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Deer Hunter: Die durch die Hölle gehen | Untergrund-Blättle

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Rezension zum Antikriegsfilm von Michael Cimino Deer Hunter: Die durch die Hölle gehen

Kultur

Schon viel darüber gelesen und gehört, aber nun kann ich endlich meinen eigenen Senf zum Werk von Michael Cimino dazugeben.

Infanterieeinheit der US-Armee im Dschungel von Vietnam.
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Bild: Infanterieeinheit der US-Armee im Dschungel von Vietnam. / John H. Hay (PD)

5. Juli 2016
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3 min.
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Anfangs dachte ich, dass die Spieldauer von 182 Minuten bestimmt zu langatmig sein würde, aber das war nicht der Fall. Die drei Stunden gehen vorbei als wäre nichts gewesen und das nicht wegen der tollen Action. Es handelt sich viel mehr um die Authentizität die der Film in sich birgt. Die Geschichte erzählt von einer Gruppe junger, naiver Arbeiter aus Pennsylvania die in den Vietnamkrieg berufen werden.

Anfangs werden darüber noch Scherze und Witze gemacht, doch im asiatischen Land wird ihnen bald klar, dass die Wirklichkeit grausamer ist als sie erwartet hatten. Michael (Robert De Niro), Nick (Christopher Walken) und Steven (John Savage) geraten in Gefangenschaft der Vietcong und werden ungewollte Akteure eines perversen sowie gefährlichen Spiel: dem russischen Roulette. Ihre Folterer zwingen sie dazu gegeneinander dieses grausame Spiel zu spielen und amüsieren sich dabei herrlich. Irgendwie gelingt es aber den dreien sich zu befreien und davon zu kommen.

Von hier an, aber trennen sich ihre Wege. Steven verliert beide Beine, Nick wird in Saigon zu einem „Profi“ des russischen Roulettes und Michael fliegt wieder in die USA zurück. Dort angekommen trifft er auf alte Bekannte wie Stosh (John Cazale) und Linda (Meryl Streep), der Freundin von Nick. Schon immer fühlte Michael sich von ihr angezogen und nun da Nick anscheinend in Vietnam spurlos verschwunden ist, macht er auch keinen Hehl mehr daraus. Von Gewissensbissen heimgesucht, kehrt er aber nach Saigon zurück wo er sich auf die Suche von Nick macht.

Eindeutig einer der tiefgehendsten Antikriegsfilme die ich gesehen habe. Vor allem zu erwähnen ist dabei, dass der Film bis auf die Szenen im Gefangenenlager komplett auf die Kriegsschauplätze verzichtet und mehr das zivile Leben der einzelnen Darsteller beleuchtet. Gerade das geht einem so richtig unter die Haut und lässt den Kriegszustand surreal erscheinen, genauso wie es die jungen Männer anfangs nicht wahrhaben wollen.

Die fünf gewonnen Oscars sprechen wohl für sich, auch wenn ich nicht unbedingt viel von dieser Auszeichnung halte. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass der Film natürlich auch ein wenig kritisch betrachtet werden sollte, da er eine Perspektive durch die westliche Brille liefert, auf die Gegenseite aber verzichtet.

Lorenz Mutschlechner
film-rezensionen.de

The Deer Hunter - Die durch die Hölle gehen

USA

1978

-

182 min.

Regie: Michael Cimino

Drehbuch: Deric Washburn, Michael Cimino

Darsteller: Robert De Niro, Christopher Walken, John Cazale, John Savage

Produktion: Michael Cimino, Michael Deeley, John Peverall, Barry Spikings

Musik: Stanley Myers

Kamera: Vilmos Zsigmond

Schnitt: Peter Zinner

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

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