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Freiburg: Gartenstrasse 19/Bike Kitchen | Untergrund-Blättle

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Politik

Erneuter Höhepunkt der Abrissdrohung Freiburg: Gartenstrasse 19/Bike Kitchen

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Eigentümer der G19 und Bike Kitchen kündigt den Kontakt auf und droht mit Räumung. Am Montag den 21.6. sind die Häuser also konkret bedroht. Wir bleiben!

Das besetzte Gelände an der Gartenstrasse 19 in Freiburg.
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Bild: Das besetzte Gelände an der Gartenstrasse 19 in Freiburg. / g19freiburg.blackblogs.org

21. Juni 2021
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Was bisher geschah: 11 Jahre nach der ersten Besetzung der G19, also nach 11 Jahren der Duldung, Nutzung, des Gestaltens und Geniessens und 10 Jahren der Fahrradwerkelei in der Bike Kitchen, haben wir vor gut einem Monat erfahren, dass der Eigentümer die Häuser abreissen will. Einer der letzten selbstverwalteten Räume in der Freiburger Innenstand soll weichen, aber -wofür eigentlich? Denn der Plan des Eigentümers geht erstmal nicht über den Abriss hinaus, der Stadt Freiburg liegen derzeit keine Bebauungspläne vor.

Wir haben seit dem ersten illegalen Eindringen durch eine Bau- und Abrissfirma am 17.05.21 klar gemacht, dass wir nicht bereit sind unseren Freiraum einfach so aufzugeben. In einer Stadt, in der von öffentlichem Leben, Räumen und Möglichkeiten für unkommerzielle, freie Gestaltung des Zusammenseins keine Rede sein kann, ist diese Aggression eine, die uns alle betrifft. In den letzten Tagen und Wochen konnten wir sehen, wie viele Menschen hinter uns stehen. Menschen, die die Häuser als Orte für politische Arbeit, Vernetzung und selbstorganisiertes Leben nutzen und hier Solidarität, Selbsthilfe, herrschaftskritisches Zusammenleben und Unabhängigkeit praktisch umsetzen.

Der vom Eigentümer W. Hafner engagierte Architekt J. Platt hat jetzt den konstruktiven Kontakt endgültig beendet und kündigt an, am Montag den 21.6. 2021 erneut illegal in das Haus eindringen zu wollen. Damit lässt er nun auch die sowieso fadenscheinige Prämisse einer einfachen Begehung und "Besichtigung der Bausubstanz" hinter sich. Bis Montag sollen wir all unsere Sachen aus dem Haus entfernt haben. Damit wird klar, was uns schon lange bewusst war: geplant war von Anfang an die endgültige Verdrängung der G19 und Bike Kitchen durch den kompletten Abriss.

Unser Plan war aber von Anfang an, uns das nicht einfach gefallen zu lassen!

Dabei geht es bei dem Ganzen um mehr, als um unser Haus. Keine 10 Minuten entfernt verliert am Sonntag der Späti sein Zuhause und damit ganz Freiburg einen Ort des öffentlichen, freien (Nacht)Lebens. Überall von Freiburg bis Berlin sind Hausprojekte und andere linke, selbstverwaltete und subkulturelle Räume in Gefahr - angegriffen von Menschen, die die Häuser jahrelang leer stehen lassen, der Profitgier von Immobilienhaien, Investor*innen, die spekulieren wollen, statt Menschen leben zu lassen oder Gentrifizierer*innen, die gerichtlich klagen, um genau das kaputt zu machen, was sie selbst angelockt hat. Freiräume, Kultur- und Nachleben werden also immer wieder angegriffen durch Menschen, die keinerlei Bezug haben zu den Bedürfnissen der Nutzenden, der Stadt und den Räumen, die sie zerstören.

Eigentümer und Architekt/Abrissfirma werden mit ihrem rücksichtslosen Verhalten nicht weit kommen. Am Montag und an allen folgenden Tagen, an denen sie uns drohen, werden wir vor Ort sein. Es wird am Montag, 21.06.21 eine Mahnwache (ab 8 Uhr) und Kundgebung (um 13 Uhr) geben und wir werden um unser Haus kämpfen.

Wir bleiben alle! Solidarisch für selbstverwaltete Freiräume! G19 und Bike Kitchen verteidigen!

pm

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