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Aufwertung für wen? Gentrifizierung in Winterthur

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Im Stiftungsrat der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte von Bruno Stefanini sitzen weiterhin Familienmitglieder des Winterthurer „Immobilien-Königs“.

Mieterwiderstand gegen Modernisierung an der GeneralGuisanStrasse 31 in Winterthur.
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Bild: Mieterwiderstand gegen Modernisierung an der General-Guisan-Strasse 31 in Winterthur. / JoachimKohlerBremen (CC BY-SA 4.0 cropped)

15. Februar 2017

15. 02. 2017

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Das hat das Bundesverwaltungsgericht beschlossen. Was das nun für die MieterInnen der zahlreichen Stefanini-Wohnungen in der Stadt heisst, wird sich zeigen – Bettina und Vital Stefanini haben sich bisher nie dazu geäussert, ob und wie sie die günstigen Wohnungen erhalten wollen. Ihre Wahl der restlichen Stiftungsräte lässt aber nichts Gutes erahnen.

Über Jahrzehnte hinweg stand der Begriff „Stefanini-Wohnung“ in Winterthur zwar für wenig Komfort, dafür aber für bezahlbare Mietzinse auch an zentraler Lage. Mit der Altersdemenz des 92-jährigen Stefanini begann sich die Lage vor allem in der Altstadt aber zunehmend für viele MieterInnen zu verändern. Die Geschäftsführung von Stefaninis Immobilienverwaltung Terresta AG kündete eine „Renovationsoffensive“ an und begann mit der Totalsanierung von Altstadtliegenschaften. Nach diesen Luxussanierungen waren die Mietzinse doppelt bis dreimal so hoch wie zuvor.

Auch für das vor fast 20 Jahren besetzte Haus an der General-Guisan-Strasse 31 existieren Umbaupläne und soll früher oder später geräumt und umfassend saniert werden. Die Pläne für die „Gisi“ machen deutlich wie ernst es der Terresta AG mit ihrer Aufwertungs-strategie ist und in welch grossem Rahmen sie in der Altstadt plant.

Es geht aber nicht darum, die frühere Liegenschaftspolitik von Bruno Stefanini schönzureden und zu den alten Zuständen zurückzuwollen: Stefanini hat jahrzehntelang kräftig an seinen MieterInnen verdient und kaum etwas in den Unterhalt seiner Häuser investiert, einige Häuser sogar trotz Wohnungs-not leerstehen und völlig verfallen lassen. Die Einnahmen wurden stattdessen in seine Kunstsammlung investiert.

Es ist deshalb unbestritten, dass viele Stefanini-Häuser eine Renovation nötig haben und dass die Sanierung eines Hauses, das jahrzehnte-lang nur notdürftig unterhalten wurde viel kostet. Die Frage stellt sich aber, für wen und für welche Bedürfnisse die Häuser saniert werden sollen. Es ist klar, dass sich die bisherigen MieterInnen, welche für einen bezahlbaren Mietzins alle Unannehmlichkeiten in Kauf genommen und die dringendsten Renovationen oft auch auf eigene Rechnung durchgeführt haben, den Mietzins nach einer Totalsanierung nicht mehr leisten können.

Die Zusammensetzung des „neuen“ Stiftungsrates lässt diesbezüglich jedenfalls nichts Gutes erahnen: Bettina und Vital Stefanini haben sich mit dem „Immobilienexperten“ Thomas Wetzel einen (ex-)Verwaltungsrat der Verit Immobilien (eine grosse Immobilienfirma) und der Swiss Prime Site (führende Immobilien-Investment-Firma der Schweiz, hat u.a. Wincasa aufgekauft) ins Boot geholt.

Viele EinwohnerInnen von Winterthur sind existenziell auf günstige, bezahlbare Mietzinse angewiesen. Demgegenüber steht die Logik des Kapitalismus auch aus dem Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf möglichst viel Profit herauszuschlagen. In diesem Sinne setzen wir der Stadtaufwertung von oben unseren Widerstand von unten entgegen. Wir werden uns auch weiterhin gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum für alle wehren und für die Instandhaltung von Immobilien aber gegen wertsteigernde Luxussanierungen einstehen. Wir lassen uns nicht vertreiben, weder für „gute SteuerzahlerInnen“ noch für den Gewinn von ein paar Wenigen. In diesem Sinne tragen wir heute die „Privatsache“ Wohnen in den öffentlichen Raum, auf die Strasse. Wehren wir uns gemeinsam gegen die Stadtaufwertung von oben!

Aufwertung heisst Vertreibung – wir bleiben alle!

IG der BewohnerInnen und BenutzerInnen von Stefanini Liegenschaften

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