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Verlierer des Jahres gewählt | Untergrund-Blättle

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Beteiligung diverser Künstler an den zentralen Einheitsfeierlichkeiten Verlierer des Jahres gewählt

Kultur

Unter den Verlierern des Jahres befinden sich dieses Jahr erstaunlich viele Rapper. Platz zwei und drei belegen der Hamburger Musiker Sammy Deluxe und der in Berlin lebende Raprentner Afrob.

Der deutsche Musiker Max Herre.
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Der deutsche Musiker Max Herre. Foto: Coffee Circle (CC BY 2.0 cropped)

19. September 2013
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Platz eins der Negativliste geht an den ehemaligen „Freundeskreis“ Frontmann Max Herre. Ausschlaggebend für die Jury war die geplante Beteiligung der Künstler an den zentralen Einheitsfeierlichkeiten zum 3. Oktober in Stuttgart.

Seinen Durchbruch als Solokünstler erreichte Sammy Deluxe mit seinem Hit „Weck mich auf“ in welchem er eine grundlegende Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen in der BRD formuliert. Auch Afrob brachte in jungen Jahren immer wieder deutliche Kritik an der rassistischen Stimmung und dem weitverbreiteten Nationalismus in Deutschland.

Mit einer „Eichvorlagen geeigneten 180° Wendung“ erzielt Max Herre die meisten Punkte in dem Negativranking. So beschreibt er sich selbst auf dem Freundeskreis Album „Quadratur des Kreises“ als „Stuttgarter Antifa“ und reimt „unsere Herzen brannten lichterloh für Asyl in Lichterketten“. Dass er nun 21 Jahre nach den Brandanschlägen in Rostock-Lichtenhagen dem Einheitsnationalismus mit seinem Auftritt auf der zentralen Feier zum 3. Oktober in Stuttgart neuen Schwung geben möchte, bezeichnet Jury Mitglied Peymann als „menschlich und moralisch widerlich“. Laut Peymann fehle lediglich „dass Herre in die Fussstapfen von Paul Kalkbrenner trete und auch „Beats für die Heimat“ den Soldaten nach Kunduz bringe“.

Vertraute von Herre nennen "Geldsorgen" als ein Grund für den Umschwung. Weiter führen sie aus: "Lyrisch war Max noch nie sonderlich innovativ. Vielen Fans wurde die Musik irgendwann einfach zu monoton. Nun versucht er scheinbar neue Zielgruppen zu erschliessen." Kritiker erwiedern, dass das keine "Ausrede für Nationalismus sei" und Herre sich offensichtlich entschieden hat "auf der anderen Seite der Barikade zu stehen."

Gegen die zentralen Einheitsfeierlichkeiten planen nicht nur „Stuttgarter Antifas“ sondern auch viele weitere Akteure der Zivilgesellschaft Proteste und Aktionen. In diesem Rahmen ist auch mit der Ehrung und Preisübergabe an die Künstler zu rechnen.

dpa/im

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