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Die USA nach Baton Rouge und Dallas ’Ein stummer Krieg gegen Afroamerikaner’

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Die tödlichen Vorfälle in Baton Rouge, Falcon Heights und Dallas haben in den USA die Debatte über Polizeigewalt gegen „Communities of Color“ und laxe Waffengesetze wieder aufflammen lassen.

Demonstration vor dem Haus des Gouverneurs in Falcon Heights, Minnesota.
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Bild: Demonstration vor dem Haus des Gouverneurs in Falcon Heights, Minnesota. / Tony Webster (CC BY-SA 2.0 cropped)

21. Juli 2016

21. 07. 2016

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Wir alle haben inzwischen die Videos gesehen, die Berichterstattung gelesen: Am Dienstag, den 5. Juli war die Polizei in Baton Rouge, Louisiana, nach einem Notruf im Einsatz. Berichten zufolge rangen Polizeibeamte Minuten nach ihrer Ankunft am Einsatzort Alton Sterling zu Boden und erschossen ihn dann, auf seinem Rücken kniend. Der 37-jährige Sterling war schwarz und fünffacher Vater. In seinem Umfeld kannte man ihn als den „CD-Mann“; mit Erlaubnis des Ladeninhabers verkaufte er CDs vor dem Geschäft, wo er erschossen wurde. Die beiden Polizisten waren weiss. Nun sind sie bezahlt vom Dienst freigestellt. Das Justizministerium hat eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob ein Verfahren gegen die Beamten zu eröffnen ist.

Am Mittwoch, den 6. Juli hielt die Polizei im Viertel Falcon Heights der Stadt St. Paul in Minnesota das Fahrzeug von Philando Castile auf. Ersten Berichten zufolge wurde er eines defekten Rücklichts wegen aufgehalten, später stellte sich aber in Aussagen der Polizeibeamten heraus, dass Castile gezielt aufgrund seiner Hautfarbe gestoppt wurde, weil er „aussah wie ein Verdächtiger in einem bewaffneten Raubüberfall“. In Minnesota ist das offene Tragen („open carry“) von Waffen erlaubt, und laut Augenzeugenberichten teilte er den Beamten auch mit, dass sich im Fahrzeug eine Waffe befand, für die er einen gültigen Waffenschein besass.

Von Baton Rouge nach Dallas

Angaben zufolge fragte der Streifenbeamte nach Castiles Ausweis und schoss dann auf ihn, als der nach seinem Geldbeutel griff. Castiles Freundin Diamond „Lavish“ Reynolds übertrug die Minuten nach den Schüssen live auf Facebook. Sie und ihre vierjährige Tochter, die mit Castile im Auto gewesen waren, wurden nach dem Vorfall in den Polizeiwagen gesetzt. Philando Castile war 32 Jahre alt, ebenso schwarz, und laut aller Berichte ein beliebter Mensaleiter an der örtlichen Montessori-Schule. Und wieder waren die Polizeibeamten weiss.

Die Ereignisse zogen Proteste nach sich: in Baton Rouge, vor der Gouverneursresidenz in Minnesota, vor dem Weissen Haus und im ganzen Land.

Am Donnerstag, den 7. Juli hielt die Bewegung ‚Black Lives Matter‘ (deutsch: Schwarze Leben zählen) im Zentrum von Dallas eine grosse Protestveranstaltung ab. In einer weiteren Massenerschiessung zielte ein Heckenschütze, der dem Protestmarsch gefolgt war, auf Polizeibeamte. Fünf Polizisten wurden dabei getötet: Brent Thompson, Patrick Zamarripa, Michael Krol, Michael Smith und Lorne Ahrens. Sieben weitere Beamte und zwei Zivilisten wurden verwundet. Als Tatverdächtiger wurde Micah Xavier Johnson identifiziert, ein in Afghanistan gedienter Veteran, der angeblich als Vergeltung für Polizeigewalt so viele weisse Polizisten wie möglich umbringen wollte. Aktivisten der Bewegung ‚Black Lives Matter‘ und die Schwarze Bürgerrechtsorganisation NAACP verurteilten die Attentate.

In den folgenden Tagen verhaftete die Polizei hunderte Aktivisten bei Protesten im ganzen Land, einschliesslich DeRay Mckesson, eine prominente Führungspersönlichkeit der ‚Black Lives Matter‘-Bewegung. Teilnehmer an den Protesten behaupten, die Angriffe seien ein Versuch, Aktivisten einzuschüchtern.

"Wir sind niemals frei"

Polizeigewalt gegen Schwarze Männer und Frauen schockiert Amerikaner nicht. In den Worten Ta-Nehisi Coates‘, jenes jungen Schwarzen Schriftstellers aus Baltimore, der zum neuen Poeten der afroamerikanischen Gemeinschaft avanciert ist: „In Amerika ist es Tradition, den Schwarzen Körper zu zerstören—es gehört zum Kulturgut.“

Und so ist es auch. Tradition. Eine abstumpfende Routine.

Heute hat sich aus 250 Jahren der Sklaverei und einem Jahrhundert der Jim-Crow-Segregation eine neue Ära rassistisch motivierter Gewalt herausgebildet. Wie die Autorin von The New Jim Crow Michelle Alexander argumentiert, setzen sich gezielte Übergriffe auf Communities of Color in der systemischen Diskriminierung unseres Strafrechtssystems fort.

„Es befinden sich heute mehr Afroamerikaner unter der Kontrolle des Strafvollzugs–im Gefängnis, auf Bewährung oder auf Freigang–als im Jahre 1850 versklavt waren, ein Jahrzehnt vor Beginn des Bürgerkriegs.“

Eine der eloquentesten Stimmen in der Folge der gewaltsamen Vorfälle ist die von Valerie Castile, Mutter von Philando Castile. In Interviews nach den tödlichen Schüssen auf ihren Sohn beschrieb sie das Gespräch mit den Kindern (das weithin einfach als „the Talk“ bezeichnet wird), zu dem sich so viele schwarze Familien in ganz Amerika gezwungen sehen:

„Ich habe ihnen immer gesagt, was auch immer du tust, wenn du von der Polizei aufgehalten wirst, füg dich, füg dich, füg dich … Das ist das Wichtigste, damit man eine Polizeikontrolle hoffentlich überlebt.“

Doch Fügsamkeit kann Schwarze Amerikaner nicht vor Polizeigewalt schützen. Zahlreiche Studien haben erwiesen, dass Schwarze weitaus häufiger getötet werden als Weisse: Im Jahr 2015, „wurden junge schwarze Männer mit einer neunfach höheren Wahrscheinlichkeit von Polizeibeamten getötet als andere Amerikaner.“

Interessanter Weise bietet eine neue Studie der Harvard University eine etwas differenziertere Sicht auf die Debatte. Aus der Studie geht hervor, dass die Polizei beim Einsatz von Gewalt People of Color eindeutig diskriminiert, dass aber der Einsatz tödlicher Gewalt für Schwarze und Weisse vielleicht doch gleichermassen zum Tragen kommt.

Im Lichte solcher Daten spiegelt Valerie Castiles trostlose Einschätzung der Erschiessungen wohl die alltägliche Erfahrung viel zu vieler Schwarzer Amerikaner wider:

„Auf uns wird tagtäglich Jagd gemacht. Es ist ein stummer Krieg gegen Afroamerikaner insgesamt. Wir sind niemals frei.“

Wie geht es weiter?

Doch in all dem Tumult, der die Nation diese Woche erschüttert hat, gibt es auch Hoffnungsschimmer.

Die Gewalt ist Routine. Doch was sich in jüngster Zeit verändert hat sind die Handys und Körperkameras, die es der ganzen Nation ermöglichen, Zeugen der tödlichen Vorfälle zu werden. Aufnahmen des Mordes an Alton Sterling wurden am Mittwoch öffentlich. Philando Castiles Lebensgefährtin Lavish Reynolds übertrug die Minuten nach den Schüssen im Live-Stream, während sie noch mit Castile im Wagen sass.

Was sich in den vergangenen paar Jahren verändert hat ist die Stärke der ‚Black Lives Matter‘-Bewegung. Binnen Stunden nach den beiden Vorfällen wurden in Baton Rouge und St. Paul Protestveranstaltungen abgehalten, sowie auch im ganzen Land, etwa in Los Angeles, New York, Oakland, Washington, DC. Und ja, auch in Dallas.

Was sich auch verändert hat, ist die Reaktion der Regierung und der Politiker. Das Justizministerium hat so rasch wie nie zuvor eine Untersuchung des Todes von Alton Sterling angekündigt. Ebenso neu ist die Bereitschaft seitens der politischen Führung, Gewalt als systemisches Problem zu benennen. Präsident Obama argumentierte eindringlich, die Erschiessungen seien „Symptome einer grösseren Bandbreite von Ungleichheiten zwischen den Rassen (races) in unserem Strafrechtssystem.“

In Erwiderung auf die Tötung Castiles fragte der Gouverneur von Minnesota Mike Dayton pointiert: „Wäre das geschehen, wenn die Fahrzeuginsassen, wenn der Fahrer weiss gewesen wäre? Ich glaube nicht.“ Seither beharrt er auf seinem Standpunkt, rassistische Vorurteile hätten in der Tötung Castiles eine wichtige Rolle gespielt.

Amerika ist ein Land, das sich die Minderwertigkeit von Afroamerikanern geradezu in die Verfassung geschrieben hat. Wie James Baldwin schrieb, als in diesem Land zuletzt eine Bürgerrechtsbewegung gegen rassistisch motivierte Ungleichheit: Amerikaner sind „nach wie vor in einer Geschichte gefangen, die sie nicht begreifen; erst, wenn sie sie verstehen, werden sie davon erlöst werden. Sie mussten viele Jahre lang glauben, aus unzähligen Gründen, dass Schwarze gegenüber Weissen minderwertig sind.“

Vielleicht stellt die Gewalt dieser Woche, die neu gefundene Klarheit einiger unserer Politiker sowie der wachsende Konsens, dass dies nicht das Land ist, das wir sein wollen, ja den Anbeginn einer neuen Verständigung dar. Doch für die vielen Schwarzen Amerikaner, die es sich zweimal überlegen, ehe sie die Polizei rufen, denen Philando Castile vor Augen schwebt, ehe sie in ihr eigenes Auto einsteigen, die ihre Kinder zur Schule schicken und ihnen dabei Bilder von Tamir Rice und Trayvon Martin durch den Kopf gehen, die überproportional mit dem Inneren von Gefängniszellen und Gerichtssälen vertraut sind, erscheint eine solche Hoffnung vielleicht noch weit von der Realität entfernt.

Die wichtigsten Stimmen - Schwarze Sicht, weisse Sicht

Zahlreiche Kommentatoren haben sich daran versucht, die rassistisch bedingte Dynamik sowohl der Tötungen als auch der öffentlichen Reaktion darauf sorgfältig zu analysieren.

In einem Meinungsartikel in der New York Times argumentiert Michael Eric Dyson, Soziologieprofessor an der Georgetown University, die Angriffe in Dallas hätten sich eines friedlichen Protests „bemächtigt“, und damit auch der „Debatte über echte Missstände, mit denen sich Afroamerikaner konfrontiert sehen.“ Er geht dabei auf die Narrative vom Schwarzen „Thug“ (Gangster, Schlägertypen) ein, die oft herangezogen wird, um Todesschüsse der Polizei zu rechtfertigen. Er fordert weisse Amerikaner dazu auf, „ehrlich damit umzugehen, wie Missstände für Schwarze ignoriert, missachtet oder abgetan werden“.

Es zirkulieren zahlreiche Artikel, in denen weisse Amerikaner dazu aufgefordert werden, sich über Polizeigewalt gegen Communities of Color zu informieren und sich dem Kampf gegen den Rassismus anzuschliessen.

Die Washington Post nahm kritisch zu einigen der gängigsten Behauptungen Stellung, Schwarze und Weisse seien demselben Niveau an Polizeigewalt ausgesetzt, Schwarze erführen nur deswegen mehr Polizeigewalt, weil es mehr Gewalt unter Schwarzen gäbe, und Schwarze Eltern müssten einfach ihren Kindern beibringen, dass sie die Polizei mehr zu respektieren hätten.

#AllLivesMatter vs #BlackLivesMatter

Jedes Mal, wenn nach einem neuen Vorfall die Rufe „Black Lives Matter“ wieder laut werden, rufen sie eine Trotzreaktion seitens vornehmlich weisser Gemeinschaften hervor, die entgegenhalten „All Lives Matter“ (Alle Leben zählen). Diese Debatte ist auch diese Woche wieder losgebrochen. Nachrichtenorgane wie Fusion und Huffington Post erklärten, warum der Slogan „All Lives Matter“ die spezifische Diskriminierung verleugnet, der Schwarze Amerikaner ausgesetzt sind.

Rassismus und die NRA

Die letzte Woche hat selbst innerhalb des amerikanischen Waffenbesitzerverbands National Rifle Association zu internen Spannungen und einer seltenen Debatte zum Thema Rassismus geführt. Der Washington Post zufolge „debattieren Mitglieder, dass der Verband nicht stark genug für die Rechte von Waffenbesitzern eingetreten ist, weil er sich nicht unterstützend zu Philando Castile aus Falcon Heights in Minnesota äusserte. Castile war während einer Verkehrskontrolle erschossen worden, nachdem er die Beamten informiert hatte, dass er eine Lizenz zum offenen Tragen einer Waffe besass.

Polizeireform: Dallas hat „eine der besten gemeindeorientierten Polizeikräfte der Nation“

Ironischer Weise galt die Polizei von Dallas als landesweit führend bei der Förderung von Vielfalt unter Mitarbeitern und in der Schulung von Beamten in Deeskalationstechniken. Unter der Führung ihres Polizeichefs David Brown, einem aus einem der ärmsten Viertel der Stadt stammenden Schwarzen Beamten, verminderte die Polizei sowohl die Zahl der Schusshandlungen, in die Polizeibeamte involviert waren, als auch Beschwerden der Bevölkerung dramatisch, förderte Transparenz und konzentrierte sich besonders auf den Dialog mit der örtlichen Schwarzen Gemeinschaft. Hören Sie hier den Bericht des Radiosenders NPR.

Indessen hat die Initiative gegen Polizeigewalt Campaign Zero grosse Aufmerksamkeit auf sozialen Medien erlangt. Die Kampagne bietet eine datenreiche Plattform spezifischer Polizeiprojekte und Fallstudien, die aufzeigen, wie 10 wesentliche Polizeireformen erzielt werden können, einschliesslich einer Begrenzung von Gewaltanwendung, erhöhte Vertretung der Gemeinschaft, bessere Ausbildung für Beamte, ein Ende gewinnorientierter Polizeiarbeit, und eine Demilitarisierung der Polizeikräfte. Die Kampagne wird von vier Schwarzen Aktivisten geleitet und vermittelt Empfehlungen von Forschungsorganisationen sowie der Task Force des Präsidenten zum Thema Polizeiarbeit im 21. Jahrhundert.

Obama: „Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle.“

Am 7. Juli äusserte sich Präsident Obama vom NATO-Gipfel in Warschau aus erstmals zum Tod von Sterling und Castile. Er erkannte zwar an, dass die Umstände der Erschiessungen nicht vollends geklärt waren, wies aber darauf hin, dass es sich bei den tödlichen Schüssen auf zwei Schwarze Männer durch weisse Polizisten „nicht um Einzelfälle handelt. Sie sind Symptome einer grösseren Bandbreite von Ungleichheiten zwischen den Rassen in unserem Strafrechtssystem.“ Der Präsident verwies weiter auf Statistiken, die zeigen, wie das Strafrechtssystem durchweg systematisch auf Communities of Color abzielt.

Er schloss mit einem Aufruf an alle Amerikaner, das Problem als ihr eigenes Problem zu betrachten: „Wenn sich solche Vorfälle ereignen, empfindet ein grosser Teil unserer Mitbürger, dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht gleichbehandelt werden. Und das schmerzt. Und das sollte uns alle beunruhigen. Das tangiert nicht nur die Schwarzen. Das tangiert nicht nur die Latinos. Es tangiert alle Amerikaner und wir alle sollten uns darüber Gedanken machen, jeder verständige Mensch sollte sich Sorgen machen.“

Am nächsten Tag ging der Präsident auf den Angriff von Dallas ein: „Heute werden wir schmerzhaft an die Opfer erinnert, die sie für uns erbringen.“ Dann spielte er erneut auf die Debatte um schärfere Waffengesetze an: „Wir wissen auch, dass wenn Menschen schwer bewaffnet sind, solche Angriffe leider noch tödlicher und tragischer werden.“ Und am 12. Juli sprach Obama auf dem Gedenkgottesdient in Dallas.

Beyonce: „Lasst unsere Wut zu Taten werden“

In Fortsetzung der scharfen politischen Kritik an systematischer Diskriminierung und Polizeibrutalität, die sie in Formation zum Ausdruck brachte, wandte sich Beyonce in einem offenen Brief auf ihrer Webseite an ihre Fans: „Wir sind die Tötungen junger Männer und Frauen in unseren Gemeinschaften leid. Wir müssen nun Stellung beziehen und fordern, dass sie aufhören, uns umzubringen.“

Die Sängerin listete Links zu Kongressabgeordneten auf und forderte ihre Fans dazu auf, aktiv zu werden: „Wir haben alle die Macht, unsere Wut und unsere Frustration in Handlung umzusetzen. Wir müssen unsere Stimmen erheben, wir müssen Politiker und Gesetzgeber in unseren Wahlbezirken kontaktieren und soziale und gesetzliche Reformen verlangen.“ Fans leisteten in derartigen Massen Folge, dass es zum Crash der Webseite des US-Kongresses kam.

Andere Schwarze Prominente melden sich nun auch zum Thema Gewalt zu Wort. Beyonces Ehemann, der Rapper JayZ, veröffentlichte das Stück „Spiritual“, in dessen Refrain es heisst:

Spiritual, yes it is spiritual…

I am not poison, no I am not poison
Just a boy from the hood that
Got my hands in the air
In despair don’t shoot
I just wanna do good

In LA führte der Rapper Snoop Dogg einen Marsch zum Hauptquartier der Polizei von LA mit dem Ruf „ALLE GANGS, ALLE RASSEN; ALLE ERWACHSENEN MÄNNER, wozu sie auch gehören … wir stehen VEREINT.“

Die Kandidat/innen

Der Wahlkampf wurde kurzzeitig unterbrochen, als beide Kandidaten nach den Angriffen in Dallas ihre Veranstaltungen absagten.

Hillary Clinton rief ihre Anhänger eindringlich dazu auf, „einander [zuzuhören]“ und „sich vorzustellen, wie es wäre, wenn einem im Laden gefolgt würde, wenn andere Menschen ihre Autotüren verriegelten, wenn wir vorbeigehen, oder wenn wir jedes Mal ein Stossgebet sprechen müssten, wenn unsere Kinder zum Spielen in den Park oder sich Eistee und Süssigkeiten kaufen gehen: ‚Bitte, Gott, lass meinem Baby nur nichts zustossen‘.“ Sie forderte ihre Anhänger dazu auf, nicht „gleichgültig“ zu sein und verlangte eine Strafrechtsreform sowie Waffengesetze und grössere Unterstützung für die Polizei des Landes.

Donald Trumps Reaktion auf die Angriffe war überraschend bedacht. Trump bedauerte die „entsetzlichen, einer Hinrichtung ähnelnden Schüsse auf 12 Polizeibeamte der Stadt Dallas“, meinte aber auch, dass „der sinnlose, tragische Tod zweier Menschen in Louisiana und Minnesota uns daran erinnert, wie viel zu tun ist.“ In einem für seinen Wahlkampf höchst untypischen Ton stellte er fest, dass „unsere Nation zu tief gespalten ist… [und] Spannungen zwischen Schwarzen und Weissen (racial tensions) sich verschlimmert haben, statt sich zu verbessern. Das ist nicht der amerikanische Traum, den wir uns für unsere Kinder wünschen.“

Die Aktivist/innen

Während Polizeibeamte hunderte von Demonstranten im ganzen Land verhafteten, wurde diese Aufnahme der Verhaftung einer ‚Black Lives Matter‘-Aktivistin durch Polizei in schwerer Ausrüstung zum nationalen Sinnbild der Bewegung.

Hannah Winnick
boell.de

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-SA 3.0) Lizenz.

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