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We Feed The World | Untergrund-Blättle

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Die Dekadenz der Lebensmittelindustrie We Feed The World: Doku von Erwin Wagenhofer

Kultur

Wie der Titel schon ein wenig verrät, geht es um die Nahrungsmittelindustrie. Die nicht ganz 100 Minuten lange Laufzeit zeigen dabei diverse Lebensmittelsparten aus den verschiedensten Ländern der Welt.

Erwin Wagenhofer bei der Vergabe des Österreichischen Filmpreises 2014.
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Bild: Erwin Wagenhofer bei der Vergabe des Österreichischen Filmpreises 2014. / Manfred Werner (CC BY-SA 3.0 unported - cropped)

7. Juli 2010
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3 min.
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Der Zuschauer verfolgt beispielsweise den Weg die eine spanische Tomate auf ihren Weg zum Gemüseregal im heimischen Supermarkt hinlegt oder begleitet das kurzweilige Leben eines Masthähnchens bis an dessen Ende.

Der Film besticht nicht nur dadurch, dass er die unzähligen Tonnen (für den Westen überschüssige) Nahrung die produziert werden jedem nochmals sprichwörtlich vor Augen führt, sondern auch durch die – teilweise skandalösen – Aussagen von Menschen die in diesem Gewerbe berufstätig sind. Da gibt es zum einen die Reise durch Rumänien mit Karl Otrok einem führenden Kopf des weltgrössten Saatgutherstellers. Zwar möchte man meinen in seiner Position müsse er gentechnisch, manipulierte Lebensmittel verteidigen, doch dem ist überhaupt nicht so. Seine Schlussfolgerungen und die dazu aufbereiteten Bilder brennen sich einem sehr schnell ins Gedächtnis.

Der „Szenenwechsel“ von einem ins andere Land wird zeitweise von Jean Ziegler kommentiert der damals UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung war. Seine Ausführungen verdeutlichen nochmals die prekäre Situation in der sich zu viele Menschen durch das brutale Marktsystem befinden. Der Höhepunkt, wenn man so will, stellt zweifelsohne der Schluss dar. Dieser gehört ganz alleine dem Nestlé-Chef Peter Brabeck der in seiner unlogischen und heuchlerischen Rede sich sozusagen selbst deklassiert. Wenn ich mich nicht darüber so ärgern müsste, könnte ich über seine idiotischen Bemerkungen eigentlich nur lachen.

Wie bei vielen anderen guten Dokumentationen wird auch hier nie das Wort eines Erzählers oder gar des Filmemachers ergriffen sondern Wagenhofer lässt die Bilder und Involvierte sprechen. Leider bin ich erst gestern dazu gekommen diesen genialen Streifen aus dem Jahre 2005 zu sehen. Wer wie ich bisher davor zurückgescheut hat die Doku zu sichten oder gar nichts von dessen Existenz wusste, sollte dies unbedingt nachholen. Für viele wird es bestimmt keine Überraschung oder Neuigkeit darstellen, doch die „tollen“ Bilder sprechen teilweise Bände. Anschauen!

Lorenz Mutschlechner
film-rezensionen.de

We feed the World

Österreich

2005

-

95 min.

Regie: Erwin Wagenhofer

Drehbuch: Erwin Wagenhofer

Produktion: Helmut Grasser, Allegro Film

Musik: Helmut Junker, Helmut Neugebauer

Kamera: Erwin Wagenhofer

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 3.0) Lizenz.

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