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Keine Bühne für Rammstein: Cover Band «Stahlzeit» in der St. Jakobshalle in Basel

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Die Cover Band «Stahlzeit» in der St. Jakobshalle Keine Bühne für Rammstein und Coverbands in Basel

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Kultur

Am 30. Januar tritt die Rammstein-Tribute-Band «Stahlzeit» in Basel in der St. Jakobshalle auf. Das nehmen wir zum Anlass, um daran zu erinnern, dass es im Fall Rammstein immer noch keine Gerechtigkeit gibt.

Stahlzeit im Maimarktclub in Mannheim, 10. November 2018.
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Stahlzeit im Maimarktclub in Mannheim, 10. November 2018. Foto: Sven Mandel (CC-BY-SA 4.0 cropped)

Datum 23. Januar 2026
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2023 wurde Till Lindemann, Frontsänger von «Rammstein», als Täter zahlreicher sexueller Übergriffe bei Konzerten der deutschen Rockband aufgedeckt. Der 60-jährige Sänger nutzte die Macht seiner Berühmtheit und Anerkennung, um sich ein regelrechtes Rekrutierungs- System für Sex mit jungen, weiblich gelesenen Fans aufzubauen: Die «Row 0». Opfer berichten davon, dass sie am nächsten Morgen ohne Erinnerungen an das, was passiert war, aufwachten, also mutmasslich unter Drogen gesetzt wurden, und davon, dass Lindemann ihr Nein nicht akzeptierte.

In Pausen und bei Afterpartys wurden von einer «Casting Director» spezifisch ausgewählte TINFA*s zu Lindemann eingeladen, ohne dass die eindeutig bestehende Erwartung kommuniziert wurde, mit ihm Sex zu haben. In manchen Fällen waren die Betroffenen minderjährig.

Trotz zahlreicher Betroffener, die mit ihren eigenen Geschichten an die Öffentlichkeit traten, stellte die Staatsanwaltschaft Berlin das Verfahren Ende 2023 ein- wegen «nicht hinreichenden Tatverdachts». Im Gegenzug klagten Lindemanns Anwälte ein, dass die Betroffenen gewisse Aussagen öffentlich nicht mehr tätigen durften. Lindemann drohten keine Konsequenzen. Rammstein spielt weiterhin erfolgreiche Konzerte.
Die Band war schon lange mit provokanten, gewaltverherrlichenden und auch frauenfeindlichen Texten bekannt. Was sonst als fiktive Kunstfigur oder Ironie verstanden werden könnte, wird hier zur bitteren Realität und lässt sich nicht von den Vorfällen trennen.

Der Fall zeigt, dass Status und Geld in unserer Gesellschaft unangreifbar machen und die Stimme eines alten, weissen, reichen Manns mehr zählt als andere, selbst wenn es viele sind.

Cover Bands wie «Stahlzeit», die Rammsteins Musik weiter spielen und die Bewunderung der Band aufrecht halten, tragen dazu bei, dass die Misogynie normalisiert wird, die zu Gewalt an TINFA*s führt.

Wer öffentlich hinter Tätern steht, verdient keine Bühne.

Lindemann & co. wollen die Betroffenen zum Schweigen bringen, aber wir vergessen nicht, was passiert ist, und wir schweigen nicht. Unsere volle Solidarität gilt den Betroffenen. Wir akzeptieren nicht, dass Frauen*feindlichkeit applaudiert und sexualisierte Gewalt verharmlost und normalisiert wird. Deshalb:

Stopp Machtmissbrauch
Stopp Gewaltverherrlichung
Stopp sexuelle Übergriffe
Keine Bühne für Rammstein und Coverbands!

R.A.B. Basel