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Untergrund-Blättle

WHY oh WHY ? | Untergrund-Blättle

Lyrik

Wie das Christkind 2018 nach D-Land kam WHY oh WHY ?

Lyrik

...eerst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
...dann steht das Christkind vor der Tür -
und klopft - "Lasst mich doch bitte rein
hier draussen ist es kalt wie schwein!

S'ist Weisse Whynacht und es schneit.
Seid Ihr für mein'n Empfang bereit?"
Es klingelt sanft, es klingelt sturm
es friert sich ab, das arme Wurm.

Da, endlich rührt sich was im Haus
es schreit laut: "Asylanten raus!
Wer stört hier meinen Whynachtsfrieden,
mit bösem Willen, mensch, hienieden?"

Das Christkind stutzt: "Bin ich verkehrt?
Wird hierzuland' nicht Christ verehrt?"
Es sieht sich um: voll Christgeglitzer
ist's Haus behängt - mit Laser-Blitzer...

Aufgerissen wird die Tür
verschreckt steht's Christkind draussen für.
Ein Mann erscheint, Knecht-Ruprecht-like
und schnauzt: "Bringst du mein Mountain-Bike?"

Am Gürtel trägt er ne Stahlrute
und rechts trägt er ne Baseball-Knute.
"Ein Mountain-Bike?" das Christkind spricht
"Ich bin das Christkind, siehst Du's nicht?"

"Ich sehe nur ein freches Gör,
macht Klingelmännchen, dass es stör'!"
"Entschuldigung, ich wollt' nicht stören,
wollt Ihr denn nicht die Botschaft hören?"

"Welche Botschaft, du Kanacke?
Kommst du mir jetzt mit Flüchtlingskacke?
Ohne Visum läuft hier nix!
Versuch hier keine miesen Tricks!!"

Dem Christkind fiel das Reden schwer:
"Vom Himmel hoch, da komm ich her!
Ich bringe Euch des Friedens Reich..."
"Halt's Maul! Ich hau dich windelweich!

Aufs Reich da lasse ich nichts kommen!"
"Bist Du denn keiner von den Frommen?
Denkst Du nicht an Dein Seelen-Heil?"
Stramm stand der Mann, sein Arm reckt steil...:

"Sieg Heil! Jawoll, fürs Vaterland!"
Das Christkind zweifelt - am Verstand...
des Mannes der da vor ihm steht.
Vielleicht wär's besser, wenn's jetzt geht...

Was der da sagt, erstaunt es sehr.
Da fragt der barsch: "WO kommst du her??!"
"Vom Himmel ..." - "Schnauze, red hier keinen Scheiss!
Ich bin kein Kind, mach mir nix weis!
Aus welchem Land, das mein ich, klaa?!"
"Ursprünglich mal Palästina..."

Sprach's Christkind, bald vor Kälte blau.
"Ach so, du bist ne Judensau?
Oder'n Moslem? Scheissegal!
Du bist bestimmt hier ILLEGAL !"

Das Christkind wurd jetzt langsam sauer
gedachte seiner Gottes-Power
und dass ein Wunder hier doch sehr
für diese Welt vonnöten wär'.

Sein Heil'genschein glühte jetzt rot
sah es auf diesen Schlagetot
und plötzlich kam ihm die Idee
blitzinspiriert vom Whynachtsschnee.

Und kaum dass hatte es gedacht
so war der Schnee-Mann schon gemacht:
statt Augen hatt' der Kerl jetzt Kohlen
und ihn würd' bald der Teufel holen

der ja schon dessen Führer hatte
auch Nazi-Bonzen eine Latte
wie auch so manche Waatschenfresse
einst Titelblatt der "Lügenpresse".

Dieser Mann aus braunem Schnee
wäre sicher bald passé
denn so wie der Schnee fällt nieder
scheint danach die Sonne wieder!

Der Chor der Englein jubiliert:
"Schad', dass das nicht oft passiert!
Ach die Welt wär' besser dran,
wär' aus Schnee so mancher Mann!"
Dieses Kindlein kommt nicht, horch!
aus dem Neste der von Storch.
Nein, einstens legte seine Sippe
es nieder in des Stalles Krippe.

Arme Leute, auf der Flucht,
von Himmelboten heimgesucht
willkomm'n geheissen von den Hirten
die sich in Menschen selten irrten.

Sie brachten ihnen woll'ne Decken,
was Milch und auch paar Käseecken,
per Zufall, mit der Sterne Lauf
tauchten auch drei Weise auf

schenkten was sie gerade hatten
Weihrauch, Myrrhe, etwas Patte
denn des Römer-Reichs Herod'
schlug bald der Juden Kinder tot.

Da hiess es aus dem Staub sich machen
Jupp der packte schnell die Sachen
im Stall alleine blieb der Ochse
per Esel floh'n sie vorm Gesoxe

ausgerechnet nach Ägypten
woraus die Juden einstmals flippten
mit Moses durch das Rote Meer
worin ersoff des Ramses Heer.

Daran musst' das Christkind denken
und tat seine Schritte lenken
weg von diesem doitschen Haus
vor dem selbst dem Satan graust.

Friede ward in mancher Hütte
sei sie mal grösser oder lütte
wenn auch leider nur'n paar Tage.
Streit gibts bei der Geschenkefrage.

Meist jedoch in den Palästen
Villen, Lofts und Edelknästen
Goldnem Käfig und Chalet
nach ner Linie and'rem Schnee.

Why oh why, ihr Whynachtsmänner
-frauen, -kinder, seel'ge Penner
gibts im grossen Weltgetriebe
nicht ein bisschen mehr an Liebe?

Warum gibts statt gutem Willen
so viel Menschen, die sich killen?
Warum hat das "Heil'ge Land"
nicht mehr Menschen mit Verstand?

Es ist ein Leid mit der Kultur
die Christen sind schwer aus der Spur
Grenzen, Grenzen, "Obergrenze"
und am Totensonntag Kränze.

Das Christkind stapft nun unentschlossen
durch hohen Schnee und ist verdrossen.
Soll es jetzt zur Whynacht kommen?
Ihm ist immer noch beklommen.

Lassen nach wir es was denken...
Besser wär' es, nix zu schenken.
Besser wär es, man entflieh'
der Konsum-Maschinerie,

von Puderzucker dick bestäubt
die des Menschen Sinn betäubt
die ihn durch das Land lässt hetzen
statt die Ruhe mal zu schätzen.

Geht doch hinaus in die Natur
vielleicht seht ihr des Christkinds Spur
und es leuchtet euch von fern
ein besonders schöner Stern.

Leo von Seelöffel

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