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UN-Sanktionen und politische Isolation Zur Geschichte von Libyen

Politik

Seit 1951 herrschte in Libyen ein König namens Sidi Muhammad Idris al-Mahdi al-Senussi, kurz Idris I. genannt. Die Bevölkerung warf ihm vor, mit Italien zu kooperieren und das Land dem Ausverkauf preiszugeben.

Muammar al-Gaddafi (rechts im Bild) 2009 am G8-Treffen in L’Aquila, Italien.
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Bild: Muammar al-Gaddafi (rechts im Bild) 2009 am G8-Treffen in L'Aquila, Italien. / Pete Souza (PD)

26. Juni 2010
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Dieser Herrscher des Königreich Libyen war dem iranischen Schah nicht unähnlich. Idris wurde am 1. September 1969 durch einen Militärputsch, der von Oberst Gaddafi angeführt wurde, vom Thron geholt. Der ehemalige König Idris flüchtete zunächst nach Rom und lebte danach bis zu seinem Tod 1983 im Exil in Kairo.

In Libyen wurden nach dem Umsturz die traditionellen Werte wieder eingeführt und die Kolonialherren aus dem Land rausgeworfen. 1970 ging der letzte Italiener.

In der Folge haben diverse libysche Kräfte verschiedene globale Freiheitsbewegungen und auch den internationalen Terrorismus finanziell unterstützt und waren zum Teil auch direkt in terroristische Angriffe verwickelt. 1986 wurde Libyen von amerikanische Lufteinheiten bombadiert.

Nach etlichen diplomatischen Verhandlungen wurde gegen Libyen 1992 UN-Sanktionen eingeführt um die mutmassliche Attentäter von Lockerbie rauszuzwingen. Das Land konnte nicht zuletzt dank seinen reichhaltigen Ölvorkommen dem immensen Druck von Aussen standhalten. Jedoch führte Gadaffi sein Land somit in die Isolation, welche durch die allgemein bekannte Boykott-Politik der Vereinigten Staaten von Amerika noch verstärkt wurde.

Oftmals wurde Gadaffi mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein verglichen. Der irakische Despot hingegen war ohne Zweifel einer der grössten Verbrecher der Menschheitsgeschichte. Aber wie man hier mal wieder sieht wirkt das Böse offenbar anziehend.

Saddam: ein Mann der dachte, er wäre ein Muslim. Sein Bruder vergewaltigte Frauen. Seine Schwestern gingen auf irgendwelche Partys auf der ganzen Welt und fröhnten dem hedonistischen Life-Style. Er mochte keien Kopftuch in seiner Familie. Trotzdem hetzte er seine Bevölkerung im Namen Gottes gegen Iraner und Kurden auf. Doch der Mann war jahrelang ein Garant für Stabilität im Land und wurde daher auch von den verschiedensten Seiten unterstützt.

Und: Er hat sich nie kaufen lassen von irgendwelchen leeren Versprechen aus den USA.

Irak hat die 2. grössten Öl-Reserven der Welt. Doch das UN-Embargo zwingte das Land in die Knie. Der Staat musste viel Öl gegen Nahrung austauschen. Ich mein vergleicht mal Nahrung mit Öl. Nur weil das Land sich nicht rumschikanieren wollte kriegte es den Stempel des Terrorismus aufgedrückt.

Zurück zu Libyen: Würde gern hingehen, weisst du, das ist das Problem der Europäer, sie übertreiben immer so dermassen.

Dadurch stellen sie andere Länder niedriger als das Land, indem sie leben. Mein Onkel hat dort 7 Jahre lang gearbeitet und er meinte das die Leute Geld scheissen würden.

Nur die Gastarbeiter sind die grössten Gammler! Mein Onkel meinte, dass die Leute soviel Geld haben, das sie, wenn sie es mit der Bevölkerung teilen würde, jeder Hund ein Auto bekommen könnte. Ausserdem muss gesagt werden, dass es in keinem Land auf dieser Erde 100% Demokratie gibt. Ich weiss das Libyen nicht demokratisch war, aber immer noch besser als scheindemokratisch.

Nicht nur die eine Seite betrachten, sondern auch die Andere!

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