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Letzte Generation macht letzte Strassenblockade

Letzte Generation macht letzte Strassenblockade "Wo sind die Klimakleber in dieser Klimahölle?"

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Politik

Ehrenamtliche der ehemaligen Letzten Generation vor den Kipppunkten setzten in Bremen am Samstag ein Zeichen.

Aktion der Letzten Generation in Bremen, 29. August 2026.
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Aktion der Letzten Generation in Bremen, 29. August 2026. Foto: zVg

Datum 29. August 2026
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Sie blockierten für sehr kurze Zeit eine Ampelkreuzung am Tiefer zwischen Bremer Dom und der Weser. Allerdings klebten sie sich nicht, wie sonst auf die Strasse, sondern verliessen diese nach wenigen Minuten bewusst wieder. Sie zogen ihre orangefarbenen Westen aus, warfen ihre Klebetuben ungenutzt von sich und legten auch die Banner auf die Strasse bevor sie gingen.

„Ein Aufsehen erregender Stau würde die Politik ja doch nicht zu mehr Klimaschutz bewegen. Deswegen wollen wir das nicht mehr machen“ so die Aktivisten.

Die Protestierenden hielten Schilder, auf denen zu lesen war:
Hat dir dieser Sommer auch Angst gemacht?
Was wenn die Regierung das nicht im Griff hat
Klimakrise ist der Nährboden für Faschismus
Klimakrise zulassen = kriminell
Wir wollten nicht Recht behalten...
„Wir sind noch aktiv, doch sind wir auch leider viel damit beschäftigt unsere Zeit in Gerichten oder sogar im Gefängnis zu verbringen. Das kostet Zeit und Kraft. Dennoch ist kein Widerstand gegen diese Ungerechtigkeit keine Option!“ Sagt Fabian Beese (28), der mittlerweile beim Widerstands-Kollektiv und der Partei Die Linke versucht, ein gutes und sicheres Leben für alle und vor allem für die Kinder zu schaffen.

Im Anschluss zogen sie Warnwesten in pink über und forderten alle Menschen, die Wut und Angst verspüren auf jetzt etwas zu tun. Sie hielten Schilder mit Texten wie:
Widerstand #selbermachen
Dir macht der Faschismus Angst? – Tu etwas dagegen!
Dir macht die Hitze Angst? - Tu was dagegen!

Sie liefen an der Weserpromenade lang und verteilten „Verkehrswende selber machen -Sets“ mit Anleitungen für direkte Aktion an Bremer PassantInnen. Sie luden auch zu einem offenen Treffen der Ortsgruppe des Widerstands-Kollektivs Bremen am 04.09.2026 im Leibnizplatzpark um 18.00 Uhr ein.

Und natürlich sammelten sie zuvor das gesamte Material wieder ein.

So oft kam diesen Sommer bei Heisszeiten und Waldbränden die Frage auf: Wo ist die Klimabewegung? Wo sind die Klimakleber?

Dieser Frage wollten sich Menschen an diesem Samstag stellen.

Angst, Ohnmacht und was jetzt?

„Jedes Kilogramm CO₂, das wir einsparen, hilft. Es ist eine Sache der vielen kleinen Schritte. Viele Menschen haben derzeit Angst und fühlen sich hilflos oder überfordert. Widerstand zu leisten befreit aus dieser Ohnmacht. Auf Merz, Reiche und die restliche CDU können wir da leider nicht warten.“ sagt Rolf Meyer (59).
Menschen, die sich bereits (seit 2018/2022) für das Klima eingesetzt haben, sind nicht verschwunden. Sie sind noch da. Aber die Frage geht vorbei am Kern des Problems: Die Veränderung, die es braucht, müsste aus der Politik kommen. Das war der Wunsch der Letzten Generation und von Fridays for future
„Es ist schwer, ehrenamtlich nach Feierabend die Welt zu retten, wenn andere sie hauptberuflich zerstören.” sagte Marit Schatzmann bereits 2021 [1].

Was der Staat in diesem Krisensommer tatsächlich weiterhin stärker verfolgt als Klimaschutzziele sind leider KlimaaktivistInnen. Die Prozesse werden oft, egal wie absurd sie sind, durchgezogen.

Bei einem Urteil des LG Köln gegen Beese hat die Staatsanwaltschaft Köln nun sogar Revision eingelegt, da sie monieren, der Richter habe die Motive der Protestierenden („Aufmerksamkeit für ein nachvollziehbares und dringendes Anliegen“) zu Unrecht strafmildernd geltend gemacht. Die Staatsanwaltschaft bemängelt daran nach diesem Sommer tatsächlich Folgendes: „Die Formulierungen „Gefahr der Klimakrise" und „dringendes Anliegen" sind indes nicht frei von einer persönlichen Bewertung und legen nahe, dass die Kammer bei der Urteilsfindung eigene politische Überzeugungen hat einfliessen lassen.“

Bremen – ein Zebrastreifen aus Sprühkreide und eine Anklage wegen Nötigung

In Bremen wird derzeit Klage wegen Nötigung erhoben, weil Menschen mit Sprühkreide innerhalb von 3 Minuten einen symbolischen Zebrastreifen gemalt hatten um unter dem Motto „Stadt für alle“ für mehr Sicherheit im Strassenverkehr zu protestieren. Trotz eines komplett überlasteten Justizapparates besteht die Staatsanwaltschaft hier auf die Anklage, obwohl die zuständige Richterin mehrfach andeutete, dass sie keine Verurteilungswahrscheinlichkeit sähe und sogar einen Nichteröffnungsbeschluss erliess, gegen den die Staatsanwaltschaft nun Klage eingereicht hat.

Auch gab es diese Woche erst eine unverhältnismässige Hausdurchsuchung bei einer Klimaaktivistin aus der Nachbarstadt [2], die ebenfalls heute bei der Aktion dabei war.

„Wir merken, dass Appelle an die Politik nicht funktionieren. Der fetischhafte Glaube an „Wirtschaftswachstum first“ macht Regierende unerreichbar für die einfache Tatsache, dass die Hütte brennt und wir löschen müssen. Wir sollten aber nicht untätig zusehen, wie mächtige Menschen unsere Welt verbrennen. Wir müssen jetzt alle anfangen, die Veränderung, die wir uns wünschen, selber zu machen.“, sagt Eika Jacob (44) vom Widerstands-Kollektiv, die vorher auch bei der Letzten Generation aktiv war und fasst zusammen: „Klimaschutz, Demokratie und das gute Leben für alle selber machen -ist die Devise und Aktionsform des Widerstandskollektivs."

Das Widerstands-Kollektiv Bremen/Oldenburg setzt sich nach Auflösung der Letzten Generation mit direkten Aktionen für mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit ein. Radwege und Zebrastreifen für einen einfacheren Zugang zur Stadt ohne Auto, Luftablassen bei klimaschädlichen Autos, Besetzung eines Vogelschutzgebietes um es vor der Abholzung zu schützen, Aktionen gegen die Tierindustrie – um nur einige Aktionen zu nennen - schaffen kleine Veränderungen, die in ihrer Summe wirken können.

„Jedes Kilogramm CO₂, das wir einsparen, hilft. Es ist eine Sache der vielen kleinen Schritte. Viele Menschen haben derzeit Angst und fühlen sich hilflos oder überfordert. Widerstand zu leisten befreit aus dieser Ohnmacht. Auf Merz, Reiche und die restliche CDU können wir da leider nicht hoffen. “ sagt Rolf Meyer (59).

Dabei bezieht er sich auf die katastrophale Klimapolitik der derzeitigen Regierung, die bewusst seit Regierungsbeginn Klimaschutz zurückgefahren hatte und nach diesem Sommer aus langer Urlaubspause zurückkehrte und behauptet, die Lösung sei es, Kindern eigenverantwortlich Wasserflaschen mit zur Schule zu geben.[3]

Wir hoffen, die Frage nach den Klimaklebern konnte hiermit geklärt werden. Die machen Klimaschutz jetzt lieber selber und versuchen sich nicht von Prozessen zermürben zu lassen.

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