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Literaturfestival der Arbeiterklasse in Campi Bisenzio

Eine letzte Chance, das Collettivo in ihrer Fabrik zu erleben Literaturfestival der Arbeiterklasse in Campi Bisenzio

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Kultur

Zum vierten Mal in Folge findet dieses Jahr vom 10.-12. April das "Festival di Letteratura Working Class" statt. Organisiert wird es vom ex-GKN Fabrikkollektiv und dem Verlag Alegre.

Literaturfestival in Campi Bisenzio.
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Literaturfestival in Campi Bisenzio. Foto: collettivofabbricagkn

Datum 8. April 2026
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Im vergangenen Jahr zog das Literaturfestival über 7.000 Besucher:innen an und ist damit vermutlich das grösste seiner Art weltweit. Doch es könnte eine der letzten Gelegenheiten sein, das Collettivo GKN in ihrer besetzten Fabrik in Campi Bisenzio bei Florenz zu besuchen – einem Ort, der längst zum Symbol für Widerstand, ökologische Innovation und selbstbestimmte Arbeit geworden ist.

Mehr als ein Arbeitskampf: Ein Kampf um die Zukunft der Produktion

Seit 2021 wehren sich die Arbeiter:innen der GKN-Fabrik gegen die geplante Schliessung ihres Betriebs. Mit einer unbefristeten Betriebsversammlung halten sie das Gelände seitdem legal besetzt – nicht nur, um ihre Arbeitsplätze zu retten, sondern um ein radikales Umdenken in der Industrie voranzutreiben: die Umstellung auf ökologische Produktion.

Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen aus der Klimabewegung haben sie einen detaillierten Produktionsplan für Solarpaneele und Lastenfahrräder entwickelt, der von mehreren Banken geprüft und für realisierbar befunden wurde. Damit setzen sie ein klares Zeichen gegen die dominierende Rüstungsindustrie und zeigen, dass es alternative Wege gibt – sozial, ökologisch und demokratisch organisiert.

Um ihre Vision umzusetzen, gründeten sie die Produktionsgenossenschaft „Collettivo di Fabbrica“. Bereits jetzt liegen Investitionszusagen in Höhe von 3,1 Millionen Euro vor. Doch für den Start der Produktion fehlen noch weitere 2 Millionen Euro. Dieses Kapital soll das Eigenkapital stärken und die Zusage eines Grossinvestors über zusätzliche 2 Millionen Euro absichern. Gelingt dies, kann die Produktion endlich beginnen.

Unterstützung ist jetzt entscheidend

Das Kollektiv sucht dringend Investor:innen, Genossenschaftsmitglieder und Spender:innen, die durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen oder Spenden zum Gelingen des Projekts beitragen. Jeder Beitrag bringt die Arbeiter:innen ihrem Ziel näher: einer selbstverwalteten, ökologischen Fabrik, die beweist, dass eine andere Wirtschaft möglich ist.

8. April 2026: Ein entscheidender Tag nach vier Jahren Widerstand

Am 8. April 2026 wird ein richtungsweisendes Gerichtsurteil erwartet. Das Gericht entscheidet über die Auszahlung ausstehender Löhne und Abfindungen – ein Betrag von über 10 Millionen Euro, der den Arbeiter:innen seit der Besetzung im Juli 2021 (und teilweise bis März 2025) zusteht. Da sie während dieser Zeit nicht rechtmässig gekündigt wurden, halten sie die Fabrik auch als „Faustpfand“ für die Begleichung ihrer Forderungen besetzt.
Die Gefahr einer Räumung ist real:

Sollte das Gericht die Auszahlung anordnen, könnte dies paradoxerweise den Räumungsbefehl beschleunigen, der bereits über der Fabrik schwebt. Eine Räumung würde nicht nur den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten, sondern auch das Ende eines historischen Experiments – eines Beweises dafür, dass Arbeiter:innen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können.

Fazit

Die GKN-Arbeiter:innen kämpfen nicht nur für ihre eigenen Rechte, sondern für ein neues Modell der Produktion – ökologisch, demokratisch und gemeinwohlorientiert. Der 8. April könnte über die Zukunft des Collettivos entscheiden. Jetzt gilt es, ihre Forderungen zu unterstützen – sei es durch Spenden, Genossenschaftsanteile oder Solidarität.

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