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Sich den Schülern anschliessen und „lebendig, autonom und explosiv“ werden

Interview mit dem Unsichtbaren Komitee am 16. Oktober 2026 Sich den Schülern anschliessen und „lebendig, autonom und explosiv“ werden

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Politik

Ob nun reiner Zufall oder Zeichen der Zeit, jedenfalls erscheint genau im Moment der Jugendrevolte und am Vorabend einer möglichen „Rückkehr der Gelbwesten“ das Handbuch des Überlebens [Manuel de Survie] des Unsichtbaren Komitees.

Maskierte Demonstranten bei landesweiten Protesten gegen die Lebenshaltungskosten in Frankreich im Oktober 2026
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Maskierte Demonstranten bei landesweiten Protesten gegen die Lebenshaltungskosten in Frankreich im Oktober 2026 Foto: Laurent Cipriani / Ill Will

Datum 26. Oktober 2026
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Das folgende Interview wurde am 16. Oktober 2026 auf der französischen Website Frustration veröffentlicht.
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Ob nun reiner Zufall oder Zeichen der Zeit, jedenfalls erscheint genau im Moment der Jugendrevolte und am Vorabend einer möglichen „Rückkehr der Gelbwesten“ das Handbuch des Überlebens [Manuel de Survie] des Unsichtbaren Komitees.

Seit mehr als zwanzig Jahren versteht das Comité mit seinen Interventionen (Der kommende Aufstand, An unsere Freunde, Jetzt…) sowohl Inspirationsquelle zu sein als auch kritische Bilanz der weltweiten Aufstände wie ihrer Folgen zu ziehen. In seinem Handbuch des Überlebens formuliert es ein strenges, forderndes, ungeschöntes und selbstkritisches Denken, das sich jedoch auch grosszügig und ehrlich ausnimmt.

Viele der dort aufgeworfenen Fragen sind bisweilen auch unsere eigenen, sowie letztlich diejenigen vieler Menschen, die von den Niederlagen und dem Gefühl der Ohnmacht frustriert sind: Wie lässt sich die wiederholte Niederlage deuten, obwohl zugleich Formen des offenen Konflikts weiter bestehen? Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen? Wie im Moment „überleben“? Wie schafft es der Feind, sich durchzusetzen? Wie kann man dem Kapital strategisch begegnen und die revolutionäre Ethik und Perspektive wieder ernsthaft in den Mittelpunkt rücken?
Vor dem Hintergrund ihrer erklärten Kritik am öffentlichen Raum sind ihre Äusserungen zwar selten, aber dennoch haben zwei Mitwirkende am Handbuch des Überlebensdes Unsichtbaren Komitees unsere Fragen zum Buch beantwortet und ihre eigene Analyse der aktuellen Lage dargelegt.
Das Handbuch des Überlebens beschreibt, wie die Gelbwesten eine Form des Aufstands verwirklichten, auf die Autonome schon lange gehofft hatten, allerdings ohne, dass sie daran beteiligt waren: nämlich in Form einer Bewegung, die aus der Begegnung einzelner, bislang isolierter Erfahrungen entstand, statt Ergebnis einer vorab geplanten Organisation zu sein. Gibt es Gemeinsamkeiten mit der aktuellen Revolte der Jugend, oder handelt es sich bloss um die x-te Mobilisierung der Linken, die von Gewerkschaften und Parteien für sich reklamiert, gelenkt, vereinnahmt oder sogar sabotiert wird?

Was das Land derzeit erschüttert, ist keine soziale, sondern eine vitale Bewegung. Die Welt der „Erwachsenen“, die Welt derjenigen, die am Drücker sind, rast mit voller Geschwindigkeit gegen die Wand; sie gibt sogar noch Gas. Sie schert sich um nichts, sie will weiter geniessen, bis zum letzten Tropfen Öl. Sich als „verantwortungsbewusst“, als „vernünftig“ und als Hüterin der „Autorität“ auszugeben, ist der Gipfel ihres unerbittlichen Infantilismus. Eine Gesellschaft der Alten muss zwangsläufig der Jugend huldigen, ohne dabei aber jemals jung sein zu können. Sie sehnt sich nach allen Insignien der Jugend, verabscheut aber deren Lebenskraft. Die Schüler haben keinen Grund, sich mit solch einer selbstmörderischen Zivilisation verbunden zu fühlen. Sie haben miterlebt, wie sich ihre Eltern und Lehrer all den demütigenden Absurditäten des Covid-Regimes unterworfen haben und sich dann in fadenscheinigen Rechtfertigungen verloren, um sie in den Lockdown zu zwingen und sie ihrerseits diesem Regime zu unterwerfen. So sehr, dass man meinen könnte, es seien die Eltern ihrer eigenen Eltern, die sprechen.

„Nur weil ihr euch damit abfindet, wie beschissene Köter behandelt zu werden, einen Hungerlohn zu bekommen und nicht einmal jeden Monat alle Einkäufe erledigen zu können, heisst das noch lange nicht, dass alle anderen das ertragen müssen, nur weil ihr nicht die Eier hattet, den Mund aufzumachen – tut mir leid“, entfährt es einer Schülerin. Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Der berühmte Nazi Henry Ford sagte einmal: „Es ist gut, dass die Bevölkerung das Banken- und Geldsystem nicht versteht, denn ansonsten gäbe es, glaube ich, noch vor morgen früh eine Revolution.“ Wenn die Schüler wüssten, wie ihre Lehrer – von wenigen, umso wertvolleren Ausnahmen abgesehen – im Lehrerzimmer über sie sprechen, gäbe es in Frankreich nicht mehr viele intakte Schulen. Eine Welt zu regieren, die kein anderes Versprechen bietet als das ihres Zusammenbruchs, gestaltet sich komplizierter als erwartet. Fraglich, ob elterliches GPS-Tracking dafür ausreicht.

In einer verwalteten Gesellschaft ist das, was man „die Jugend“ nennt, schlichtweg der freie Teil der Gesellschaft – jener Teil, der noch nicht durch eine Karriere, einen Vorgesetzten, einen Kredit oder ein Milieu gebunden ist und es sich daher leisten kann, das auszusprechen, was jeder sieht, aber lieber für sich behält. Man generationalisiert die Revolte, um zu verhindern, dass sie sich generalisiert. Bei der aktuellen Revolte „der Jugend“ geht es im Wesentlichen um die gemeinsame Lebenssituation. Welchen Sinn hat es bei 45 °C Karriere zu machen – und folglich zu studieren? Woher nimmt diese Gesellschaft den Mut, ihre unhaltbaren Widersprüche als „psychologisches Problem“ abzutun, für das wir verantwortlich seien – und uns daher zu „Resilienz“ gegenüber unserer „Klimaangst“ aufzurufen? Wie lange wollen wir die derzeitige Selektion der ganzen Bevölkerung – und damit auch Parcoursup[1] und MonMaster[2] – noch hinnehmen? Erschöpft sich das Leben darin, sich selbst als Humankapital und damit als Summe von Kompetenzen zu betrachten? Wann werden wir endlich aufhören, an unserer eigenen Abschaffung durch KI mitzuwirken – ein Schicksal, wie es den Lehrkräften von den ministerialen Start-ups bereits versprochen wurde? Und vor allem: wie soll eine Revolution in einer Welt stattfinden, deren ganzes Design uns daran hindern soll? All diese Fragen – und noch einige weitere – waren unser Ausgangspunkt beim Verfassen des Handbuch des Überlebens. Zwei Jahre lang haben wir versucht, Antworten zu finden, eine strategische Bilanz aus dem Scheitern der Bewegungen, an denen wir beteiligt waren, zu ziehen und den Weg zu ebnen für einen Neuanfang eines revolutionären Prozesses. Wir wussten von der Notwendigkeit dieser Aufgabe, aber niemand sprach mehr von Revolution. Wir fragten uns, ob wir überhaupt noch für jemanden schrieben. Jetzt wissen wir, für wen wir geschrieben haben. Wir haben uns nicht umsonst abgemüht.
Demonstranten auf dem Boulevard Haussmann in Paris AFP

Die erste Gemeinsamkeit zwischen den Gelbwesten und dem aktuellen Aufstand der Schüler besteht darin, dass beide aus Kreisen fernab aktivistischer Sozialisation, ihren Codes, ihren endlosen Diskussionen, ihrer Tristesse stammen – und ihrer finsteren Radikalität. Es sind Revolten, die noch wissen, „Ich“ zu sagen. Und tatsächlich haben wir seit den Gelbwesten nicht mehr eine solche Freude gehabt, auf der Strasse zu sein, Witze zu machen, zu tanzen, zu singen, zu sprühen – Aufstand zu machen. Ein weiteres gemeinsames Merkmal ist, dass sie die Demütigung als Norm der sozialen Integration, und damit die Grundlage der französischen Kultur, angreifen. Es geht also darum, sich der Beurteilung zu widersetzen. Die Probleme mit den Schultoiletten sind keine „Scheissprobleme“, sondern ein offensichtliches Zeichen der Verachtung. Und sie müssen aufhören. „Generation Z, weil wir die letzte Generation sein werden, die wie Dreck behandelt wird“, stand letzten Dienstag auf einem Plakat. Kein Bedürfnis ist verachtenswert – sei es nach Schlaf, Geld, Anerkennung, Sinn oder Liebe. Die ganze französische Kultur will uns Scham für unsere körperlichen Bedürfnisse eintrichtern, so sehr, dass „seine Notdurft verrichten“ [faire ses besoins] gleichbedeutend mit „scheissen“ ist. Sowohl die Schüler als auch die Gelbwesten trotzen diesem Tabu ganz unverblümt. Die Bedürfnisse sind in ihrer Wirklichkeit und Einzigartigkeit unkontrollierbar: Sobald man sie zur Sprache bringt, wissen die Regierungen nicht mehr, welche Ausrede vom Thema ablenken könnte. Ein drittes gemeinsames Merkmal dieser beiden Proteste ist die Weigerung, sich dem Double Bind der Regierung zu beugen, die Weigerung, uns von der Macht durch paradoxe Ge- und Verbote in den Wahnsinn treiben zu lassen; es handelt sich also um dieselbe Art, sie beim Wort zu nehmen. „Du hast uns gesagt, wir sollen zu dir kommen – nun, hier sind wir, Macron, wir sind auf den Champs-Élysées und bald im Élysée-Palast!“ „Ach, ihr predigt uns das ganze Jahr über, dass wir arbeiten, unsere Prüfungen bestehen und für unsere ‚Zukunft' Opfer bringen müssen – nun, dann gebt uns die entsprechenden Bedingungen, ihr Hunde!“. Plötzlich offenbart sich die Macht in ihrer ganzen Nacktheit und beginnt zu stammeln. Und dann zeigt sie ihr wahres Gesicht und spricht Klartext. Sie bezeichnet eine besetzte Schule als „urbane Gewalt“ und erklärt in einem öffentlich-rechtlichen Radiosender, dass es zu viele Oberstufenschüler gibt, dass viele von ihnen nicht aufs Gymnasium gehören und dass ohnehin selbst ein Studium niemals ausreichen wird, um auf dem Arbeitsmarkt mit der KI mithalten zu können. Damit herrscht endlich Klarheit.

Das schlechte Gewissen der Aktivisten, die „Gelbwesten-Bewegung verschlafen“ zu haben – sie brauchten drei Wochen, um sich ihr anzuschliessen, und bezeichneten ihre Anhänger zunächst als „Faschisten“ –, ist so gross, dass sie seitdem ununterbrochen versuchen, die Bewegung bei jeder Gelegenheit „nachzubauen“. Und tatsächlich, wie das Handbuch des Überlebens in Erinnerung ruft, fand dieser rein proletarische, gewerkschaftsfeindliche, politikfeindliche und repräsentationsfeindliche Aufstand ohne sie statt. Das hinderte die Gelbwesten jedoch nicht daran, nach ihren ersten Zusammenstössen mit der CRS[3] die Technik des „Black Block“ zu übernehmen – eine von den deutschen Autonomen der 1980er Jahre stammende Strategie, die in Frankreich erst sehr spät, nämlich 2016, populär wurde. Sie übernahmen die Technik, nicht jedoch die Identität. Doch weniger ist es dieses – zugegebenermassen auffällige – Detail, das die Gelbwesten als Autonome handeln liess, als vielmehr ihre konsequente Ablehnung jeglicher Vertreter, jeglicher Sprecher, jeglicher externer Organisation und jeglicher institutioneller Vermittlung. „Keine Macht für niemanden!“, forderten deutsche Autonome im Jahr 1981. Die Gelbwesten waren jene „Autonomie jenseits der Autonomen“, von der die Stadtindianer[4] 1977 träumten. Waren die Gelbwesten für die Autonomen ein Schlag ins Gesicht, so waren sie für die Gewerkschaften ein Albtraum: Arbeiter, die sich erheben, auf die Strasse gehen und direkt das Wort ergreifen, ohne den Umweg über ihre anerkannten und hoch bezahlten Vertreter zu nehmen. Man muss sich an die Reden von Laurent Berger[5] im Jahr 2023 zu Beginn der Bewegung gegen die Rentenreform erinnern: Darin ging es ausschliesslich um seine Verachtung für die Gelbwesten.
Sich an den Letzteren zu rächen, war übrigens die einzige Motivation der Gewerkschaftsführungen bei dieser Bewegung: nicht, durch einzelne, versetzte Streiktage sich gegen die Provokationen der Regierung durchzusetzen, sondern sich nach einer solchen Demütigung wieder aufzurappeln – also eine Bewegung der Restauration. Aus den unterschiedlichsten Gründen ist die aktuelle Schüler- und Studentenbewegung weniger gut gewappnet, sich gegen gewerkschaftliche und politische Vereinnahmung zu wehren. Am vergangenen Dienstag konnte ein von Tausenden von Schülern und Studenten organisierter Demonstrationszug vom Pariser Rathaus zum Matignon-Palast[6] von den Gewerkschaften geräuschlos torpediert und in einen Polizeikessel auf dem Place Vauban geführt werden, ohne dass dies einen Skandal auslöste. Gewerkschaften, Medien, linke Organisationen: diese falschen Freunde sind viel gefährlicher als echte Feinde. Wenn sie es schaffen, uns zu ficken, dann gerade deshalb, weil sie eine Zeit lang vorgaben, auf unserer Seite zu stehen. Was die Mélenchon-Anhänger angeht, so bereiten sie mit ihrer Hegemonialstrategie gegenüber allem, was sich bewegt, und ihrer „PANG!“-Taktik[7] zynischerweise nur den grössten politischen Kater seit Mitterrand vor. Sie ernähren sich von den Hoffnungen anderer wie Zecken vom Blut. Ist das eine Entschuldigung dafür, sich nicht den Schülern anzuschliessen? Ganz sicher nicht. „Sich den Schülern anschliessen“ bedeutet weniger, ihnen zu folgen und zur Seite zu stehen, als vielmehr die Weigerung und die Möglichkeiten, die ihre Geste in sich trägt, zu verbreiten. Die Weigerung, sich zermalmen zu lassen. Die Weigerung, ein Opfer des Systems zu sein. Lebendig, autonom, explosiv zu werden. Wir sind zuversichtlich: Wahlen werden uns jedenfalls nicht aus dieser zivilisatorischen Sackgasse herausführen.

Vermummte Person im Tränengasnebel

Wichtige Seiten des Handbuchs sind dem »Regieren durch Trauma« gewidmet. Dabei wird insbesondere die strategische Dummheit der Organisatoren der Mobilisierung in Sainte-Soline[8] angeprangert, die zu einer mutwilligen »Traumatisierung« geführt habe. „Von vorne anfangen“ würde also bedeuten, aus den Erfahrungen zu lernen und aus der traumatischen Wiederholung auszubrechen. Auch jetzt haben wir es wieder mit einer ebenso vorhersehbaren wie massiven polizeilichen Repression zu tun. Stürzen wir uns da nicht wieder in eine Falle?

Wenn man innerhalb von drei Wochen 7.000 Schüler in Gewahrsam nimmt und sie mit berittenen Polizisten oder scharfen Granaten angreift, geht es offensichtlich nicht mehr um „Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung“ oder um ein Problem der „Zuweisung der Einheiten“. Es handelt sich um eine Strategie. „Das Ziel der Aktion war es, den Schülern und ihren Eltern Angst einzujagen, um den Aufstand so schnell wie möglich zu beenden“, erklärt ein Polizeikommissar ganz ungeniert. Dieses banale Eingeständnis verdeutlicht, wie sehr es sich die Regierungen in den letzten Jahren zur Gewohnheit gemacht haben, Traumata gezielt einzusetzen – ganz gleich, ob deren Ursache eine Katastrophe, ein Anschlag, ein Krieg oder die eigene Polizei ist. Im letzteren Fall spricht das Handbuch des Überlebens von „strategischer Traumatisierung“. Die Repression gegen die Schülerbewegung bestätigt diese These leider. In Frankreich war der Aufstand der Gelbwesten der Wendepunkt in dieser neuen Konstellation. In der Woche vom 8. Dezember 2018 schürten die Regierung und die Medien unablässig die Angst vor möglichen Todesopfern. Zu diesem Zeitpunkt warfen sie die „Malik-Oussekine-Doktrin“[9] über Bord. Die Strategie „Einen verstümmeln, um Hundert abzuschrecken“ war bereits im Zusammenhang mit den ZADs[10] erprobt worden, sei es in Sivens, in Bure oder bei der Räumung von Notre-Dame-des-Landes. Unter Ausnutzung des nicht-bebauten Geländes liessen Polizei und Gendarmerie unzählige Blendgranaten regnen, die wahllos explodierten. Genau das ist offenbar auch in Lens geschehen. Die Technik des »taktischen Kontakts«[11] wird in den Vororten schon seit langem erprobt. Was ist das Ziel aus Sicht der Crowd Control? Es gibt keines. Es geht darum, zu traumatisieren. Der Schock und die Angst werden durch die Videos noch verstärkt – eine Methode unter vielen, um ein Instrument der Demonstranten gegen sie selbst zu wenden. Ihre eigenen Videos verbreiten das Trauma und dienen damit der Abschreckung. Die Faschisierung der Polizei anzuführen, verdeckt nur den überaus demokratischen Charakters dieser Art des Regierens.

Zerstörte Schaufenterscheiben, Bild: Laurent Cipriani

Sainte-Soline, im März 2023? Die Falle war von überall her zu erkennen, von jedem Standpunkt und aus jedem Blickwinkel. Wer an den wilden Demonstrationen der Rentenbewegung teilgenommen hatte – mit ihren geköpften Macron-Puppen, den Drohungen gegen Ludwig XVI. vom Place de la Concorde oder dem Angriff auf das Verwaltungsgericht in Nantes –, wusste, dass sich etwas aus dem Würgegriff der Gewerkschaftsführung befreit hatte. Im Interesse der Macht galt es, die dort entstehende Generation im Keim zu ersticken. Also stellte man auf diesem markanten Hügel eine gigantische Falle für militante Mäuse auf. Wer vor diesem, von einem Wall an Lastwagen umzingelten Erdhügel stand und den General der gegnerischen Streitkräfte sah, der auf der Zinnenbrüstung des Bergfrieds stolzierte, erkannte die Falle sofort. Wer in den Tagen zuvor Darmanins[12] Provokationen gehört hatte – wie vor einem Boxkampf –, ahnte den Hinterhalt. Einige Tage nach unserer vollständigen Niederlage brüsteten sich die Gendarmen in den Zeitungen mit dem Erfolg ihres Traumatisierungsunternehmens. Das war ihr Ausdruck. Die Bewegung wurde jäh gestoppt. Die politischen Manöver und Berechnungen der Organisatoren dieses Tages reichen nicht aus, um zu erklären, warum eine so offensichtliche Falle funktioniert hat. Solange wir uns solchen Niederlagen und dem Netz von Gründen, die uns dorthin geführt haben, nicht direkt stellen, sind wir dazu verdammt, sie zu wiederholen. Man bleibt in der traumatischen Wiederholungsschleife gefangen. Als in der Demonstration am 6. Oktober letzten Jahres in Paris kurz vor Erreichen des Place de la Nation ein Tumult ausbrach, ging es genau darum, sich dem Einsatzkommando zu entziehen, das dort bereitstand, um die üblichen Auseinandersetzungen am Ende einer Demo zu verhindern.
Jede auch nur halbwegs bedeutende Revolte erfindet ihre eigenen Formen, die zugleich Taktiken sind. Unvorstellbar, was alles ausserhalb des idiotischen Gänsemarsches der Gewerkschaften existieren könnte. Wann immer sich eine Gelegenheit ergibt, so ist das eigentliche Ereignis niemals die blosse „Demonstration“; sonst würde man LeCornu wohl kaum „diese Demonstrationen“ begrüssen hören, „die die Regierung mit grossem Respekt und Erleichterung aufnimmt, weil die Meinungsverschiedenheiten nun endlich in einem legalen, geregelten, demokratischen Rahmen ihren Ausdruck finden können.“ Zu Beginn dieses Monats haben die Schüler gezeigt, dass man die eigene Bildungseinrichtung mit Feuer und „Wahnsinn“ im Belagerungszustand halten kann. Anstatt sich auf trotzkistisches Geklüngel beschränken zu lassen, breitete sich der Demonstrationszug am 6. Oktober in Lyon bis in die Umgebung aus, um dort Barrikaden zu errichten. Zweifellos wurde um diese improvisierten Feuer mehr getanzt als auf den Bänken der Bourse du Travail[13]. Jede spontane Aktion findet ihr eigenes Repertoire, das sich letztlich immer antagonistisch zu dem verhält, was die Möchtegern-Führer predigen. All dies zeugt vom Fortbestand jener taktischen Intelligenz, die uns in Sainte-Soline so sehr gefehlt hat. Glücklicherweise gibt es in Frankreich keinen Generalstab für die Blockaden von Gymnasien, anders als an jenem Tag in den Deux-Sèvres[14]. Die Strategie der Traumatisierung hat übrigens nicht die erhoffte Wirkung auf die Schülerbewegung gehabt, ganz im Gegenteil. Sie hat dieser Bewegung, der es ohnehin nicht an Gründen mangelte, einen weiteren Grund hinzugefügt. Und sie hat ihre Entschlossenheit gestärkt, die man gerade erst untergraben wollte. Caramba, schon wieder daneben!
Den 17. Oktober umgibt als Tag der Rückkehr der Gelbwesten eine gewisse Erwartungshaltung. Das Handbuch des Überlebens greift die Vorstellung, dass nur mithilfe der sozialen Netzwerke eine revolutionäre Dynamik in Gang gesetzt werden kann, scharf an – unter Rückgriff auf das prototypische Beispiel (die arabischen Revolutionen). Das Scheitern des 10. September 2025[15], der als „aktivistische Spekulationsblase“ bezeichnet wird, veranschaulicht die These. Befinden wir uns noch immer in einer solchen Blase oder eröffnet die jetzige Mobilisierung, verbunden mit der Jugendrevolte, eine neue Konstellation?

Einige Wochen vor der Auflösung der Nationalversammlung im Juni 2024 sahen sich Macrons engste Berater gemeinsam im Élysée-Palast die Serie „La Fièvre“ [„Das Fieber“] an. Genau dieses „Fieber“ wurde übrigens in der Ansprache vom 9. Juni erwähnt, in der jene Auflösung verkündet wurde. Die Serie wurde von einem ehemaligen Mitglied der Parti Socialiste aus dem Umfeld von Jean-Luc Mélenchon konzipiert. Darin liefern sich die Lager – ob regierungsfreundlich oder -feindlich – einen Kampf um den Einfluss auf die öffentliche Meinung, um Unruhen im Land zu unterdrücken oder anzufachen. Kommunikationsstrategen aller Fraktionen verfolgen live auf riesigen Kontrolltafeln, wie sich Spannungen in den sozialen Netzwerken aufbauen. Dies ist eine Phantasievorstellung von kybernetischer Macht, namentlich des Control Room. Die Leser der Zeitschrift der École Polytechnique[16] wissen, dass das Büro des Premierministers erst im Jahr 2024 eine Software getestet hat, die in Echtzeit Risiken für den Zerfall des sozialen Gefüges kartografiert, basierend auf dem digitalen Rauschen. Bei diesem Mapping kommt es nicht darauf an, welche Ideen im Umlauf sind und wer sie verbreitet (Aktivisten oder russische Bots), sondern auf die Abweichungen von der Norm, darauf, wie sie sich verdichten, Geschwüre bilden und wie man diese aufstechen kann. Es ist nicht verwunderlich, dass Regierungen Kommunikationsmittel in Kontrollinstrumente umwandeln.

Beunruhigend ist hingegen, dass so viele Revolutionäre letztendlich eine ähnliche Vorstellung von der Revolte übernommen haben. Sie würden sich damit zufrieden geben, zunächst ein Netzwerk aus echten oder Fake-Accounts aufzubauen und Follower zu sammeln, dann einen Aufruf mit hohem Viralitätspotenzial zu verfassen und schliesslich auf einen grossen Pfeil zu klicken, um den Aufstand auszulösen. Diese kommunikative Vorstellung vom Aufstand entstand nicht erst im vergangenen Jahr. Facebook und Twitter verwendeten dieses Narrativ bereits im Zusammenhang mit dem „Arabischen Frühling“. Doch wie im Handbuch des Überlebens ausführlich dargestellt, gab es keine Facebook-Revolution. Genauso wenig wie der Mai '68 eine RTL-Revolution war oder die Ereignisse in Genua im Jahr 2001 ein Wanadoo-Aufstand. Es geht nicht darum, die Rolle der Kommunikationsmittel bei diesen Ereignissen – und insbesondere bei deren Dynamik – zu leugnen. Die Vielfalt der Erzählungen, die Idee, dass alle allen ihre Welt zeigen können, ist buchstäblich eine Erfindung der globalisierungskritischen Bewegung, des Zusammenschlusses der ersten Hacker und der zapatistischen Bewegung. Man muss zugeben, dass diese Idee gegen uns gewendet wurde, wie viele andere Waffen aus dem Zyklus der Aufstände des letzten Vierteljahrhunderts. Wir stehen erst am Anfang der Bestandsaufnahme unseres Arsenals.
Im Grunde genommen ist „Gelbwesten“, seit sich die Bewegung in der Wiederholung der Samstagsdemonstrationen erschöpft hat, zu einer Art geworden, „Aufstand“ zu sagen, ohne das Wort auszusprechen. Und tatsächlich ist der Aufstand die einzig treffende Antwort auf die Unterdrückung und die Demütigung, die Verarmung und die Verarschung durch den Regierungsapparat. Bloss hat dieser Apparat seit dem 8. Dezember 2018 aufgerüstet, um sich gegen ein erneutes Aufbäumen der Gelbwesten zu verteidigen, nachdem er am 24. November und am 1. Dezember desselben Jahres überrumpelt worden war. Wir brauchen also einen neuen Überraschungseffekt. Die Vitalität der Schülerinnen und Schüler kann das Blatt wenden und die repressive Gleichung der Regierungskräfte durcheinander bringen, doch lässt sich ein Aufstand nicht auf eine Multiplikation von Demonstrationen reduzieren. Anstatt über den 17. Oktober zu spekulieren, wollen wir lieber strategische Lehren aus vergangenen Niederlagen ziehen und von dem ausgehen, was dabei unvollendet geblieben ist. Rückblickend betrachtet war das Verrückteste während der Gelbwestenaufstände, dass wir am Hauptsitz der Bank Lazard, der UIMM[17], von LVMH[18] oder unter den Büros von Publicis[19] vorbeizogen, ohne zu begreifen, dass dort, viel mehr noch als im Élysée, der Feind lauerte – das Kapital. Jetzt sind die Dinge klarer. Die Arroganz des Kapitals hat es entlarvt. Adressen machen die Runde. Der Aufstand ist der einzige Weg, der sich abzeichnenden Falle der Wahlen zu entkommen. Jeder kann den moralischen und finanziellen Druck deutlich spüren, der uns auf Linie bringen soll und in den kommenden Monaten nur noch zunehmen wird. Der Lockdown qua Benzinpreis ist genauso wenig hinnehmbar wie die vorhergegangenen Lockdowns. Und ausserdem können wir nicht zulassen, dass das Macron-Regime abtritt, ohne den Preis für die seine Schandtaten zu bezahlen. Sie schreien nach Rache. Wie dem auch sei, wir werden am 17. Oktober auf der Strasse sein.
Der gesamte Text ist eine differenzierte Analyse der zeitgenössischen Formen der Herrschaft des Kapitals und ihrer Wandlungen in den letzten etwa fünfzehn Jahren. Er zeigt, wie die sogenannten „Revolutionäre“ in sämtliche Fallen getappt sind, die ihnen gestellt wurden, und sich dadurch ihre Abhängigkeit wie ihre Ohnmacht noch verstärken haben. Er kritisiert die analytische und strategische Schwäche dieser Kreise. Was könnten Wege sein, ihnen zu entkommen, sie zu unterlaufen und Widerstand zu leisten? Welche Strategie erweist sich also als sinnvoll für all die zahlreichen Menschen, die – obwohl sie wahrscheinlich in ihren Widersprüchen gefangen bleiben – die bestehende Welt nicht mehr ertragen können, aber die isoliert und von der präzise gefassten Maschinerie des Kapitals in die Enge getrieben, nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

Wenn wir aus unserer Zurückhaltung heraustreten und uns endlich erheben wollen, versperrt uns immer noch ein kleines Universum von Aktivisten, das uns einschüchtern will, den Weg. Dieses Milieu gibt vor, über die richtigen Methoden, die richtigen Parolen, die nötige Organisation und eine ganze Palette an Lösungen zu verfügen, die man bloss anwenden müsste. Und sie haben sogar eigene Verstärker und Pressekontakte, kaum zu glauben! Das Handbuch des Überlebens dokumentiert den Reichtum dieser ganze Szene an Misserfolgen – und an ihrer Entschlossenheit, diese zu wiederholen. Hätte sie auch nur die geringste Lösung parat, wären wir nicht dort, wo wir jetzt sind. Wir sind in Frankreich – in einem Land, in dem es immer jemand gibt, der meint, euch erziehen zu müssen. Wenn es nicht die Regierung ist, dann übernehmen es die Regierungsgegner. Das Aktivistenmilieu ist eine Sackgasse, kein Ausgangspunkt. Es gibt keinen schlechten Ausgangspunkt; der beste ist zweifellos immer dort, wo wir uns gerade befinden, bei denen, die wir lieben, und bei dem, woran wir hängen – vorausgesetzt, wir hören auf, uns etwas vorzumachen und das Spiel dieser scheinheiligen Gesellschaft und ihrer vermeintlichen „Werte“ mitzuspielen; vorausgesetzt, wir hören auf, im Grunde unseres Herzens panische Angst zu haben. Angst davor, ausgeschlossen zu werden. Das ist es, was das Handbuch des Überlebens den „Prozess der Singularisierung“ nennt. Er hat kein Ende. Das ist es, was es bedeutet, wahrhaft zu leben. Niemand will sich mehr opfern. Kein „kollektiver Wert“ ist mehr in der Lage, ein Opfer einzufordern. Kollektive Realitäten müssen in etwas anderem gründen als Leid. Um genau dies zu verhindern, wird uns nun wieder die Gefahr eines Krieges vor Augen geführt. Doch der wahre Krieg findet zwischen all diesen Singularisierungsprozessen und der altersschwachen, aber immer noch herrschenden Ordnung statt, die weiterhin jede Lebensform auf der Erde aussaugt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle rechtlichen Optionen vom Tisch – von den Megabassins in Saint-Soline, der A69[20], dem Duplomb-Gesetz[21], dem Arbeitsrecht bis zum Völkerrecht. „Alles abfackeln, da ohnehin schon alles brennt“, stand auf einem Plakat bei einer Demonstration in Paris am vergangenen Dienstag. „Scheiss auf fast alles!“, präzisierte ein anderes etwas feinsinniger. Die Resonanz, die derzeit zwischen den Aufständen in Frankreich, Belgien, Spanien oder Albanien zu vernehmen ist, ist kein Zufall. Ein Krieg ist im Gange zwischen uns und dem Kapital vor dem Hintergrund der tausend Abhängigkeiten, durch die es uns im Griff zu haben glaubt. Das gesamte Handbuch des Überlebens ist ein Versuch, unsere Deutung des Spektakels der laufenden Operationen zu aktualisieren. Wir können es nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen. Als Lenin kurz vor seinem Tod die verhängnisvolle Richtung erkannte, die das sowjetische Regime einschlug, schrieb er: »Nicht verloren sind dagegen diejenigen Kommunisten (und werden es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht sein), die sich weder Illusionen hingeben, noch den Mut sinken lassen, sondern Kraft und Elastizität des Organismus für ein wiederholtes ›Von-vorne-Anfangen‹ im Kampf zur Bewältigung der überaus schwierigen Aufgabe bewahren.« Dieser Rat gilt genauso inmitten der Apokalypse des Kapitals.

Verlagstext:

«Eine Zivilisation zu überleben, die sich zum Selbstmord entschlossen hat, ist keine leichte Aufgabe. Eine Zivilisation ist gewaltig. Sie ist überall. Überall um uns herum und tief in uns.

Die Aufgabe wäre entmutigend, gäbe es eine andere, sinnvolle Alternative, und ginge es dabei nicht um Heilung. Uns zu heilen von der Hoffnung, dass ein anderes Regime mit anderem Personal für uns die Revolution ins Werk setzen könnte, die wir selbst nicht hinkriegen; die Fesseln zu durchtrennen, die uns an das binden, was sichtlich zusammenbricht; den Nihilismus, das übliche Spötteln und die Scheinheiligkeit hinter uns zu lassen; zu verstehen, wie zum Teufel wir hier hin gelangt sind; die Strategien derer aufzudecken, die die Herden zum Schlachthof treiben; aber vor allem die Umrisse des Notausgangs zu skizzieren – darum geht es in diesem Handbuch.

Es geht auch darum, den Isolierten ihre Einsamkeit zu nehmen. Wenn man überall nur Arschlöcher und Betrüger herumstolzieren sieht, dann liegt das daran, dass alle Menschen von Wert gemeinsam haben, dass sie es verabscheuen, sich in den Vordergrund zu drängen. Wenn es so aussieht, als hätte allein die Perversion das Recht zu herrschen, dann liegt das daran, dass die Gier nach Macht zuerst diejenigen befällt, die eine Leere im Herzen haben.
Wir arbeiten am unmoralischsten aller Aufstände: dem Aufstand der Schüchternen.«
Fussnoten:

[1] [Parcoursup ist ein vom französischen Bildungsministerium und vom französischen Ministerium für Hochschul­bildung, Forschung und Innovation entwickeltes Webportal, das die Zulassungen an französischen Universitäten und anderen Hochschulen verwaltet und die Bewerbungen von Abiturienten bearbeitet. Siehe WP-en]

[2] [monmaster.gouv.fr ist ein Webportal, auf dem alle nationalen Masterstudiengänge in Frankreich sowie die Bewerbungsverfahren, die Anzahl der verfügbaren Studienplätze, die Auswahlkriterien und der Zeitplan aufgeführt sind. Siehe WP-en]

[3] [Compagnies Républicaines de Sécurité, ähnlich der deutschen Bereitschaftpolizei.]

[4] [Die Mailänder indiani metropolitani (Stadtindianer) waren ein libertäre Teil der italienischen 77er-Bewegung; siehe WP-it]

[5] [Laurent Berger war von 2012 bis 2023 Generalsekretär des Französischen Demokratischen Gewerkschaftsbundes, Confédération française démocratique du travail (CFDT). Siehe WP-en]

[6] [Das Hôtel de Matignon ist der Amtssitz des französischen Premierministers.]

[7] [Französisch: Personne À Notre Gauche! (PANG) »Niemand links von uns!«.]

[8] [Im westfranzösischen Ort Sainte Soline fand im März 2023 eine Massenaktion der Gruppe Soulèvement de la Terre (Erhebung der Erde) gegen die Errichtung grosser Wasserspeicherbecken für landwirtschaftliche Zwecke statt.]

[9] [Die Malik-Oussekine-Doktrin zielt auf die Verhinderung von Todesopfern bei Demonstrationen nach dem rassistischen Mord am Student Malik Oussekine durch zwei Polizisten am Rande von Bildungsprotesten im Jahr 1987.]

[10] [Eine Zone à défendre (kurz: ZAD, englisch: Zone to Defend, deutsch: Zu verteidigende Zone) ist eine aus Frankreich stammende Protestform zur dauerhaften Besetzung eines von Umweltzerstörung bedrohten Gebietes. Siehe WP.]

[11] [Im Original „la technique du parechocage“, wörtlich „die Technik der Stossstange“, engl. „tactical contact“, gezieltes Rammen von motorisierten Zweirädern durch Polizeifahrzeuge]

[12] [Gérald Darmanin ist der amtierende französische Justizminister.]

[13] [Eine Bourse du Travail ist ein Typus öffentlicher Gebäude, der insbesondere Gewerkschaften Räume für ihre Aktivitäten und Versammlungen zur Verfügung stellt.]

[14] [Deux-Sèvres ist das Departement, in dem Saint-Soline liegt.]

[15] [Am 10. September 2025 wurde zu einem grossen Streik- und Blockadetag gegen die angekündigten Sparmassnahmen zur Haushaltssanierung durch das Bündnis „Bloquons Tout“ („Lasst uns alles blockieren“) aufgerufen.]

[16] [Die École Polytechnique ist eine renommierte und elitäre Hochschule für Ingenieurwesen in Paris.]

[17] [Die Union des industries et métiers de la métallurgie (UIMM) ist der grösste Unterverband des französischen Arbeitgeberverbandes. Siehe WP.]

[18] [Die börsennotierte LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE ist der weltweite Branchenführer der Luxusgüterindustrie… Siehe WP.]

[19] [Publicis Groupe S.A. ist ein multinationaler Werbedienstleister und Medienkonzern aus Frankreich und gehört zu den drei grössten Werbedienstleistern weltweit. Siehe WP.]

[20] [Ein sehr umstrittenes Autobahnprojekt, siehe WP-fr (ausführlich) oder WP-en.]

[21] [Das „Duplomb-Gesetz“, im Volltext ein Gesetz zur Beseitigung der Hindernisse für die Ausübung des Landwirtberufs, ist ein französisches Gesetz, das 2025 von den Senatoren Laurent Duplomb (LR) und Franck Menonville (UDI) eingebracht wurde. Für eine höher Wettbewerbsfähigkeit werden damit diverse Ausnahmeregelungen bzgl. Insektiziden oder Stallvergrösserungen zugelassen. Siehe WP-fr oder auch https://www.slowfood.com/de/blog-and-news/frankreichs-duplomb-gesetz-ein-neues-dekret-das-die-landwirtschaft-zurueckwirft/]

Das unsichtbare Komitee, Handbuch des Überlebens, La fabrique éditions, 366 Seiten: https://lafabrique.fr/manuel-de-survie/

Quelle: https://frustrationmagazine.fr/rejoindre-les-lyceens-et-devenir. Mit Hilfe einer Maschine von Freundinnen und Freunden aus Berlin ins Deutsche übertragen, die Bilder sind dem Original sowie der engl. Übersetzung von Ill Will https://illwill.com/becoming-alive entnommen. Eigene Anmerkungen sind in eckigen Klammern gesetzt.

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