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Interview mit der Rap-Rock Band K-STE | Untergrund-Blättle

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Head Rapper Mukke aus München Interview mit der Rap-Rock Band K-STE

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„Grünblau“ heisst das Debut-Album der Rap-Rock Band K-STE aus Rosenheim, München und Kufstein, die ihr Genre selbst als „Head Rapper Mukke“ bezeichnen. Ein Interview mit den Bandmitgliedern.

Die Band KSTE aus München.
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Bild: Die Band K-STE aus München. / zVg

23. Juni 2019

23. 06. 2019

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UB: Ihr kommt aus München und der näheren Umgebung. Wie lebt sich’s so in einer Stadt, die den Ruf hat, eines der teuersten Pflaster von Deutschland zu sein?

K-STE: München ist für uns Hassliebe. Einerseits wohnen wir im Paradies, wo man alles um sich rum hat, was man sich so wünscht. Die Berge, die Seen, die Natur, aber auch das Stadtleben, die verschiedenen Kulturen und natürlich unsere Freunde. Andererseits hat München natürlich auch den Ruf versnobt zu sein. Wenn man aber die Maximilianstrasse mal aussen vorlässt, gibt es sehr viele coole Ecken, die nicht auf der klassischen Touristen Karte zu finden sind. Mit den Preisen muss man einfach leben.

UB: Zürich und München haben ja einiges gemeinsam. Zu viel Geld, zu viel Reichtum, zu viel Luxus, Stress und Leistungsdruck. Auf der anderen Seite, zu wenig erschwingliche Wohnungen und natürlich auch jede Menge Ungerechtigkeit. In einer solch materialistisch-orientierten Umgebung, in der die Künste dem Mehrwert untergeordnet werden, kann es ja zur waschechten Herausforderung werden, kreativ und geistig zu überleben, oder wie seht ihr das?

K-STE: Zum Glück können in einem relativ freien Land, wie unserem, die kreativen Köpfe, und auch alle Anderen, ihrer Leidenschaft und Meinung Ausdruck verleihen. Dabei trifft man oft auf Gleichgesinnte. Ob diese Minderheit zur oberen Einkommensgruppe gehört oder nicht ist dabei unwichtig, wenn man bedenkt das Emotionen die wir mit unserer Musik auslösen, mehr wiegen als Scheine.

UB: Und damit gleich zu der nächsten Frage. Ich nehme an, ihr könnt finanziell nicht von eurer Musik leben. Wie schafft ihr den Spagat zwischen Lohnarbeit und musikalischer Betätigung?

K-STE: Nein wir können finanziell leider nicht von unserer Musik leben. Auf der einen Seite ist es natürlich ein schöner Ausgleich zum Alltag. Gerade das Schreiben von Songs entspannt und holt einen gedanklich von all dem nervigen Alltagsstress schön weg. Aber um Kosten zu sparen, machen wir von Booking bis Promo und eigentlich auch fast alles andere *lach* in Eigenregie oder mit freundlicher Unterstützung von unserem Label Hicktown Records, welches Reini (Gitarre) gegründet hat und hauptberuflich betreibt. Das ist neben manchmal oft stressigen Jobs natürlich hart, aber jeder kleine Erfolg ist Motivation genug, die Band K-STE weiter voran zu treiben. Und das letzte Hemd gehört immer der Band. :-)

UB: In euren Texten ist jede Menge gesellschaftskritisches zu finden. Habt ihr an den Europawahlen teilgenommen oder ging euch der ganze Wahlstress am Arsch vorbei?

K-STE: Natürlich geht uns sowas nicht am Arsch vorbei :) Jede Stimme ist wichtig und muss genutzt werden. Wenn man bedenkt was aktuell so passiert, sollte jeder Aufstehen und für eine freie Welt ohne Hass und Gewalt einstehen. Wahlen mögen zwar auch nicht die Welt verändern, sie sind aber der Mindestbeitrag den jeder bringen kann und auch sollte, um grössere Übel abzuwenden. Diese Einstellung findet sich, klar auch in manchen Songtexten wieder.

UB: Im politischen Song «Stumpfsinn» geht der Beat ja richtig ab und die Gitarren treiben den Song nach vorn. Wie seid ihr zu der Kollaberation mit Taiga Trece gekommen?

K-STE: Das war ziemlich lustig: Wir hatten Taiga Trece schon lange im Auge und haben sie schon vor dem Recording, von unserem Album „Grünblau“ angefragt, ob sie ein Feature darauf machen will. Da unsere Anfrage bei ihr irgendwo im Spam liegen geblieben ist, bekamen wir erst ein halbes Jahr später, nach Fertigstellung von unserer Album-Produktion die Zusage. Da wir schon immer hammermässig fanden, was sie so abliefert, haben wir gesagt: Scheiss drauf! Nochmal rein in die Mix- und Master-Session und packen wir noch das letzte i-Tüpfelchen auf unsere Platte. War alles nicht so easy, weil das Master über eine alte Studer Bandmaschine von 1973 lief usw., aber gehen wir nicht zu weit ins Detail. Fazit: Die Arbeit hat sich mehr als gelohnt und wir sind sehr stolz auf die beiden Gäste auf unserem Baby: Taiga Trece im Song „Stumpfsinn“ und Adriano von Squadra Leone auf dem Song „Es regnet Sonnen“.

UB: Schreibt ihr eure Texte gemeinsam oder findet auf eine andere Art ein Gedankenaustausch statt, bevor die Songs entstehen.

K-STE: Unsere Songs entstehen eigentlich fast alle von unserem Rapper Kenny. Dieser komponiert und produziert schon einmal gute Demo`s von Songs vor, wie sie später einmal in etwa klingen könnten. Danach packt er noch nen Text darauf und somit entsteht ein super Grundgerüst. Dieses wird dann zusammen mit unserem Gitarristen und Co-Komponisten Reini noch schön ausgearbeitet und später im Proberaum mit Band spielbar gemacht. Und dann produzieren beide so lange daran herum, bis wir es alle „fett“ finden. Und das dauert manchmal, vor allem bis sich Kenny und Reini mal einig sind. *lach*

UB: Ihr arbeitet auch mit Samples und Soundfragmenten. Heutzutage kämpfen ja diverse Underground-Künstler mit Abmahnungen von irgendwelchen spezialiserten Anwaltskanzleien wegen Urheberrechtsverletzungen. Hattet ihr bis anhin noch keine Probleme deswegen?

K-STE: Nein, hatten wir zum Glück noch nie. Um dieses Problem aber gleich im Vorfeld zu umgehen, arbeiten wir hauptsächlich mit selbst produzierten oder von diversen Beat-und Musikprogrammen freigegebenen Loops. Wir nutzen tatsächlich 0,0 illegale Samples.

UB: Im Song „Fetter Rapper“ macht ihr euch über MC’s lustig, die in Fitnessstudios abhängen und in YouTube-Videos Gewichte stemmen. Als Alternativprogramm werden Chicken-Wings und Bierbauch geboten. Das wirkt alles stark satirisch und riecht irgendwie nach anarchistischem Dadaismus. Gibt es da einen Link?

K-STE: Mit unseren Texten möchten wir unsere Hörer definitiv wachrütteln. Wir stellen gerne Sachen in Frage, stänkern gerne und machen auf ironische und humorvolle Weise auf Situationen oder Probleme aufmerksam. Man wird durch den Text, die Musik und die Umsetzung im Video letztlich beide Seiten hinterfragen, an beiden Gutes wie Schlechtes finden, oder beide Seiten ablehnen… oder einfach über die Typen im Video lachen :) Gewisse anarchistische Züge sind also da, ah ja hier der Link.

UB: Was hört ihr euch persönlich denn im Moment so für Musik an?

K-STE: Ganz stark ist natürlich im Moment das neue Rammstein Album. Wir lieben aber auch Bands wie zum Beispiel Adam Angst. Das neue Album von Fatoni ist auch richtig gut. Ja und Dendemann geht so oder so immer. Reini hört ausserdem viel Punkrock, hatte ja viele Jahre Irokesen, Santos viel Garage, Blues auch den ganzen Ami Oldschool Hip Hop. Flo steht neben den Genannten auch voll auf Skate-Punk. Also kurz gesagt eigentlich alles was vorwiegend handgemacht und fernab von 0815-Mainstream-Radio-Mukke ist.

UB: Was können wir von euch musikalisch in nächster Zeit noch erwarten?

K-STE: Jede Menge weitere Head Rapper Mukke natürlich! Kenny arbeitet schon fleissig an unserer zweiten Platte. Nebenbei versuchen wir die Erste so gut es geht zu verbreiten und spielen natürlich so viele Live-Konzerte wie möglich. Schleichwerbung an dieser Stelle an alle Veranstalter: Wir freuen uns auf nen Gig bei Euch!

UB: Herzlichen Dank für eure Zeit.

K-STE: Danke Euch für die Recherche und die tollen Fragen. Nicht mehr viele Redakteure setzen sich so detailliert mit dem Material auseinander.

UB-Redaktion

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