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Schweiz: Günstigen Wohnraum verteidigen | Untergrund-Blättle

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Alle am 27. August 2021 zur Kundgebung nach Winterthur! Schweiz: Günstigen Wohnraum verteidigen

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Die milliardenschwere Winterthurer Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG ist einer der grossen Immobilienplayer der ehemaligen Industriestadt.

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16. August 2021
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Die steuerbefreite Stiftung besitzt hier über 1700 günstige Wohnungen, die einst dem 2018 verstorbenen Immobilienhai und Kunststammler Bruno Stefanini gehört haben. Verwaltet werden die Wohnungen von der Terresta. Die SKKG möchte in nächster Zeit alle Häuser in ihrem Besitz sanieren. Oder abreissen und mit lukrativen Neubauten überbauen. Beides, um die Rendite zu erhöhen.

Im letzten Herbst -- mitten in der Covid-19-Pandemie -- hat die Verwaltungsfirma Terresta im Auftrag der SKKG einige der selbstverwalteten Stefanini-Häuser kontaktiert.

Wir leben in diesen Häusern, die wir z.T. seit fast zwanzig Jahren selbst unterhalten. Die Terresta verlangte nun von uns, befristete und unsichere Gebrauchsleiheverträge zu unterschreiben. Der Sinn der Sache: Sobald sie sanieren oder abreissen wollen, könnten sie so die Häuser schnell räumen und uns nach Belieben auf die Strasse stellen.

Eigentliche Verhandlungen gab es im Herbst 2020 nicht. Der Rauswurf ist beschlossene Sache. Wann es soweit sein soll, ist das Geheimnis der SKKG. Gegen den drohenden Verlust unseres Wohnraums haben wir uns zusammen organisiert und die Häuservernetzung Winterthur gegründet.

Zum internationalen Housing Action Day vom 27. März 2021 haben wir der SKKG und der Terresta einen offenen Brief geschrieben. Unser Vorschlag: Die Häuser sollen für 30 Jahre im Baurecht an uns abgegeben und/oder an eine kollektive Struktur (Genossenschaften o.ä.) übertragen werden. Damit könnte der Erhalt der Häuser durch die BewohnerInnen selbst gesichert werden. Statt Abriss die Bausubstanz langfristig erhalten -- eine sozial und ökologisch sinnvolle Lösung!

Bis heute haben weder die SKKG noch die Terresta auf diesen Vorschlag reagiert.

Am 7. Juni 2021 haben wir deshalb dem Sulzer-Hochhaus einen Besuch abgestattet. Hier hat die SKKG und die Terresta ihren Firmensitz. Wir übergaben einem leitenden Angestellten der Terresta einen zweiten offenen Brief mit der Forderung, endlich auf den Vorschlag einzugehen.

Ende Juni kam dann eine schriftliche Antwort: Die Situation sei "sehr komplex", darum könnten sie erst im Herbst informieren. Für diese nichtssagende Antwort (die in keiner Weise auf den Vorschlag vom März eingeht) brauchten sie mehrere Wochen.

Wir haben die Nase voll von dieser Hinhaltetaktik!

Zuerst fordert die SKKG und die Terresta uns auf, befristete und unsichere Verträge zu unterschreiben, um uns einfacher rauswerfen zu können. Dann werden unsere Bemühungen, die Häuser zu erhalten, einfach ignoriert. Schliesslich schreiben sie uns zwei vage Sätze, ohne auf unseren Vorschlag einzugehen.

Wir stehen vor einer ungewissen Zukunft. Wann wollen sie uns auf die Strasse setzen? Noch im Winter?

Wenn wir unsere Wohnungen verlieren, ist es praktisch unmöglich, einen zahlbaren Ersatz zu finden. Denn es herrscht akute Wohnungsnot. Im Juni standen in Winterthur gerade mal 0.41 % aller Wohnungen leer. Günstiger Wohnraum ist sehr knapp. Hinter der profitorientierten Aufwertung der Stadt steckt der Wunsch des Stadtrats nach guten SteuerzahlerInnen; bedient wird damit die Immobilienwirtschaft, die ihre Mieten anheben und noch höhere Renditen erzielen kann. Wer seine Wohnung verliert und wenig hat, soll dagegen aus der Stadt verschwinden.

Das Leerkündigen wegen Sanierungen und der Abriss von günstigem Wohnraum ist ein Skandal. Genau das ist aber der Plan der SKKG und der Terresta. Und dagegen wehren wir uns gemeinsam!

Im Gegensatz zu den SKKG-StiftungsrätInnen sind wir auf günstigen Wohnraum angewiesen. Wir fordern von der SKKG konkrete Informationen sowie einen ernstzunehmenden Vorschlag, wie der Erhalt unserer Häuser garantiert werden kann.

Um dem Nachdruck zu verleihen, werden wir am 27. August 2021 um 15:00 Uhr der SKKG und Terresta einen Besuch abstatten. Es gibt es Kaffee und Kuchen, Redebeiträge und Zeit und Raum, um sich auszutauschen.

Wir laden alle ein -- Solidarische und von Wohnungsnot und steigenden Mieten Betroffenen -- zur Platzkundgebung vor dem Sulzer-Hochhaus an der Neuwiesenstrasse 15 in Winterthur.

Hände weg vom günstigen Wohnraum! Kommt alle -- wir bleiben alle!

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