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Luftangriffe im Süden der Arabischen Halbinsel Arabische Liga gegen Jemen

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Die Allianz der arabischen Staaten zur Bombardierung des Jemen wird in einer Art und Weise medial geschönt, dass einem wirklich schlecht wird.

Wohnhaus in Sanaá, Jemen.
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Bild: Wohnhaus in Sanaá, Jemen. / Rod Waddington (CC BY-SA 2.0 cropped)

31. März 2015

31. 03. 2015

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„Jemen: Araber gründen Anti-Terror-Truppe“ titelt der Standard, natürlich auch wieder aufgrund einer Reuters-Meldung. „Unterstützung für Jemens Präsident“, so geht es weiter. Also: alle einigen sich im Kampf gegen das Böse, und zweitens, die Rechtmässigkeit wird hochgehalten. Unter welchen Bedingungen der jemenitische Präsident an die Macht gekommen ist, und worauf sich seine Rechtmässigkeit überhaupt gründet, interessiert die Verfasser von dergleichen Jubelmeldungen nicht.

Ebenso irreführend ist der Ausdruck „Anti-Terror-Truppe“. Man könnte meinen, hier ginge es gegen den IS – aber weit gefehlt!

„Alle anderen Themen und Krisen, von Palästina über Libyen bis zur wirtschaftlichen Entwicklung, waren für die Gruppe, die ihr 70-jähriges Bestehen feierte, nur Randnotizen. In ungewöhnlicher Einigkeit stellten sich die arabischen Herrscher hinter die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz, die im Jemen gegen die Huthi-Rebellen und deren Verbündete kämpft.“ (ebd.)

Auch die Zustände in Libyen, das politisch zu einem einzigen schwarzen Loch und einer Brutstätte des Terrors geworden ist, waren den „arabischen Herrschern“ kaum der Rede wert. Dabei hatte die arabische Liga seinerzeit viel zum Sturz Ghaddafis beigetragen, um sich dieses enfant terrible der arabischen Staatenwelt zu entledigen.

Sogar Ägypten, das durch die Ereignisse in Libyen sehr in Mitleidenschaft gezogen worden ist – und auch weiterhin werden wird –, findet es wichtiger, sich im Jemen einzumischen, als seine Militärmacht gegen den Bürgerkrieg und Terror in Libyen in Stellung zu bringen. Es beherbergt den Gipfel der arabischen Liga in Scharm-El-Scheich und schickt Militärschiffe in den Golf von Aden.

Man beachte auch die Allianz von einem Militär-Regime wie Ägypten, das vor nicht allzu langer Zeit seine legal gewählten religiösen Konkurrenten weggeputscht und unbarmherzig verfolgt hat, mit der Monarchie Saudi-Arabiens, das jede Trennung von Staat und Religion ablehnt und seinen Herrschaftsanspruch unter anderem daraus ableitet, Hüter der Heiligen Stätten des Islam zu sein – einem Gottesstaat also. Kein Problem für die beiden, wenn es gegen schiitische Aufständische geht, von denen übrigens keine besonderen Grausamkeiten bekannt sind.

Die jemenitische Ansarullah-Bewegung – etwas verächtlich als Huthi-Milizen abgetan – hat bisher keine Köpfe abgeschlagen und keine Ehebrecherinnen öffentlich gesteinigt. Die schiitischen Zaiditen waren bis zu ihrer 1962 erfolgten Demontage durch eine panarabische Junta – unter Mithilfe Ägyptens unter Nasser – jahrhundertelang die Herren über den Nordjemen, zeitweilig sogar über den gesamten heutigen Jemen. Ihr Sturz mündete in einem 8-jährigen Bürgerkrieg mit über 200.000 Toten. Das ist nur wichtig zu erwähnen angesichts des Getues, als wären diese Leute – denen nicht viel Widerstand entgegengesetzt wurde, die also im Jemen selbst gar nicht so unwillkommen sind – sozusagen vom Himmel gefallen oder Eindringlinge einer fremden Macht. Sie sind Ureinwohner des Jemen und bedienen sich im Unterschied zum IS auch keiner ausländischen Freiwilligen.

Jetzt wird der wirtschaftlich schwache Jemen – als einziger Staat der arabischen Halbinsel verfügt er kaum über Ölvorkommen – bombardiert, seine ohnehin eher bescheiden ausgebaute Infrastruktur zerstört, und mit einer Invasion Saudi Arabiens gedroht, das im letzten Jahrzehnt kräftig aufgerüstet hat und offenbar sein Gerät und seine Macht jetzt einmal ausprobieren will:

„Saudi-Arabien hat mit der ad hoc gezimmerten Allianz für seinen Feldzug im Jemen bereits erreicht, was es wollte. Beobachter sind sich einig, dass König Salman mit diesem Militäreinsatz neue Prioritäten in seiner Sicherheitspolitik gesetzt und die Bedrohung durch den Iran über jene gestellt hat, die von islamistischen Jihadisten von Al-Kaida oder der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) ausgeht.“ (ebd.)

Der Jemen ist also das derzeitige Schlachtfeld für die imperialistische Konkurrenz in der arabischen Welt. Abgesehen davon, was das für den Jemen heisst – immerhin ein Land mit 25 Millionen Einwohnern, mehr als in Syrien – ist damit im Grunde an alle Schiiten des Nahen Ostens eine Kampfansage ergangen – sie werden alle als Agenten des Iran betrachtet und behandelt.

Wenn Saudi Arabien mit seinen Zielen Erfolg und weiterhin die arabische Liga hinter sich hat, so ist endgültig der IS an allen Fronten ins Recht gesetzt und kann viel offener unterstützt werden als bisher. Die Hisbollah, die syrische Regierung und ihr Anhang, die irakische Regierung und die sie unterstützende Bevölkerung, die Schiiten der arabischen Halbinsel – alles potentielle Feinde des wahren Islam und der US-gestützten Vormacht der Region, die zum Abschuss freigegeben sind.

Und diese Kriegserklärung an die islamischen Häretiker wird offensichtlich von den westlichen Medien mitgetragen, der Kampf gegen den IS verschwindet auf die hinteren Seiten, was darauf hinweist, dass wichtige Weltmächte das auch so sehen.

Amelie Lanier

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