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Schluss mit Toten und Verletzten – für ein menschenfreundliches Verkehrssystem | Untergrund-Blättle

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Für ein menschenfreundliches Verkehrssystem Schluss mit Toten und Verletzten

Politik

1053 Verletzte und neun Tote gibt es durchschnittlich jeden Tag auf den Strassen in Deutschland.*

Verkehrsunfall auf der Autobahn 14 in Höhe der Raststätte Muldental.
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Verkehrsunfall auf der Autobahn 14 in Höhe der Raststätte Muldental. Foto: René Mettke (CC BY-SA 4.0 cropped)

15. Oktober 2020
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Darauf weisen Aktivistis hin, die am 6. Oktober bei Reiskirchen Transparente an einer Autobahnbrücke befestigt hatten. Die Polizei erzeugte daraufhin einen künstlichen Stau, der über Stunden dauerte. „Mit unseren Aktionen kämpfen wir für eine Verkehrswende, die nicht nur Umwelt und Klima schont, sondern auch endlich dem täglichen Sterben und den vielen Verletzungen ein Ende setzt“, heisst es aus der Gruppe.

Ein mörderisches Verkehrssystem nähme jedoch all das Elend als Normalität in Kauf – meist ohne auch nur eine Minute überhaupt darüber nachzudenken. „Das Auto geht dem Menschen eindeutig vor.“ Nicht einmal die kleinste Verbesserung wie ein Tempolimit liesse sich politisch durchsetzen.

Angesichts dessen sei es Heuchelei, wenn jetzt Menschen kritisiert oder gar kriminalisiert werden, die sich für eine Verkehrswende und gerade für das Ende ständiger Unfälle mit Toten und Verletzten einsetzen. „In einer Gesellschaft, die täglich 1053 Verletzte und neun Tote gleichgültig hinnimmt, sind auffällige Aktionen nötig, um diese Verhältnisse zu verändern.“

Genau das hätten die Menschen gemacht, die am 13. Oktober über der A3 für eine Verkehrswende protestiert hätten. „Wenn jetzt Medien, Politiker*innen und Moralist*innen den einen Verletzten missbrauchen, um weiter rasen, Strassen bauen und Autos in die Welt setzen zu können, dann zeigen sie vor allem eines: Der Verletzte interessiert sie überhaupt nicht – und die anderen 1052 plus durchschnittlich neun Toten des gleichen Tages auch nicht.“

Strafanzeige gegen Verkehrsminister

Verantwortlich für die Toten und Verletzten seien das „System Auto“ und damit solche Politiker*innen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer mehr Strassen gebaut und Bahnlinien stillgelegt haben, die die Verkehrswende verzögern, neue Gewerbegebiete und Logistikzentren mit ihrem LKW-Aufkommen ausweisen. „Sie als Mörder zu beschimpfen, wäre angemessen – aber denen wird Beifall geklatscht und die sind auf ihre todbringenden Entscheidungen auch noch stolz!“

Gegen die Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Andreas Scheuer ist aus der A5-Blockadegruppe heraus inzwischen eine Strafanzeige gestellt worden. „Die bauen mit der A49 eine weitere Strasse, obwohl sie wissen, dass es dort zu Unfällen und Verletzten kommen wird.“ Der Zusammenhang sei viel direkter als der zwischen einer Protestaktion gegen den mörderischen Autoverkehr und einem Unfall in einem Stau, der von der Polizei herbeigeführt wurde, um die Kritik am mörderischen System Auto zu beenden.

„Wer keine Verletzten und Toten im Strassenverkehr mehr will, sollte mit uns für eine Verkehrswende, für autofreie Städte und Gemeinden, für mehr und besseren ÖPNV, Fahrradstrassen und Barrierefreiheit kämpfen.“ Wer einen Unfall missbraucht, um über 7000 Unfälle pro Tag zu verschleiern, betreibe hingegen mörderische Heuchelei. Auch am heutigen Tag würden wieder (Durchschnittswert) über 1000 Menschen verletzt und gleichgültig hingenommen als täglicher Kollateralschaden verfehlter Politik.

pm

* Quelle:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/_inhalt.html

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