Mehr als ein Arbeitskampf: Ein Kampf um die Zukunft der Produktion
Seit 2021 wehren sich die Arbeiter:innen der GKN-Fabrik gegen die geplante Schliessung ihres Betriebs. Mit einer unbefristeten Betriebsversammlung halten sie das Gelände seitdem legal besetzt – nicht nur, um ihre Arbeitsplätze zu retten, sondern um ein radikales Umdenken in der Industrie voranzutreiben: die Umstellung auf ökologische Produktion.Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen aus der Klimabewegung haben sie einen detaillierten Produktionsplan für Solarpaneele und Lastenfahrräder entwickelt, der von mehreren Banken geprüft und für realisierbar befunden wurde. Damit setzen sie ein klares Zeichen gegen die dominierende Rüstungsindustrie und zeigen, dass es alternative Wege gibt – sozial, ökologisch und demokratisch organisiert.
Um ihre Vision umzusetzen, gründeten sie die Produktionsgenossenschaft „Collettivo di Fabbrica“. Bereits jetzt liegen Investitionszusagen in Höhe von 3,1 Millionen Euro vor. Doch für den Start der Produktion fehlen noch weitere 2 Millionen Euro. Dieses Kapital soll das Eigenkapital stärken und die Zusage eines Grossinvestors über zusätzliche 2 Millionen Euro absichern. Gelingt dies, kann die Produktion endlich beginnen.
Unterstützung ist jetzt entscheidend
Das Kollektiv sucht dringend Investor:innen, Genossenschaftsmitglieder und Spender:innen, die durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen oder Spenden zum Gelingen des Projekts beitragen. Jeder Beitrag bringt die Arbeiter:innen ihrem Ziel näher: einer selbstverwalteten, ökologischen Fabrik, die beweist, dass eine andere Wirtschaft möglich ist.8. April 2026: Ein entscheidender Tag nach vier Jahren Widerstand
Am 8. April 2026 wird ein richtungsweisendes Gerichtsurteil erwartet. Das Gericht entscheidet über die Auszahlung ausstehender Löhne und Abfindungen – ein Betrag von über 10 Millionen Euro, der den Arbeiter:innen seit der Besetzung im Juli 2021 (und teilweise bis März 2025) zusteht. Da sie während dieser Zeit nicht rechtmässig gekündigt wurden, halten sie die Fabrik auch als „Faustpfand“ für die Begleichung ihrer Forderungen besetzt.Die Gefahr einer Räumung ist real:
Sollte das Gericht die Auszahlung anordnen, könnte dies paradoxerweise den Räumungsbefehl beschleunigen, der bereits über der Fabrik schwebt. Eine Räumung würde nicht nur den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten, sondern auch das Ende eines historischen Experiments – eines Beweises dafür, dass Arbeiter:innen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können.



