Profit durch Zerstörung BMW-Werk Regensburg blockiert

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Politik

Zahlreiche Unterstützer:innen der Letzten Generation blockierten an diesem Morgen die Zufahrten zum BMW-Werk in Regensburg.

Unterstützer:innen der Letzten Generation blockieren heute Morgen das BMW-Werk in Regensburg.
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Unterstützer:innen der Letzten Generation blockieren heute Morgen das BMW-Werk in Regensburg. Foto: Letzte Generation

Datum 22. August 2023
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Sie prangern damit die weiterhin ungebremste Verbrennung fossiler Brennstoffe im Verkehrssektor an. In den letzten 30 Jahren hat es hier keinerlei Verbesserung gegeben. [1]

Kurz vor Schichtbeginn fanden sie sich an den Aus- und Einfahrten des Geländes ein und setzten sich mit Warnwesten bekleidet auf die Fahrbahn. Einige von ihnen befestigten ihre Hände mit Sekundenkleber auf dem Asphalt.

Arne Grosselindemann (27) studiert eigentlich Neurobiologie in Berlin. Heute sitzt er auf der nördlichen Einfahrt des BMW-Geländes, mit einer Hand an der Fahrbahn befestigt. Er erklärt: “Unternehmen wie BMW wissen seit Jahrzehnten, welche Zerstörung die massiven CO2-Emissionen ihrer Produkte anrichten und schlagen daraus trotzdem weiter fröhlich Profite. Unsere Regierung greift ebenfalls nicht ein, obwohl es ihre Pflicht wäre, unsere Grundrechte auf Freiheit und Leben zu schützen. Das ist auch meine Zukunft, die hier gerade in den Sand gesetzt wird und da werde ich nicht länger zusehen.”

Stephan Kaphle (30), Physiker, beteiligt sich ebenfalls am heutigen Protest : “Die Automobil-Industrie kann sich noch so oft Klimaschutz auf die Fahne schreiben und Umweltbewegungen auf ihre Messen einladen, was zählt, sind am Ende keine schönen Worte, sondern reale Einsparungen. BMW verdient Tag für Tag Unmengen Geld damit, unser aller Zukunft zu verfeuern. Statt die Zerstörung zu subventionieren, muss die Regierung ihr endlich Grenzen setzen.”

In den letzten Jahren hat BMW wiederholt Rekordgewinne erzielt. [2] [3] Zeitgleich profitierte der Konzern von enormen staatlichen Subventionen in Form von Kurzarbeitergeld, Kaufprämien und Co.. [4]

Immer wieder bleibt der deutsche Verkehrssektor weit hinter den gesetzlich festgeschriebenen Emissionseinsparungen zurück. Hieraus resultieren bisher jedoch keine Konsequenzen für die verantwortlichen Politiker:innen. Heute veröffentlicht der Expertenrat für Klimafragen seine Stellungnahme zum Klimaschutzprogramm 2023 samt Prüfbericht zum Verkehrssektor. Noch im Juni hatte die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Knopf verkündet, dass “keine Trendwende" zu sehen sei. [5]

Auch Carla Hinrichs, Sprecherin der Letzten Generation, sitzt heute vor dem BMW-Werk. Sie betont: “Heute Nachmittag werden wir wieder einmal schwarz auf weiss haben, wer durch das Befeuern der Klimakatastrophe gerade in welchem Ausmass gegen Recht und Gesetz verstösst. Klar ist jetzt schon: Unsere Verfassung wird gebrochen und CO₂-Reduktionen passieren viel zu langsam. Im jetzigen Zustand rutschen wir immer weiter Richtung unwiederbringlicher Zerstörung unserer Lebensgrundlagen ab. Es ist Zeit, dass wir in einem Gesellschaftsrat zusammenkommen und endlich gemeinsam die notwendige Wende anstossen.”

pm

Fussnoten:

[1] https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/emissionen-des-verkehrs#verkehr-belastet-luft-und-klima-minderungsziele-der-bundesregierung

[2] BMW erzielt 2021 Rekordgewinn – trotz Halbleiterkrise (rnd.de)

[3] BMW: Gewinn von 18,6 Milliarden Euro – Dividende steigt um fast drei Euro (handelsblatt.com)

[4] Corona und Staatshilfen: Autokonzerne in der Kritik - Wirtschaft - SZ.de (sueddeutsche.de)

[5] Klima-Expertenrat: Deutschlands CO2-Ausstoss sinkt, doch nicht beim Verkehr | MDR.DE