UB-Logo Online MagazinUntergrund-Blättle

Berlin: Nein zum Ostkreuz-Campus | Untergrund-Blättle

6670

Wem gehört der Laserkiez? Berlin: Nein zum Ostkreuz-Campus

Politik

Zwischen Ostkreuz und Spree, zwischen Modersohnbrücke und Makgrafendamm befindet sich der Laserkiez – eine unberührte Oase inmitten des durchgentrifizierten Friedrichshain.

Berlin-Friedrichshain Persiusstrasse.
Mehr Artikel
Mehr Artikel
Bild ansehen

Berlin-Friedrichshain Persiusstrasse. Foto: Assenmacher (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

19. Oktober 2021
3
0
2 min.
Drucken
Korrektur
Bis jetzt, denn das milliardenschwere Unternehmen Pandion AG baut an der Periusstrasse ein Luxus-Büroviertel unter dem Namen “Ostkreuz-Campus”. In der Laskerstrasse nebenan entstehen zwei Bürotürme der Firma Trockland, die die dazwischenliegende Kulturstätte “Zukunft am Ostkreuz” gefährdet. Am Markgrafendamm sind ca. 400 Mikroapartments nebst eigenem Boarding House durch die Firma Adam Europe Real Estate geplant, und auch die Rummelsburger Bucht mit ihren geplanten Eigentumswohnungen, Luxusbüros und Riesenaquarium liegt nicht fern. Das entsteht im Interesse reicher Bauherrn, die sich hier auf Kosten der Nachbarschaft bereichern wollen.

Die von Nachbar*innen selbstverwalteten Flächen wie die Laskerwiese, die Pandions Bauprojekt gegenüber liegt, oder der Club ://about blank werden von Pandion & Co genutzt, um ihren eigenen zukünftigen Standort aufzuwerten. Doch fraglich ist, wie viele Freiräume in Zukunft in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben können. Der Mietertrag der “ZUKUNFT” geht bereits nur noch bis Ende März 2022 und auch die Selbstverwaltung der Laskerwiese ist nicht langfristig sicher.

Was macht die Politik?

Bereits mehrfach wurden Parteien und Politiker*innen persönlich, aber auch durch Demonstrationen, Kundgebungen und unserer Teilnahme am Stadtentwicklungsausschuss darauf hingewiesen, dass die Bauprojekte in dieser Form hier unerwünscht sind. Da Politik oft starren Vorgaben und veralteten Prozessen folgt, heisst es von Seiten der BVV stets, die Unternehmen hätten Baurecht und dagegen könne man nichts machen. Wir kritisieren eine Politik, die sich vor Konflikten mit grossen Unternehmen scheut. Deswegen ist es wichtig Druck auf entsprechende Politiker*innen auszuüben, gerade in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen.

Denn auch wenn die Immobilienunternehmen das Gegenteil behaupten: Sie werden unseren Kiez ruinieren, unsere Mieten in astronomische Höhe steigen lassen, und uns Nachbar*innen und Strukturen letztendlich verdrängen. Für Mieter*innen wird so in dieser Stadt kein Platz mehr sein. Die Initiative “Wem gehört der Laskerkiez” wird sich weiterhin gegen diese destruktive Entwicklung hier im Kiez stellen. Denn es gibt Bedarfe an günstigen Gewerbe, günstigen Wohnraum und Freifläche, die für alle sind. Daher fordern wir: Sofortiger Baustopp aller Luxusbauprojekte im Laskerkiez und Umgebung!

Schützt die Mieten und Gewerbe der Bewohner*innen im Lasker- und des Rudolfkiez! Gemeinsam sind wir stark gegen Pandion & Co!

Wenn ihr Fragen, Anregungen oder den Wunsch habt, euch einzubringen, erreicht ihr uns auf Social Media, per Mail oder findet uns auf der Laskerwiese.

laskerkiez.noblogs.org

Mehr zum Thema...
Das East Side Hotel an der Mühlenstrasse in Berlin-Friedrichshain.
Gentrifizierung in BerlinAn Hipness ersticken – in Friedrichshain

07.10.2015

- Im Berliner Stadtteil Friedrichshain singen die Balkone und grölen die Touris. Das Viertel erstickt an seiner eigenen Angesagtheit und an den Folgen der Gentrifizierung.

mehr...
Google Campus in Mountain View, California.
Warum die Absage des Google Campus ein Erfolg istFrom Kreuzberg with Love

26.11.2018

- Seit Ende Oktober steht es fest: Der Milliardenkonzern Google kommt nicht nach Kreuzberg.

mehr...
Rummelsburger Bucht, Friedrichshain, Berlin, März 2019.
Zwischen Verdrängung, Aufwertung und WiderstandBerlin: Kampf um die Rummelsburger Bucht in Lichtenberg

25.03.2019

- Die meisten alteingesessenen Lichtenberger*innen haben die Rummelsburger Bucht – die an die Bezirke Lichtenberg und Friedrichshain angrenzende Spreebucht – nicht gerade als Erholungsgebiet kennengelernt.

mehr...
Alles muss raus!

11.09.2019 - Berlin - eine Stadt, die einerseits ökonomisch für viele junge Start-Ups und andere Unternehmen attraktiv, andererseits auch Wohnraum von 3.644.826 Menschen ist. Ob Gewerbe- oder Wohn- und Kulturraum, beides muss sich die selbe Stadt teilen.

Alles muss raus!

11.09.2019 - Berlin - eine Stadt, die einerseits ökonomisch für viele junge Start-Ups und andere Unternehmen attraktiv, andererseits auch Wohnraum von 3.644.826 Menschen ist. Ob Gewerbe- oder Wohn- und Kulturraum, beides muss sich die selbe Stadt teilen.

Dossier: Gentrifizierung
Dirk Ingo Franke (  - )
Propaganda
Reclaim the City

Aktueller Termin in Freiburg im Breisgau

Überleben trotz Geld. Austauschcafé finanzielle Perspektiven/Möglichkeiten für politisch Aktive

Lohnarbeit. Kollektives Augen-verdrehen. Grund abends früher zu gehen, morgens früher aufzustehen und für viele politisch aktive Menschen eine ungeliebte Notwendigkeit um politische Arbeit möglich zu machen. Oder ein Grund, ab einem ...

Dienstag, 29. November 2022 - 18:00 Uhr

KTS - Kulturtreff in Selbstverwaltung, Basler Straße 103, 79100 Freiburg im Breisgau

Event in Zürich

Gashi

Dienstag, 29. November 2022
- 21:00 -

X-TRA

Limmatstrasse 118

8031 Zürich

Mehr auf UB online...

Cover zum Buch.
Vorheriger Artikel

Björn Fischer: Rock-O-Rama. Als die Deutschen kamen

Hinter den Kulissen eines Plattenlabels

Recep Tayyip Erdoganin in Aserbaidschan, Mai 2022.
Nächster Artikel

Antikurdische Kooperation zwischen Teheran und Ankara?

Erdogans imperialistische Eskalation

Untergrund-Blättle