auch prozessual und in Beziehung auf andere Menschen vorhanden ist – oder eben nicht. Vielleicht ist es nicht überraschend, aber damit wurde mir noch mal deutlich, das Autorität nur im Zusammenhang mit sozialen Beziehungen Bedeutung hat. In Hinblick auf menschliches Eingreifen in die Natur kann nicht von Autorität gesprochen werden.

Die Fähigkeit, etwas zu bewegen, zu bauen, zu gestalten, ist keine Autorität. Sich mit Gewalt etwas zu nehmen oder zu unterwerfen ist ebenso wenig Autorität. Aber die zugeschriebene oder angemasste Eigenschaft, in Themen kompetent zu urteilen, klare Entscheidungen zu treffen oder Anweisungen geben zu können – das ist Autorität. Durch Charisma, Kompetenzen und Kapazitäten können sich Menschen Autorität verschaffen. Autoritär wird diese, wenn sie sich dauerhaft verfestigt, sich als essentiell darstellt oder mit Gewalt erlangt oder aufrecht erhalten wird.

Autorität als solche abzulehnen, erscheint als alberner Abwehrreflex, der sich gegen die soziale Existenz von Menschen richtet, welche sich in in Hinblick auf verschiedene Themen, Tätigkeiten, Bereiche Autorität zugestehen oder nicht. Die wichtigen Fragen sind: Tun sie dies freiwillig, für einen gewissen Zeitraum = temporär, können sie die zugestandene Autorität wieder abrufen und erwachsen aus dieser weitere Privilegien, was es zu kritisieren gälte?

Autorität hat in diesem Sinne viel mit sozialen Rollen zu tun, die eingenommen, angefochten, gewonnen und abgegeben werden können. Je eher diese mit einer Funktion für eine Gemeinschaft verbunden und von dieser freiwillig übertragen wurde, desto weniger autoritär ist die Autorität. Daher wurden Organisationsprinzipien entwickelt, um die dauerhafte Verfestigung von Autorität zu erschweren: Rotation, imperative Mandate, keine Extra-Gewinne durch Autoritäts-Positionen, transparente Vergabe von Aufgaben, Mehrfach-Besetzung von Aufgaben, Instrumente einer legitimen Kritik usw.. Ferner wurde eine bestimmte Ethik entfaltet: Verantwortungsbewusstsein, Selbstkritik, transparenter Umgang etc.

Die gute Nachricht aus anarchistischer Sicht: Autorität ist immer im Prozess und nie vollends sicher. Niemand weiss dies besser, als jene, die sie sich autoritär verschafft, gewaltsam oder intrigant angeeignet haben…

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