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Karstadt Berlin King Kong am Hermannplatz

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Am 21. Juni 1929 wurde das Karstadt-Kaufhaus am Hermannplatz eröffnet – zumindest das, was wir heute kennen. Anlass genug, um auf die glorreiche und bewegende Geschichte des traditionsreichen Neuköllner Kaufhauses zurück zu blicken.

Karstadt Berlin am Hermannplatz, 1936.
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Bild: Karstadt Berlin am Hermannplatz, 1936. / FOTO:FORTEPAN - Lőrincze Judit (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

5. August 2019

05. 08. 2019

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Der Hermannplatz und Karstadt sind seit 138 Jahren eine feste Symbiose. Seit 1881 betrieb der Karstadt-Konzern am Hermannplatz eine Filiale. Das Karstadt-Kaufhaus, so wie wir es heute kennen, entstand allerdings erst in den Jahren zwischen 1927 bis 1929. Eröffnet wurde der Stahlbeton-Skelettbau am 21. Juni 1929.

Nach seiner Fertigstellung war es das grösste und modernste seiner Zunft in ganz Europa. Rein geographisch gesehen noch auf Kreuzberger Boden stehend, war und ist das Einkaufszentrum am Hermannplatz das Eingangstor nach Neukölln. Begeistert wurde das kauffreudige Publikum besonders durch den 4000 m² grossen Dachgarten, auf dem in den 30er Jahren 500 Personen Platz finden konnten. Für das einzigartige Ambiente sorgten nachmittags die Musikkapellen und der Blick aus 32 Metern Höhe hinweg über Kreuzberg und Neukölln.

Karstadt standen hier auf neun Etagen 72.000 m² Nutzfläche zur Verfügung, 24 Rolltreppen verbanden die Etagen. Weiterhin gab es 24 Personen-, 13 Speise- und acht Lasten-Aufzüge, von denen einer komplett beladene Lastwagen in die fünfte Etage zur Lebensmittelabteilung befördern konnte. Das Warenhaus verfügte als erstes Kaufhaus Europas über einen unterirdischen Zugang vom U-Bahnhof aus; von den Linien U7 und U8 gelangt man ohne Umweg über die Oberfläche in das Kellergeschoss des Gebäudes.

King-Kong Ästhetik von der Waffen SS zerstört

Der Architekt Philipp Schäfer entwarf den monumentalen Bau, der mit New Yorker King-Kong-Ästhetik und den beiden Türmen den Platz um schwindelerregende 56 Meter überragte. Gekrönt wurde das Gebäude von Lichtsäulen, die die beiden Türme veredelten. Im 2. Weltkrieg blieb das Kaufhaus zwar von Fliegerbomben verschont, dennoch wurde der Prachtbau kurz vor Kriegsende, am 25. April 1945, zerstört. Bis heute ist nicht ganz geklärt, ob das Haus durch Brandstiftung oder Sprengung vernichtet wurde.

Eine beliebte These lautet, die Waffen SS habe das Wahrzeichen des Hermannplatzes in Schutt und Asche gelegt, um zu verhindern, dass es der heranrückenden Roten Armee in die Hände fällt. Einzig der alte Gebäudeteil an der Hasenheide blieb erhalten und wird bis heute kommerziell genutzt. Der neue Anbau wurde 1950 von dem Architekten Alfred Busse entworfen und bis ins Jahr 2000 stetig erweitert.

Wer das jetzige Kaufhaus kennt, der weiss: Das alte Ambiente konnte der Neubau nie erreichen. Hiermit gratulieren wir 89. Eröffnungstag und trauern dennoch in stillem Gedenken um verloren gegangene Pracht am Hermannplatz.

Fabian Friedmann
neukoellner.net

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

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