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Zu den Berner Regierungsratswahlen 2026: Pierre Alain Schnegg (SVP)

Zu den Berner Regierungsratswahlen 2026 Pierre Alain Schnegg (SVP): Bösmensch und Christ

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Politik

Es war wieder einmal so weit letzten Sonntag: Die Berner Stimmberechtigten wurden dazu aufgerufen, ihren Regierungsrat neu zu wählen.

Der SVP Politiker Pierre-Alain Schnegg bei einem Auftritt in Biel am 26. Januar 2026.
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Der SVP Politiker Pierre-Alain Schnegg bei einem Auftritt in Biel am 26. Januar 2026. Foto: Bricetofly (PD)

Datum 31. März 2026
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Dabei stach mir einer ganz besonders ins Auge – Pierre Alain Schnegg. Pierre Alain Schnegg war bis anhin der oberste Gesundheitsminister des Kantons Bern. Sein Programm – als gläubiger Christ – auf Asylsuchenden und Sozialhilfeempfängern herumtreten (Leistungen massiv kürzen) und nach oben beten (Steuergeschenke für Firmen und Bonzen im Kanton Bern). Die komplett geistig obdachlosen Stimmberechtigten des Kantons Bern haben Pierre Alain Schnegg doch tatsächlich an diesem Sonntag, den 29. März 2026 wiedergewählt.

Wie es Pierre Alain Schnegg wohl als gläubiger Christ mit den Mittellosen (Sozialhilfeempfängern), Nothilfe empfangenden Asylsuchenden und Kranken (Invaliden) im Kanton Bern hält? Horchen wir doch für einen Moment der Bergpredigt Jesu Christi. (Obschon ich als Autor dieser kleinen Geschichte ein absoluter Atheist bin und an keinen Gott – geschweige denn an eine höhere Macht und somit an einen Determinismus – glaube: Das exakte Gegenteil ist der Fall. Ich stehe knallhart ein für die französische Revolution, die Aufklärung und die daraus entsprungenen ersten Menschenrechte – keinesfalls für ein vorherbestimmtes Leben, welches uns die Feudalherren – übrigens in ganz Europa – immer wieder aufzwingen wollten.)

Matthäus 5
Die Bergpredigt
Kapitel 5,1–7,29
Die Seligpreisungen
(Lk 6,20-49)
1. Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
2. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heissen.
10. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.
12. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Salz und Licht
13. Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
14. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
15. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
16. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Jesu Stellung zum Gesetz
17. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.
19. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heissen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird gross heissen im Himmelreich.
20. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Tja, werter Monsieur Schnegg: Mit Ihrer Sparwut haben Sie nicht nur sich selbst verraten, sondern auch noch Ihre ganze evangelische Freikirche, welcher Sie angehören und Ihr Christsein obendrein.

Nun, man sollte selbstverständlich wissen, dass die Bergpredigt des Rabbi ganz zentral ist im Christentum und integraler Bestandteil der christlichen Religion.

Nun, werter Monsieur Schnegg: Als Nichtgläubiger irgendeines Gottes, der um ein komplett deterministisches Leben und Universum weiss (wer glaubt, der weiss nichts und ist d. h. ein Leben lang dazu verdammt, anderen alles zu glauben), denke ich („Ich denke, also bin ich“), werden Sie ganz sicher nicht (kann mir übrigens wurst sein) das ewige Leben erlangen. Denn die obenstehende Bergpredigt des Rabbi erzählt von ganz anderen Menschen, die nach Ableben des Diesseits ins ewige Licht eintreten werden – keinesfalls die Hartherzigen und diejenigen, welche den „Armen, Schwachen und Kranken“ das Leben schon zu Lebzeiten zur Hölle gemacht haben.

Es ist übrigens Ihre Partei, die SVP, welche immer wieder gegen „kriminelle Ausländer“ hetzt und herumjammert, diese würden zu wenig konsequent ausgeschafft. Mit Ihrer Politik des Sparens bei den Bedürftigen heizen Sie selbst – und mit Ihnen die Partei welcher Sie angehören, die SVP – die Kriminalität ja geradezu an. Widersprüchlicher und schizoider könnte Ihre Politik und die Ihrer Partei der SVP gar nicht sein.

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