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Der Mord an italienischen Zwangsarbeitern 1945 - die Erinnerung bleibt lebendig

Die Erinnerung bleibt lebendig Der Mord an italienischen Zwangsarbeitern 1945

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Politik

Vor 81 Jahren, am 31. März 1945, fand am Bahnhof Wilhelmshöhe unmittelbar vor dem Eintreffen der alliierten Streitkräfte, ein Massenverbrechen an italienischen Zwangsarbeitern und einem sowjetischen Kriegsgefangenen statt.

Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe Gleis 3.
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Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe Gleis 3. Foto: Mkkagain (PD)

Datum 31. März 2026
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Seit vielen Jahren steht in der Wilhelm-Schmidt-Strasse dafür eine Gedenktafel, an der in den letzten Jahren das öffentliche Gedenken stattfand.

Dass auf dieser Tafel ein Opfer, Gustavo La Torre, mit einem falschen Namen, G. Ladore, vermerkt ist, wurde im letzten Jahr bekannt, als die Kasseler VVN-BdA gemeinsam mit der italienischen ANPI (Associazione Nazionale Partigiani d'Italia, Sektion Frankfurt) ein Gedenken organisierte, das selbst in den USA wahrgenommen wurde.

Ein Enkel informierte über die fehlerhafte Schreibweise des Namens. Wir informierten natürlich die Stadt Kassel, die darüber nachdenkt, wie man mit diesem Fehler auf der Gedenktafel umgehen müsse.
Um das Wissen um diese Mordopfer der letzten Tage des NS-Regimes in Kassel lebendig zu halten und dem Opfer Gustavo La Torre die Anerkennung zu geben, haben die VVN-BdA und ANPI die Beiträge der Gedenkkundgebung des Jahres 2025 und weitere Materialien zur Erinnerung an dieses Verbrechen als Broschüre herausgegeben.

Klaus Jungermann, der als Kind dieses Verbrechen mitbekommen hatte, berichtet in einem ausführlichen Interview. Remo Albanesi steuerte Kopien der Zeugenaussage seines Grossvaters vor Gericht zu diesem Verbrechen bei.

An der Vorbereitung der Gedenkveranstaltung und der Broschüre war auch der italienische Historiker Giancarlo de Simoi aktiv beteiligt. Er verstarb Anfang 2026 vollkommenüberraschend. Als Würdigung seiner grossartigen Arbeit ist er als Mitautor der Publikation genannt.

Im Respekt vor dem gemeinsamen Gedenken mit der italienischen Partisanenorganisation ANPI wurde die Broschüre durchgehend zweisprachig (deutsch/ italienisch) angelegt. So wird sie–hoffentlich–nicht nur in Kassel, sondern auch in der italienischen Gemeinschaft Aufmerksamkeit finden. Die Broschüre wird gegen Schutzgebühr an Interessierte angegeben.

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