Memorial Kriege, Kinder, Schreie und das Schweigen der Welt
Politik
Seit 2015 erinnert Memory Gaps, die digitale Kunstinitiative der Malerin Konstanze Sailer, beständig an diese Kinder, an deren bestürzend kurze Leben und schrecklichen Tode.

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"An Lili Perlstein", 2019, Tusche auf Papier, 48 x 36cm“; ©: Konstanze Sailer Foto: Konstanze Sailer / Memory Gaps Eigenes Werk
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Auch in den gegenwärtigen Kriegen weltweit werden nicht nur Kinder getötet oder erleiden teils schwerwiegende Verletzungen mit lebenslänglichen Folgen. Zu den drastischen Kriegsverbrechen zählen auch – je nach Kriegsverlauf – Tausende bzw. Zehntausende Entführungen und Verschleppungen von Kindern in das Territorium der jeweils militärisch überlegenen Kriegspartei.
Die traumatisierenden Deportationen sowie die nachfolgenden – zynisch "patriotische Umerziehungen" o.ä. genannten – Menschenrechtsverletzungen stellen ein doppeltes Verbrechen dar, da die betroffenen Kinder nicht nur ihrer Kindheit, sondern auch ihrer Identität beraubt werden. "Jedes Kind hat das Recht auf den heutigen Tag." (Janusz Korczak)
Janusz Korczak, mit bürgerlichem Namen Henryk Goldszmit (* 22. Juli 1878 in Warschau; † nach dem 5. Aug. 1942 im Vernichtungslager Treblinka), war ein polnischer jüdischer Kinderarzt, Pädagoge, Schriftsteller und Leiter eines – 1912 nach seinen eigenen Plänen errichteten – jüdischen Waisenhauses, Dom Sierot.
Im August 1942 bestand Janusz Korczak darauf, die etwa 200 jüdischen Kinder seines Warschauer Waisenhauses, die von Schergen der SS abgeholt und in das NS-Vernichtungslager Treblinka deportiert wurden, zu begleiten.
Obwohl er die Möglichkeit zur Flucht aus dem Warschauer Ghetto gehabt hätte, liessen er und seine Mitarbeiterin Stefania Wilczyńska die Kinder nicht im Stich. Wissend, dass diese Entscheidung auch für sie selbst den Tod bedeuten würde, begleiteten sie ihre Waisenkinder in die NS-Gaskammer von Treblinka.
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