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Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung | Untergrund-Blättle

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Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung Digitalisierung versus Zauber?

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George Lucas ist schon ein Phänomen. Es scheint so eine Art Lebenswerk für ihn zu sein, die Saga über 28 Jahre hin immer wieder aufleben zu lassen.

Werbemaschimnerie von Star WarsEpisode 1.
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Bild: Werbemaschimnerie von Star Wars - Episode 1. / Eva Rinaldi (CC BY-SA 2.0 cropped)

3. Mai 2020

03. 05. 2020

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5 min.

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1999 drehte er der Saga Anfang, einen teilweise digitalisierten Film über das Gute und das Böse in den Weiten des anscheinend sehr lebendigen Kosmos.

Senator Palpatine (Ian McDiarmid) will die absolute Macht. Und um sie zu erreichen, muss er die alte Republik, die kränkelt, vernichten. Doch dabei stehen ihm die Jedi-Ritter – die letzten Kämpfer für Gerechtigkeit und Frieden in der Unendlichkeit – im Wege. Da kommt Palpatine der Konflikt zwischen dem handlungsunfähigen Senat und der Handelskonföderation, die den Planeten Naboo belagert gerade, recht. Zwar hatte der Senat den Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn (Liam Neeson) und dessen Schüler Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) ausgesandt, um zu verhandeln. Doch die können ohne Absegnung durch den Senat keine Entscheidungen treffen.

Palpatine zieht Fäden, integriert, nutzt die Verzweiflung der Königin der Naboo Amidala (Natalie Portman) aus, um oberster Kanzler zu werden. Jetzt stehen ihm nur noch die Jedi-Ritter im Weg. Um sie zu vernichten, macht er sich das Wissen der Sith zunutze, bösen Jedi-Rittern, die vor langer Zeit die Galaxis beherrschten, und bildet einen Jäger aus, der die Jedi-Ritter vernichten soll: Lord Darth Maul (Ray Park).

Doch Amidala gelingt es mit Hilfe Qui-Gon Jinns, auf den Planeten Tatooine zu fliehen. Dort treffen Jar Jar Binks (Ahmed Best) und Qui-Gon Jinn auf Anakin Skywalker (Jake Lloyd), der mit seiner Mutter Shmi (Pernilla August) in Gefangenschaft lebt. Qui-Gon Jim erkennt in Anakin denjenigen, der einmal das Erbe der Jedi-Ritter, das Gute, das die Galaxis vor den finsteren Mächten zu bewahren hat, antreten wird. Er befreit Anakin von seinem Sklavenhalter in einem Podrennen, an dem Anakin teilnimmt. So kann er sich freikaufen und es bleibt noch Geld für dringend benötigte Ersatzteile für das Raumschiff.

Qui-Gon Jim will Anakin als Schüler, doch insbesondere Yoda (Frank Oz) hat erhebliche Einwände gegen die Ausbildung des Jungen. Zudem spitzt sich die Lage zu, als Palpatine Amidala dazu bewegen kann, gegen Kanzler Valorum (Terence Stamp) mit einem Misstrauensvotum vorzugehen ...

Technisch ist Episode 1 eine Art Übergangsfilm zwischen den Trick-Techniken der 70er und 80er Jahre und den heutigen Möglichkeiten einer vollständigen Digitalisierung des Geschehens. Etwa zwei Drittel von „Die dunkle Bedrohung“ wurden vor Blue Screens gedreht, so dass nur ein minimaler Aufwand an Kulissen notwendig war. In die blauen Flächen wurden Computergrafiken eingefügt. Technisch war das nicht ganz unkompliziert, da für das Filmen mit Blue Screens spezifische Lichtverhältnisse nötig sind, um blaue Spiegelungen zu vermeiden, die im fertigen Produkt hinterher zu sehen wären. Mit Hilfe neuartiger Scheinwerfer und einem speziellen Computerprogramm, das blaue Flächen unterdrücken kann, konnten diese Risiken vermieden werden. Erfolgreich probierten Lucas und sein Team (vor allem Rick McCallum und Kameramann David Tattersall) die Kombination von herkömmlichem Filmmaterial und digitalisiertem Videomaterial. In High Definition aufgenommene Szenen wurden in das Filmmaterial hinein geschnitten, ohne dass dies im fertigen Produkt sichtbar wurde. Teile des Podrennens wurden z.B. auf diese Weise produziert.

Die Erwartungen an Lucas waren sicherlich sehr hoch, wahrscheinlich zu hoch, um sie gegenüber dem Publikum zu erfüllen. Dafür verantwortlich war allerdings auch der erhebliche Aufwand, der für Werbung schon lange vor Abschluss der Dreharbeiten getrieben wurde. Lucas selbst schienen wohl technische Brillanz und Perfektion wichtiger zu sein als Handlung und durchdachte Figuren. Manchmal wirkt Episode 1, als wenn die menschlichen Anteile am Film eher als Kulisse für die Trickanimationen und die rasanten Handlungsabläufe dienen sollten als umgekehrt. Ewan McGregor äusserte, dass die Dreharbeiten zu dem Film für ihn die langweiligsten gewesen wären, die er bis dato erlebt habe.

Lucas treibt das Geschehen sicherlich voran, es entstehen kaum Ruhepausen, doch der Entwicklung der einzelnen Figuren war dies nicht unbedingt zuträglich. Die Ausgeburt des Bösen, die nur ein paar wenige Sätze sprechen durfte, Sith Lord Darth Maul, kommt in keiner Weise an die in den vorhergehenden Filmen von Anakin zu Darth Vader mutierte Figur heran. Auch der kleine Anakin wirkt eher wie ein verspieltes Kind, das sich – anstatt in Disney Wonderland zu spielen – in den Film verirrt hat, denn als Träger einer sagenumwobenen Kraft. Und Jar Jar Binks ist anfangs noch ein netter Einfall, entwickelt sich aber zusehends zu einer künstlichen Nervensäge, besondere im Showdown.

Visuell ist „Die dunkle Bedrohung“ sicherlich ein schönes, buntes, manchmal allerdings – angesichts des Titel des Films und der damit verbundenen Thematik – etwas zu helles, leuchtendes Spektakel. Lucas treibt sein Publikum zudem mit erheblichem Tempo durch die Weiten des Alls, so dass die zwei Stunden kaum einmal langatmig werden.

Doch leider geschieht all dies auf Kosten einer phantasievoll durchdachten Geschichte (es handelt sich schliesslich um einen Sciencefiction!) mit ebenso durchdachten und glaubhaft gezeichneten Charakteren. Die Geschichte ist – auch wenn die gesamte Saga selbst nicht sehr tiefgründig ist – auf eine bestechende Art sinnlos, bedeutungslos inszeniert. Man muss schon sämtliche Erwartungen an eine inhaltlich überzeugende Handlung zu Hause lassen – im Kühlschrank zwischenlagern –, um sich ausschliesslich dem Spass zu widmen, den Episode 1 ja trotz allem macht.

In gewisser Weise ist Lucas mit Episode 1 an einer Scheidelinie angelangt. Man fragte sich: Was würde für die noch zu erwartenden zwei Teile im Vordergrund stehen: digitalisierte Brillanz und Perfektion oder eine Handlung, die zur Magie, zum Zauber und damit auch zu den Figuren zurückkehrt und in der visuelle Effekte der Geschichte dienen?

Ulrich Behrens

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung

USA

1999

-

136 min.



Regie: George Lucas

Drehbuch: George Lucas

Darsteller: Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman

Produktion: Rick McCallum

Musik: John Williams

Kamera: David Tattersall

Schnitt: Ben Burtt, Paul Martin Smith

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